Titel: Verfahren den Kautschuk aufzuweichen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1839, Band 72, Nr. LXXXIX./Miszelle 8 (S. 465–466)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj072/mi072079_8

Verfahren den Kautschuk aufzuweichen.

Der Schwefeläther, das Terpenthinöhl, die flüchtigen Oehle, welche man bei der trokenen Destillation des Kautschuks oder bei Bereitung des comprimirten Leuchtgases erhält, sind sämmtlich ziemlich kostspielige Auflösungsmittel des Kautschuks, und liefern überdieß mit ihm Firnisse, welche nur sehr langsam austroknen; seit einiger Zeit wendet man aber sehr vortheilhaft das Ammoniak zum Auflösen des Kautschuks an (polyt. Journal Bd. LXIX. S. 158). Man übergießt nämlich den in Stüke zerschnittenen Kautschuk in einem Gefäße mit Aezammoniak und läßt das Ganze so einige Monate stehen. Das Ammoniak wird braun, der |466| Kautschuk aber glänzend und seidenartig. Der so aufgequollene Kautschuk ist noch elastisch und liefert beim Auseinanderziehen seidenartige Fäden; er bricht aber viel leichter als der rohe. Behandelt man Kautschuk, welcher in Ammoniak aufquoll, mit Terpenthinöhl, so verwandelt er sich beim Schütteln leicht in eine Emulsion, und schwimmt nach einiger Zeit auf der Oberfläche wie Butter auf der Milch; alsdann verhält er sich wie Firniß. Um ihn aufzulösen ist aber viel weniger Terpenthinöhl nöthig, als wenn er vorher nicht mit Ammoniak aufgeweicht wurde. (Annalen der Pharmacie.)

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