Titel: Baddeley, über eine kleine Handdrukerpresse.
Autor: Baddeley, William
Fundstelle: 1839, Band 73, Nr. XXIX. (S. 107–108)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj073/ar073029

XXIX. Ueber eine kleine Handdrukerpresse. Von Hrn. Wm. Baddeley.

Aus dem Mechanics' Magazine No. 819.

Mit Abbildungen auf Tab. II.

Ich erlaube mir die bereits große Anzahl von Handdrukerpressen noch um eine zu vermehren, welche nicht nur sehr einfach gebaut ist, sondern die sich mir auch bereits bei vielen Gelegenheiten als sehr nüzlich und zwekdienlich erwies.

Meine Vorrichtung, welche man in Fig. 33 geschlossen, in Fig. 34 dagegen aus einander geschlagen sieht, besteht nämlich aus zwei Stüken Buchenholz von 10 Zoll Länge auf 6 Zoll in der Breite, welche an dem einen Ende durch ein Paar eiserne Angeln mit einander verbunden sind. Das untere Stük A, welches die Stelle des Lagers versieht, hat anderthalb Zoll; das obere B, welches die Druktafel vorstellt, nur einen Zoll Dike. In ersterem ist bei C eine Aushöhlung angebracht, deren Tiefe beiläufig drei Viertheile der Höhe der Lettern beträgt. Der unteren Seite des Lagers entlang läuft ein starkes eisernes Band, welches an dem mit D bezeichneten Ende emporsteigt, und daselbst durch ein gewöhnliches Gewinde mit dem Hebel E in Verbindung steht. Oben auf der Druktafel ist ein halbrundes Stük Eisen angebracht, und dieses empfängt den durch den Hebel ausgeübten Druk, um denselben gleichmäßig über die Oberfläche der Lettern zu vertheilen. Mit der Druktafel sieht man den Rahmen f in Verbindung gebracht. Die Form wird in die Mitte der Aushöhlung C eingesezt und mit Keilen darin fixirt. Das Papier etc. wird auf die Druktafel gelegt und der Rahmen darüber geschlagen, worauf man die Druktafel über die geschwärzten Lettern schlägt. Nach diesen Vorbereitungen drükt man den Griff des Hebels mit der rechten Hand über die Presse herab, während man die Linke an das entgegengesezte Ende der Presse legt, um dadurch das Aufschnappen zu verhüten. Die Entfernungen zwischen dem Drehpunkt des Hebels E und dem Widerstandspunkte, d.h. dem Scheitel der halbrunden Eisenstange, und jene zwischen diesem leztern Punkte und dem Griffe sind von der Art, daß die Kraft dadurch beinahe um das Zehnfache erhöht wird. Die ausgeübte Kraft reicht demnach vollkommen aus, um einen hinlänglich reinen und scharfen Abdruk zu erzielen. Wenn man den Rahmen etwas zu handhaben versteht, so läßt sich leicht ein in hinreichendem Grade genaues Register halten; ja ich habe mit meiner Presse Arbeiten geliefert, die selbst gewandte Druker auf den |108| vollkommensten Maschinen kaum zu liefern im Stande sind. An der Druktafel muß ein Stük Flanell befestigt seyn. Zum Schwärzen der Lettern dient ein mit Wolle oder Baumwolle ausgestopfter lederner Ballen oder noch besser eine Walze aus Composition (Leim und Syrup).

Diese ganz einfache und sehr dauerhafte Presse läßt sehr mannigfache Anwendung zu; namentlich eignet sie sich für Kaufleute zum Druken ihrer Firma auf Umschlagpapiere, zum Druken der Preiscourants, zum Druken der Bücherschilder etc.20)

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Unsere Leser werden finden, daß wir in Deutschland schon längst eben so einfache und vorzüglichere Handpressen besizen, als die hier beschriebene, welche in England bedeutendes Lob erntete. A. d. R.

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