Titel: Haley's verbesserte Maschinen zum Schneiden und Hobeln der Metalle.
Autor: Haley, Joseph
Fundstelle: 1839, Band 73, Nr. XLIII. (S. 171–180)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj073/ar073043

XLIII. Verbesserungen an den Maschinen, Geräthen und Apparaten zum Schneiden, Hobeln und Drehen der Metalle und anderer Substanzen, worauf sich Joseph Haley, Maschinenbauer von Manchester, am 28. März 1837 ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem London Journal of arts. Jun. 1839, S. 137.

Mit Abbildungen auf Tab. III.

Meine Erfindungen bestehen: 1) in einer Anordnung und Einrichtung eines Mechanismus, womit die Seiten der Schraubenmuttern und Bolzenköpfe so ausgeschnitten und beschnitten werden sollen, daß sie einen hohen Grad von Vollendung zeigen, und einander vollkommen gleich sind, die Köpfe mögen sechs-, acht- oder vielseitig seyn. Der Apparat ist selbstthätig, d.h. er braucht keine Beaufsichtigung und bedarf zu seiner Bedienung nur eines Knabens, der die rohen Schraubenmuttern und Bolzen, so wie sie vom Amboße kommen, in die Maschine bringt, und dafür die vollendeten wieder wegschafft.

Meine Erfindungen betreffen aber 2) eine neue und verbesserte Anordnung jener Theile, die man an der gewöhnlichen Hobelmaschine das Gangwerk (motion) zu nennen Pflegt, und welche beim Abarbeiten von geraden und ebenen Oberflächen die horizontalen oder Traversirbewegungen des Reißhakenführers längs des queren Schiebers reguliren. Ferner betreffen sie das Ausheben des Reißhakens, wenn derselbe seinen Zug oder Schnitt vollbracht hat, und wenn es nöthig seyn sollte, auch das Umkehren der Bewegung der Tafel, um bei dem Traversiren des Reißhakens durch die Maschine nach einander mehrere parallele Schnitte zu erzeugen. Weiters eine neue Methode zur Bewirkung der senkrechten Bewegung des Reißhakenführers, wenn senkrechte, schräge oder winkelige Oberflächen abgearbeitet oder Schnitte nach Abwärts geführt werden sollen. Die Anordnungen, welche ich bezüglich dieser Gangwerke treffe, machen die Rollen und Laufbänder, deren man sich an vielen der gewöhnlichen Hobelmaschinen bedient, entbehrlich.

Meine Erfindungen betreffen endlich 3) eine eigenthümliche Methode, nach welcher an dem gewöhnlichen Drehstuhle der Hintere Schaft des Hauptes (headstock) beliebig in oder außer Thätigkeit gebracht werden kann. Ich bediene mich hiezu excentrischer Naben oder Zapfenlager und mache hiedurch die verschiedenen Theile, welche man an dem Drehstuhle anzubringen Pflegt, um den laufenden Theilen des Hauptes eine langsame Bewegung mitzutheilen, entbehrlich.

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In Fig. 50 sieht man einen Frontaufriß meiner verbesserten, zum Schneiden von Schraubenmuttern, Bolzenköpfen u. dergl. bestimmten Maschine. Fig. 51 ist ein seitlicher oder Endaufriß derselben Maschine von der linken Seite von Fig. 50 genommen. Fig. 52 ist ein senkrechter Durchschnitt durch die Mitte der Maschine. Fig. 53 zeigt dieselbe in einer horizontalen Ansicht von Oben betrachtet. Fig. 54 zeigt die untere Seite der Maschine, indem dieselbe umgestürzt gedacht ist, um auch die unter dem Haupte befindlichen arbeitenden Theile anschaulich zu machen.

In dem Maschinengestelle a, a ruht das Lager b, b, welches das Haupt c, c trägt, und an welchem sich die Vförmigen Falzen d, d befinden, damit sich das Haupt, je nachdem es erforderlich ist, rük- und vorwärts schieben läßt. Das Haupt wird aber zum Theil auch noch von einer Metallplatte oder einem Zwischenlager e, e getragen, und an diesem befinden sich gleichfalls Vförmige Falzen f, f, damit sich das Haupt auch nach der Quere der Maschine und unter rechten Winkeln mit den Falzen d, d schieben kann. In dem Haupte c, c ist eine Welle g, g aufgezogen, welche von der Rolle h, her ihre Triebkraft mitgetheilt erhält. An dieser Welle befindet sich das Getrieb i, welches, indem es in das Zahnrad j eingreift, die Welle k, k in Bewegung sezt. Beiläufig in der Mitte dieser lezteren Welle bemerkt man die Rolle m, welche ihre Triebkraft direct von dem Gestänge her mitgetheilt bekommen kann, wenn der Reißhaken sich nicht besonders stätig und genau zu bewegen braucht. In diesem Falle muß jedoch das Getrieb i zuerst außer Verbindung gesezt werden. In der Scheide oder Dille p, welche in geeigneter Stellung auf dem Lager der Maschine festgemacht ist, sieht man eine stehende Welle n, n, die mit einem cylindrischen Führer oder Lager o, o umgeben ist, aufgezogen. Alle diese Theile erhellen noch deutlicher aus Fig. 55, wo man die Welle oder Spindel n, n und die in unmittelbarer Verbindung mit ihr stehenden Theile einzeln und im Durchschnitte sieht. Die Schraubenmutter, welche in der Maschine an den Seiten beschnitten werden soll, wird, wie man bei q, q sieht, auf das obere Ende der Spindel n geschraubt. Die Bolzen dagegen werden in eine Spindel geschraubt, welche bei n', n' zu diesem Behufe mit einer Dille oder Scheide versehen seyn muß.

Um die Maschine in Gang zu sezen, dreht der Wärter derselben das Rad r, welches an der horizontalen Schraubenspindel s unter dem Lager der Maschine angebracht ist, wie man aus Fig. 54 sieht. Diese Schraubenspindel dreht sich in der Mutter t, die an dem das Gangwerk und den Reißhaken führenden Haupte c, c festgemacht ist, so daß sich also das Haupt in den Falzen des Lagers vorwärts bewegt |173| und der umlaufende Reißhaken hiedurch der in die Maschine gebrachten Mutter in einer Stellung dargeboten wird, in der er beginnen kann, die mit der Seite oder Vorderfläche des Reißhakens parallele Seite der Mutter zu bearbeiten. Wenn das Haupt längs der zu bearbeitenden Schraubenmutter vorwärts gegangen, wird unter rechten Winkeln eine horizontale Bewegung des den Reißhaken führenden Hauptes erforderlich, damit sich der Reißhaken allmählich quer über das Lager b bewege, und längs der Seite der Mutter fortschreite, bis endlich deren ganze Oberfläche abgearbeitet worden. Die hiezu nöthige Bewegung wird durch das an dem äußeren Ende der Welle k, k fixirte Getrieb, welches in das an dem Zapfen w befindliche Rad v eingreift, erzielt. An demselben Zapfen bemerkt man übrigens auch noch ein zweites Getrieb x; dieses greift in das Zahnrad y, welches sich an dem Ende der horizontalen Welle z, die wie Fig. 54 zeigt, in dem Lager der Maschine ruht, befindet. An dieser Welle z und mit ihr umlaufend bemerkt man eine kegelförmige Däumlingswalze 1, und einen Bolzen oder Zapfen 2, der durch ein im Boden des Hauptes angebrachtes Zapfenloch sezt. Dieser Bolzen führt ein vierekiges Metallstük 3, auf welches die Oberfläche der in Berührung mit ihm umlaufenden kegelförmigen Walze 1 wirkt. Da nun dieser Bolzen 2 dadurch, daß man die an feinem oberen Ende befindliche Schraubenmutter anzieht, an dem Haupte c festgemacht ist, so wird die kegelförmige Oberfläche der Walze 1, indem sie gegen das an dem Ende des Zapfens 2 befindliche Metallstük 3 wirkt, den Bolzen und mit ihm auch das Haupt mit dem Reißhaken horizontal und quer durch die Maschine bewegen, wodurch der Reißhafen nothwendig auf der in Behandlung befindlichen Mutter oder auf dem Bolzenkopfe fortschreiten wird.

Aus den vier verschiedenen Ansichten, welche in Fig. 56 von der kegelförmigen Walze gegeben sind, erhellt, daß wenn dieselbe einen vollkommenen Umlauf vollbracht hat, der Reißhaken auch mit der Bearbeitung einer der Seiten der in Behandlung befindlichen Schraubenmutter zu Ende gelangt ist. Der Zapfen 2 mit dem an ihm angebrachten Metallstüke 3 entweicht dann sogleich der kegelförmigen Oberfläche, um längs des in dem Kegel geschnittenen Abfalles hinzugleiten. Die Feder 4, welche gegen den am Boden des Hauptes befestigten Zapfen 5 wirkt, treibt sodann das Haupt in seine frühere Stellung zurük, so daß es seine Bewegung neuerdings beginnen kann, um nach einander eine um die andere der dargebotenen Seiten der Schraubenmutter oder des Bolzenkopfes abzuarbeiten.

Die Streke oder Länge, in welcher sich das Haupt mit dem Reißhaken quer durch die Maschine bewegt, muß sich, wenn eine |174| größere Mutter oder ein größerer Bolzen in die Maschine gebracht wird, vergrößern lassen. Dieß kann bewerkstelligt werden, indem man die Schraubenmutter am oberen Ende des Zapfens 2 nachläßt, und diesen in dem in den Boden des Hauptes geschnittenen Zapfenloche verschiebt. Man dreht zu diesem Behufe die kleine Schraubenspindel 6, Fig. 50, welche durch den Zapfen 2 läuft und sich gegen das Ende des Zapfenloches stemmt. Die Länge des Zuges vergrößere oder vermindere ich, indem ich das Metallstük 3 längs der Oberfläche der kegelförmigen Walze verschiebe, und hiemit eine größere oder kleinere Treiboberfläche erziele. Damit diese Verschiebung leichter geschehen könne, ist dem Metallstüke 3 gestattet, sich frei um den Zapfen 2 zu drehen.

Während das Metallstük 3 die Oberfläche der kegelförmigen Walze verläßt, und der Reißhaken zurükkehrt, um seine Querbewegung durch die Maschine von Neuem zu beginnen, muß die Stellung der Schraubenmutter oder des Schraubenbolzens so verändert werden, daß dem Reißhaken eine neue unebene Seite dargeboten wird. Dieß geschieht nun folgendermaßen. An der horizontalen Welle z befindet sich außer der kegelförmigen Walze 1 noch eine zweite Däumlingswalze 7, welche zwar einen cylindrischen Umfang hat, aber an der einen Seite eine Spiralfläche oder einen einzelnen Schraubengang besizt, wie man am besten aus Fig. 52 und 54 sieht. Wenn diese Walze 7 zugleich mit ihrer Welle z umläuft, so kommt diese Spirale gegen das Ende oder den Schwanz der beweglichen Stange 8, die sich in dem Lager b, b in entsprechenden Fugen schiebt, zu liegen. An dieser Stange ist eine kleine Zahnstange 9 befestigt, und diese greift in einen entsprechenden verzahnten Quadranten 10, der lost um den cylindrischen Führer o, o läuft. An dem verzahnten Quadranten befindet sich ein Vorsprung, welcher den Däumling oder Sperrkegel 11 trägt. Wenn nun die Däumlingswalze einen ganzen Umgang vollbracht hat, so wird sich die Stange 8 nach Auswärts geschoben haben, und der Quadrant 10 mit dem Sperrkegel 11 wird in die Stellung gelangt seyn, welche in Fig. 54 durch Punkte angedeutet ist. So wie aber die Stange das Ende der Spiralfläche verläßt, wird die Stange durch den Druk, den die Feder 12 auf den an ihr befindlichen Vorsprung 13 ausübt, wieder in die frühere, aus Fig. 52 ersichtliche Stellung zurükkehren. Diese Rükkehr der Stange, welche in dem Momente erfolgt, wo der Reißhaken l mit der Bearbeitung einer Seite der Schraubenmutter zu Ende gelangt ist, bewirkt, daß der Däumling 11 das Sperrrad 14 umtreibt, und damit auch die cylindrische Dille o, an der es festgemacht ist. Zugleich erhält die Dille oder Scheide der Spindel n, welche die in Arbeit befindliche Schraubenmutter |175| oder den Bolzenkopf trägt, eine rotirende Bewegung mitgetheilt, durch welche eine andere Seite der Schraubenmutter der Einwirkung des Reißhakens l dargeboten wird.

Aus Fig. 50 und 53 sieht man, daß an der Spindel n auch noch eine Theilungsplatte 15 angebracht ist. Diese Platte nun muß in so viele gleiche Theile eingetheilt seyn, als die Schraubenmutter oder der Bolzenkopf Seiten bekommen soll; in deren Umfang muß sich eine der Zahl dieser Seiten entsprechende Anzahl von Ausschnitten, dergleichen hier z.B. sechs vorhanden sind, befinden. Um den Federhebel 16, welcher, während das Abarbeiten von Statten geht, die Platte und mit ihr auch die Spindel n in gehöriger Stellung erhält, losmachen zu können, ist ein kleiner Haken 17, welcher sich an einem am Rüken der Stange 8 befindlichen Zapfen bewegt, vorhanden. So wie die Stange 8 durch das Umlaufen der Däumlingswalze 7 vorgeschoben wird, steigt der Haken 17 empor und erfaßt den Schwanz eines kleinen Hebels 18, der, da er an dem entgegengesezten Ende des den Fanghebel 16 führenden Zapfens angebracht ist, bewirkt, daß dieser Fanghebel aus dem Ausschnitte der Theilungsplatte 15 gehoben wird, und daß derselbe umgedreht werden kann, bis er in den nächsten Ausschnitt einfällt, und hiemit die Theilungsplatte und mit dieser auch die Schraubenmutter in der erforderlichen Stellung festhält. Der kleinen Zahnstange 9 ist mittelst Stellschrauben, welche in Zapfenlöchern, die in die Stange 6 geschnitten sind, laufen, eine freie Verschiebung durch einen kleinen Raum gestattet, damit der Fanghebel 16 von der Theilungsplatte losgemacht wird, bevor die Umdrehung eintritt; d.h. das Freiwerden her Platte muß dem Umdrehen derselben um ein Kurzes vorangehen, obwohl beide Bewegungen gleichen Ursprung haben, nämlich durch die Däumlingswalze 7 und die Schiebstange 8 bedingt sind.

Wenn eine Schraubenmutter oder ein Bolzenkopf von anderen Dimensionen, als die zulezt bearbeiteten in die Maschine gebracht werden soll, so wird eine andere Spindel m, deren Schraubenende oder Scheide dem Durchmesser der neuen Schraubenmutter oder des neuen Bolzenkopfes entspricht, erforderlich. Man nimmt daher die eine Spindel aus, indem man sie durch Umdrehen des Griffes 19 losmacht, und sezt dafür eine andere ein.

Jeder Mechaniker wird einsehen, daß sich diese Maschine mit einigen kleinen Modifikationen benuzen läßt, um Zähne in den Umfang von Rädern zu schneiden, so wie auch zu anderen derlei Zweken. Man kann statt des Reißhakens auch eine kleine Drehebankspindel in die an dem Ende der Welle k befindliche Scheide einsezen, |176| und auf dieser die oberen und unteren Seiten der Schraubenmuttern und Bolzenköpfe auf gewöhnliche Art bearbeiten.

Meine zweite Verbesserung an der Hobelmaschine betrifft hauptsächlich eine neue Anordnung jener Theile oder Mechanismen, die mit dem Querschieber (cross-slide), auf dem sich der den Reißhaken führende Wagen während des Abarbeitens einer horizontalen Oberfläche quer durch die Maschine bewegt, in unmittelbarem Zusammenhange stehen. Ferner eine verbesserte Anordnung jener Theile, welche auf den Reißhakenführer im Wagen wirken, damit dieser beim Abarbeiten von senkrechten, schrägen oder winkeligen Oberflächen die senkrechte Bewegung des Reißhakens bewirke. Endlich eine neue Anordnung jenes Mechanismus, der den Reißhaken nach Beendigung eines jeden Zuges von der Oberfläche des in Arbeit befindlichen Gegenstandes emporhebt.

Fig. 57 ist ein Frontaufriß jenes Theiles dieser Maschine, welcher die Häupter, den Querschieber und den Reißhakenwagen enthält, und woran man das Lager der Maschine im Durchschnitte sieht. Fig. 58 ist ein theilweiser Grundriß oder eine horizontale Ansicht der Maschine mit dem Triebwerke derselben. Das gewöhnliche Lager a, a der Hobelmaschine trägt die Tafel b, b, auf welcher der zu bearbeitende Gegenstand festgemacht wird. Die Häupter oder stehenden Pfosten c, c tragen den Querschieber d, d. e, e, e sind die gewöhnlichen Schraubenspindeln und Mechanismen, womit der Querschieber und mit ihm auch der Wagen des Reißhakens je nach den Dimensionen des in Arbeit zu nehmenden Gegenstandes höher oder tiefer gestellt werden kann.

Die Triebkraft erhält diese Maschine mitgetheilt durch ein Treibband, welches von dem gewöhnlichen Gestänge her über die Rolle f läuft. Das Getrieb dieser Rolle, welche lose an ihrer Welle g läuft, greift in ein Rad h, welches an die Welle i geschirrt ist. An dem anderen Ende derselben Welle befindet sich das Getrieb j, welches in das an der Welle l aufgezogene Rad k eingreift. Mit der Welle l wird zugleich auch die Kettenrolle m in Bewegung gesezt; und da die über diese Rolle m geschlungene Kette an der Tafel b, b festgemacht ist, so wird die Tafel längs des Lagers der Maschine gezogen, und der Reißhaken vollbringt auf die übliche Weise seine Züge.

An den Seiten der Tafel sind Aufhälter anzubringen, und diese Aufhälter oder Vorsprünge müssen gegen die an der Längenstange o, o befindlichen adjustirbaren Aufhälter n laufen, so daß, wenn der Zug der ganzen Länge nach vollbracht ist, der Riemenhebel p, p, welcher durch ein Gelenk mit der Stange o in Verbindung steht und seinen Drehpunkt in q hat, in Schwingung geräth, und hindurch den Treibriemen |177| von der Rolle f auf die Rotte r überträgt. Die Rolle r ist fest an die Welle q geschirrt und treibt das Getrieb s, welches in das Rad t eingreift, und durch das Zwischenrad u das an der Welle i befindliche Getrieb j treibt. Das Rad k und die Kettenrolle m laufen mithin nach entgegengesezten Richtungen, damit die Tafel wieder zurükgeführt wird und ein neuer Zug über den auf ihr angebrachten Gegenstand geführt werden kann. Bei dem Unterschiede, der zwischen den Geschwindigkeiten der beiden Räder h, t besteht, erfolgt die Rükkehr der Tafel doppelt so schnell als ihr Voranschreiten, damit während der Unthätigkeit des Reißhakens so wenig Zeit als möglich verloren geht.

Vor der Rükkehr der Tafel muß der Reißhaken, den man bei v sieht, etwas schief gerichtet werden, damit seine Schneide bei der Rükkehr der Tafel nicht mit der Arbeit in Berührung kommt. Dieß wird folgendermaßen bewerkstelligt. Nach der ganzen Länge des Querschiebers, und die Schraubenspindel x, x, welche dem Reißhakenwagen die horizontale Traversirbewegung gibt, beinahe umgebend, läuft eine cylindrische Röhre w, w, die durch eine Nabe x mit einem kurzen Hebel y in Verbindung steht. Das andere Ende dieses Hebels ist durch einen Zapfen und eine Dille mit der senkrechten Stange z verbunden, und das untere Ende dieser lezteren steht durch einen ähnlichen Hebel mit der quer durch das Lager der Maschine laufenden horizontalen Welle 1, 1, die an ihrem anderen Ende durch einen kleinen stehenden Hebel mit der Längenstange o, o verbunden ist, in Zusammenhang. So wie also diese Stange nach Beendigung eines jeden Zuges von den an der Tafel befindlichen Aufhältern verschoben wird, gerathen auch die an den beiden Enden der Welle i, i angebrachten kurzen Hebel in Schwingung, wo dann mittelst der Stange z und des Hebels y eine theilweise Umdrehung der Röhre w erfolgt. An einer verschiebbaren Nabe, welche sich unmittelbar hinter dem Reißhaken an der Röhre w befindet, ist ein kleiner Däumling oder eine Schrägfläche 2 angebracht, wie man dieß aus Fig. 59 und 60, wo der Reißhakenwagen und der Querschieber im Durchschnitte und von den Seiten abgebildet sind, deutlicher sieht. Diese Schrägfläche treibt beim Umlaufen der Röhre w den Zapfen 3 gegen das kleine Schwanzstük 4, welches sich an der stehenden vierseitigen Spindel 5 schiebt. Am Grunde dieser Spindel befindet sich ein ähnliches Schwanzstük 6, und dieses treibt, wenn die Spindel 5 durch den Zapfen 3 theilweise umgedreht wird, den kleinen Zapfen 7 vorwärts. Dieser Zapfen 7 drükt gegen den Schwanz der Feder 8, und auf solche Art wird der Reißhaken, wie in Fig. 60 durch punktirte Linien angedeutet ist, um etwas Weniges aus seiner senkrechten Stellung gebracht, |178| damit er bei der Rükkehr der Tafel in keine Berührung mit der abgearbeiteten Oberfläche kommen kann. Wenn der nächstfolgende Zug beginnt, so geräth der Reißhaken wieder in seine senkrechte Stellung, indem die an der Tafel befindlichen Aufhälter die Längenstange o nach der entgegengesezten Richtung bewegen, wodurch der Schwanz der Feder 8 des Drukes entlediget wird, so daß die Feder mit ihrem anderen Ende den Reißhaken wieder in seine frühere Stellung bringen kann.

Wenn die Tafel b, b am Ende ihrer Bahn angelangt und der ganze Zug vollbracht ist, so hat unmittelbar, nachdem der Reißhaken von dem in Arbeit befindlichen Gegenstande aufgehoben worden, die horizontale Verschiebung des Reißhakenwagens auf dem Querschieber zu geschehen, damit der Reißhaken in eine Stellung gelange, in der er einen dem vorhergehenden parallelen Zug beginnen kann. Dieß geschieht nun mittelst eines kleinen Zapfens 9, welcher gleichfalls in dem Hebel y fixirt ist, und welcher, indem er auf die beiden am Rüken der Büchse 11 befindlichen Vorsprünge 10 wirkt, diese Büchse und mit ihr auch den Däumling 12 umtreibt. Da dieser Däumling 12 in das Sperrrad 13, welches sich in der Büchse befindet und fest an die Schraube x geschirrt ist, eingreift, so wird auf solche Weise diese in der Schraubenmutter 14 laufende Schraube umgetrieben, und hiemit der Wagen des Reißhakens um das Erforderliche nach der Quere verschoben.

Aus Fig. 61 sieht man, daß in die Büchse 11 ein Zapfenloch geschnitten ist. Dieses dient nun zur Regulirung der Distanz der Aufhälter oder Vorsprünge 10, 10, und mithin auch zur Regulirung der Länge, in welcher die Verschiebung nach der Quere erfolgt. Denn diese wird davon abhängen, ob man der Büchse eine größere oder geringere Umlaufsbewegung gestattet, und ob der Däumling eine größere oder geringere Anzahl der Zähne des an dem Ende der Schraubenspindel x befindlichen Sperrrades erfaßt.

An dem Däumlinge 12 bemerkt man einen kleinen Griff, womit das eine oder das andere Ende des Däumlings zum Eingreifen in das Sperrrad gebracht, und womit, da er von einer Rükenfeder festgehalten wird, die Schraubenspindel x veranlaßt werden kann, den Reißhakenwagen nach Rechts oder nach Links zu verschieben. Wenn der Zug nach Abwärts geführt werden muß, wie dieß der Fall ist, wenn der Reißhaken eine senkrechte oder winkelige Oberfläche abzuarbeiten hat, so muß der Schieber eine senkrechte Bewegung bekommen, und diese wird ihm denn auch folgendermaßen mitgetheilt. Man drükt zuerst den kleinen Griff 15, welchen man in Fig. 57 an dem Reißhakenwagen ersieht, nach Abwärts, und bewirkt dadurch, |179| daß alle Theile, die zu dieser Bewegung gehören, in einander eingreifen. Wenn nun z.B. die beiden an der Büchse 11 befindlichen beweglichen Aufhälter 10 in ihrer größten Entfernung von einander fixirt sind, so wird der an dem Hebel y befindliche Zapfen keine Gewalt über ihn haben, und die Schraubenspindel x hiemit unbeweglich bleiben; dagegen wird dieser Hebel fortfahren, am Ende eines jeden der Züge nach der beschriebenen Art und Weise auf die Röhre w zu wirken. An der verschiebbaren Nabe dieser Röhre befindet sich auch noch ein Kreissegment 16 mit schiefen Zähnen, welches in das doppelte Winkelrad 17 eingreift, und dadurch das Getrieb 18, welches lose an dem unteren Ende der senkrechten Schraubenspindel 19 läuft, in Bewegung bringt. Da jedoch das Getrieb 18 vorher durch die Bewegung des kleinen Griffes 15 mittelst der Klauenbüchse 20 an die senkrechte Schraubenspindel geschirrt worden, so wird dieses Getrieb nunmehr arbeiten. Da solchermaßen die senkrechte Schraubenspindel 19 in absolute Verbindung mit der beweglichen Tafel gesezt ist, so wird der Reißhakenwagen mittelst dieser Schraubenspindel, die sich in der an dem oberen Theile des Schiebers befindlichen Mutter bewegt, nach Beendigung eines jeden Zuges in seinem Schieber wieder herab bewegt werden.

Meine dritte Erfindung betrifft den Drehstuhl, und beruht auf der Anwendung excentrischer Träger (steps), welche der Hinteren Spindel (back shaft) als Anwellen dienen, und womit diese mit Leichtigkeit und Schnelligkeit ein- und ausgehoben werden kann, je nachdem es die Umstände erheischen, und je nachdem die langsame Bewegung des Stuhles erzielt oder umgangen werden soll. Man ersieht dieß aus Fig. 62, wo ein gewöhnliches schnelles Haupt (fast headstock) eines Drehstuhles in einem Frontaufrisse dargestellt ist, während man es in Fig. 63 in einem Endaufrisse und in Fig. 64 in einem senkrechten Durchschnitte durch die Mitte sieht. Das Haupt a, a trägt die Spindel b, und diese führt die beiden Rollen c, c. An das Haupt gebolzt sieht man einen Träger d, welcher die Hintere Spindel e, die in den Anwellen f läuft, trägt. Diese Anwellen sind excentrisch gebildet, wie aus Fig. 64 erhellt. Die hintere Spindel e ist zum Behufe der Aufnahme der durch sie geführten vierseitigen Spindel g, g hohl; und da diese leztere auch durch Löcher, welche in den Enden der Anwellen f, f angebracht sind, läuft, so sind beide hiedurch so verkuppelt, daß eine nicht ohne die andere umlaufen kann. An das eine Ende der vierseitigen Spindel wird eine Kurbel gestekt, und wenn man diese um einen halben Umgang vor- oder rükwärts dreht, wird, indem die Anwellen, in denen die Hintere Spindel läuft, excentrisch sind, diese Spindel mit ihrem Rade und Getriebe mit jenen |180| an der Drehebankspindel außer Verbindung gesezt. In Fig. 64 sieht man das Räderwerk der Hinteren Spindel in jenes an der Drehebankspindel eingreifen; in Fig. 63 dagegen ist es ausgehoben dargestellt.

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