Titel: Ueber die für die Beschiffung der oberen Loire bestimmten Dampfboote.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1839, Band 72, Nr. LXVII./Miszelle 3 (S. 315)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj072/mi072067_3

Ueber die für die Beschiffung der oberen Loire bestimmten Dampfboote.

Der Courrier de Saumur und aus diesem das Mémorial encyclopédique enthält folgende Notiz über die Dampfboote, welche zwischen Nantes und Nevers die Loire befahren sollen, und welche einer Gesellschaft angehören, an deren Spize Hr. de Laroche-Jacquelin steht. „Diese Boote, welche ganz aus Eisenblech gebaut sind, zeichnen sich durch große Eleganz und dadurch aus, daß sie leer nur 4 und beladen nur 8 Zoll tief im Wasser gehen. Ihre Geschwindigkeit beträgt stromaufwärts 2 1/2 und stromabwärts mehr dann 4 Stunden in der Zeitstunde. Ihre Maschinen zeichnen sich hauptsächlich dadurch aus, daß sie nur mit einem Druke von 1/10 Atmosphäre arbeiten. Es ist bei diesem niederen Druke nicht nur jede Explosion unmöglich gemacht, sondern man konnte zu den Cylindern, den Kesseln, den Leitungsröhren auch viel dünneres Metall nehmen, als an den gewöhnlichen Maschinen genommen werden muß, wodurch nicht nur die Schwere, sondern auch die Kosten bedeutend vermindert werden. An den Ruderrädern ist gleichfalls eine wesentliche Modification bemerkbar. Die Schaufeln werden nämlich nicht von zwei parallelen Kreisen, die von Radien, welche senkrecht aus der Welle stehen, getragen werden, in ihrer Stellung erhalten, sondern sie befinden sich an concentrischen Kegeln, deren Scheitel das Ende der Welle bildet. Diese leztere tritt demnach nicht mehr aus dem Fahrzeuge hinaus, um in einem schweren Gebälke ihren Stüzpunkt zu finden, sondern sie ruht unmittelbar in den Seitenwänden des Fahrzeuges, wodurch das Gewicht der überschüssigen Wellenlänge und des sie tragenden äußeren Gebälkes exspart wird. – Bei dem ganzen inneren Baue ist das Eisen so verwendet, daß bei größter Leichtigkeit die größte Kraft erzielt ist. Die Cajüten sind nicht in den Schiffraum versenkt, sondern sie ragen über Bord hinaus, so daß die Reisenden also von ihnen aus die Aussicht auf die beiden Ufer genießen können.“

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