Titel: Neue Versuche mit Ericsson's Treibapparat für Dampfschiffe.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1839, Band 72, Nr. LXXVIII./Miszelle 2 (S. 395–396)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj072/mi072078_2

Neue Versuche mit Ericsson's Treibapparat für Dampfschiffe.

Das Dampfschiff Robert F. Stockton, welches auf Veranlassung des amerikanischen Consuls in Liverpool zur Probe mit dem in unserem Journale schon öfter besprochenen Treibapparate des Capitän Ericsson ausgestattet wurde, hat vor seiner Abfahrt nach den Vereinigten Staaten einige Probefahrten gemacht. Wir entnehmen aus den im Mechanics' Magazine u. Civ. Engin. and Arch. Journ. hierüber enthaltenen Berichten für unsere Leser Folgendes. Am 29. Jan. zog das Dampfschiff R. F. Stockton das amerikanische Paketboot Toronto, welches 650 Ton. Ladung hatte, und 16 Fuß 9 Zoll tief im Wasser ging, mit einer Geschwindigkeit von 6 Meilen in der Zeitstunde gegen die Fluth, obwohl der Treibapparat nur 6 Fuß 4 Zoll im Durchmesser und weniger als 3 Fuß in der Länge hatte. – |396| Bei einer späteren Fahrt, der eine Versammlung ausgezeichneter Sachverständiger beiwohnte, zog es an der einen Seite eine schwere Citybarke, an der anderen einen großen Kahn, und am Hintertheile noch einen solchen eine Streke von 37000 Fuß innerhalb 45 Minuten, wovon 21 Minuten mit der Fluth, und 24 gegen dieselbe. Die Maschine machte dabei 66 Umgänge in der Minute. Hr. Ericsson wies bei dieser Gelegenheit durch Zeichnungen nach, daß die Spiralflächen seines Apparates so gestellt sind, daß, wenn der Widerstand des Wassers ein vollkommener wäre, das Boot statt der 37000 Fuß ihrer 39204 zurükgelegt haben würde, wonach also der Verlust weniger als 6 Proc. betrug. Bezüglich der zum Treiben des Apparates dienenden Maschine ward bemerkt, daß dieselbe viel stärker und compacter gebaut werden kann, als die Maschinen der gewöhnlichen Dampfboote, weil die Kraft hier direct auf die in der Nähe des Bodens umlaufende Welle wirkt. Dieß ist für Dampfboote, welche für die See bestimmt sind, von großer Wichtigkeit, und zwar um so mehr, als zugleich auch eine große Kostenersparniß damit verbunden ist. Die Bewegung des Schiffes war ganz überraschend regelmäßig. Es hat sich auf diese günstigen Resultate hin eine Gesellschaft gebildet, die ein Schiff von 1000 Ton. Ladung bauen und mit dem neuen Treibapparate ausstatten lassen will, um damit zwischen England und den Vereinigten Staaten zu fahren.

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