Titel: Bodeur's Baro-Thermometer.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1839, Band 72, Nr. LXVII./Miszelle 7 (S. 316–317)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj072/mi072067_7

Bodeur's Baro-Thermometer.

Hr. Bodeur hat, wie das Mémorial encyclopédique, Januar 1839, S. 5 angibt, der geologischen Gesellschaft einige von ihm erfundene Instrumente vorgelegt, womit man den Druk der Luft messen kann, und die einen so geringen Umfang haben, daß sie leicht mit sich getragen werden können. Diese Instrumente, denen er den Namen Baro-Thermometer gibt, beruhen auf dem von Mariotte aufgestellten und durch die Versuche von Gay-Lussac bestätigten Geseze der gleichförmigen Ausdehnung der Gase, welche beim Steigen der Temperatur unter constantem Druke Statt findet. Man kann nämlich nach diesem Geseze einen Gasthermometer anfertigen, der unter einem bestimmten Druke den Wechsel in der Temperatur mit eben so großer Genauigkeit angibt, wie die gewöhnlichen Thermometer. Hr. Bodeur gibt seinen Instrumenten hauptsächlich zwei Formen. |317| Die eine besteht aus einer Kapsel von beiläufig 25 Centimeter Länge auf 8 Cent. Breite und 4 Cent. Höhe. In dieser befindet sich ein gewöhnlicher Queksilber- oder Weingeist-Thermometer, und neben daran ein Gasthermometer, welcher aus einer nicht capillarischen, an dem oberen Ende offenen Röhre besteht. Diese Röhre taucht mit ihrem unteren Ende beinahe bis auf den Boden eines luftdicht geschlossenen, zum Theil mit Wasserstoffgas, zum Theil mit Queksilber gefüllten Gefäßes, so zwar, daß das Queksilber auch in der Röhre hinaufsteigt. Dieser Gasthermometer ist vergleichsweise mit dem gewöhnlichen Thermometer unter einem atmosphärischen Druke graduirt, der jenem einer Queksilbersäule von 0,762 Meter Höhe gleichkommt, so daß, welches auch die unter diesem Druke bestehende Temperatur seyn mag, beide Thermometer einen und denselben Grad andeuten. Das Instrument ist sehr empfindlich, und zeigt bei einem Steigen oder Fallen, welches an den gewöhnlichen Thermometern einen Millimeter beträgt, ein solches von 2 1/2 Mill. Man kann es daher nur dann zum Messen höherer Berge benuzen, wenn man die Gasröhre bedeutend verlängert, wodurch aber die Tragbarkeit des Instrumentes sehr beeinträchtigt wird. – Hr. Bodeur wußte jedoch seinem Instrumente auch noch eine andere Form zu geben, bei welcher es sich auch zum Messen sehr großer Höhen eignet, und doch sehr bequem zu transportiren und zu handhaben ist. Dieses Instrument besteht nämlich aus einer gut calibrirten, im Kreise gebogenen Glasröhre, welche man, wenn man sie spiralförmig biegt, beliebig verlängern kann. Diese Röhre, welche an dem einen Ende geschlossen ist, ist mit Wasserstoffgas, welches durch einen Queksilbertropfen von der atmosphärischen Luft abgesperrt ist, gefüllt. Da sich die Röhre um die Achse des Cylinders, um den sie gewunden ist, dreht, so bewirkt das Gewicht des Queksilbers, daß sie sich in dem Maaße dreht, als sich das Volumen des Gases ändert. Das Queksilber nimmt immer den unteren Theil ein. Die Röhre muß so graduirt seyn, daß sie bei einem Druke von 762 Millimeter ein genaues Maaß der Temperatur gibt. Diese Instrumente besizen eine vier bis fünf Mal größere Empfindlichkeit als die gewöhnlichen Barometer. (Weitere Aufschlüsse hierüber findet man im Bulletin de la Société géologique, Vol. IX. 20–21.)

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