Titel: Ure, über die Verwendung der Erdharze beim Baue von Trottoirs etc.
Autor: Ure, Andrew
Fundstelle: 1839, Band 73, Nr. LXIV. (S. 266–275)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj073/ar073064

LXIV. Ueber die Verwendung einiger Erdharze oder Asphalte beim Baue von Trottoirs, Dachbedekungen, Wasserleitungen, Wasserbehältern u. dgl. Von Dr. Andrew Ure.

Aus dem London Journal of arts. Jul. 1839, S. 251.

Es ist eine merkwürdige Thatsache in der Geschichte der Künste und Erfindungen, daß der Asphalt, dessen man sich in den ältesten Zeiten, wie z.B. beim Baue der Mauern von Babylon, als eines der dauerhaftesten Bindemittel bediente, für mehrere tausend Jahre gänzlich in Vergessenheit kam, obwohl es nicht leicht eine mineralische Substanz gibt, die sich wegen ihrer Plasticität, Schmelzbarkeit, Zähheit, wegen der Kraft, mit der sie an Oberflächen adhärirt, wegen ihrer Undurchdringlichkeit für Wasser, wegen ihrer Unveränderlichkeit an der Luft, so gut wie diese zum Baue von Terrassen, Fußwegen, Dächern und zu Wasserbauten aller Art eignete. Das Erdharz bildet mit Kalkerde einen dichten halbelastischen Körper, der durch die größten Witterungswechsel, wodurch oft die härtesten Steine zu Grunde gerichtet werden, keinen Schaden leidet, und der durch die Reibung der Füße von Menschen und Thieren weniger abgenuzt wird, als Sandstein, Schiefer und selbst als Granit. Eine in Hinsicht der Zähigkeit, Festigkeit und Elasticität entsprechende Asphalt-Pflasterung scheint selbst an den besuchtesten Orten keine Abnuzung zu erleiden, wie sich dieß an einigender Trottoirs in London, noch mehr und seit längerer Zeit aber in Paris bewährt hat.36)

Der große Plaz de la Concorde in Paris hat eine schöne Mosaik-Pflasterung aus Asphalt; viele der ehemals so schmuzigen Boulevards sind nun mit einer dünnen Asphaltschichte, auf der sich weder Staub noch Schmuz bildet, bedekt; die Trottoirs des Pont Royal und des Pont Caroussel, die Böden in den größeren Schlachthäusern sind seit mehreren Jahren mit bestem Erfolge mit Asphalt gepflastert.

Es ist sehr zu bedauern, daß sich die Asphalt-Compagnien Londons zu dem unüberlegten und unzeitigen Versuche hergaben, an dem Westende der Oxford-Street die Fahrstraße mit Asphalt zu pflastern, und zwar noch dazu zur Zeit des feuchten Herbstes, der sich zum Legen von Asphalt-Pflasterungen so wenig eignet. Da diese Pflasterung zum Theile aus Blöken bestand, welche nicht mehr als 3 bis |267| 4 Zoll Dike hatten, und dabei oft viel Quarzsand enthielten, so konnte sie nicht wohl den Erschütterungen widerstehen, die durch das tägliche Darübergehen mehrerer Tausend schwerer Wagen, Omnibus und anderer Fuhrwerke erzeugt wurden. Dieser mißlungene Versuch spricht aber durchaus nicht gegen eine richtige und sachgemäße Anwendung des Asphaltes zum Baue von Trottoirs und Terrassen.

Ich habe mich durch zahlreiche Beobachtungen und Versuche überzeugt, daß das natürliche Erdharz einen weit dauerhafteren Kitt oder Mastic gibt, als das durch Aussieden des Holzes oder durch Versieden des Steinkohlentheeres gewonnene Pech. Lezteres wird nämlich, wenn es auf einen gehörigen Grad von Härte eingedikt worden, so spröde, daß es leicht zu Pulver zerrieben werden kann; während ersteres unter gleichen Umständen immer noch eine genügende Zähigkeit beibehält. Künstlicher Theer und künstliches Pech, welches unter Einwirkung von Feuer erzeugt wird, scheint unter gemeinschaftlicher Wirkung von Wasser und Luft zur Zersezung geneigt, während das Erdharz Jahrhunderte lang diesen Einflüssen widersteht, ohne eine Veränderung zu erleiden.

Erdharz für sich allein gibt keinen so kräftigen Kitt, als die in der Natur vorkommende, unter dem Namen Asphaltgebirg, Asphaltgestein bekannte Verbindung desselben mit Kalk. Das ausgedehnteste dermalen bekannte Lager von solchem Gesteine befindet sich unstreitig zu Val-de-Travers im Kanton Neufchatel, in der Formation des Jurakalkes, der dem englischen Oolite entspricht. Dieses Gestein ist derb, von unebenem Bruche, leberbrauner Farbe, und mit kleinen Kalkspathkrystallen durchsät; es läßt sich mit dem Nagel krazen, theilt sich aber dafür unter dem Hammer nur schwer. Einer sehr mäßigen Wärme ausgesezt, gibt es einen angenehmen Geruch von sich, wodurch es sich sogleich von allen künstlichen Compositionen unterscheidet. Durch wiederholte Digestion mit Terpenthinöhl gibt es 80 Theile weißen pulverigen kohlensauren Kalk und 20 Theile Erdharz. Es scheint daher viel reicher, als der Asphalt von Pyrimont, der nach dem Patente des Hrn. Claridge 37) nur 10 Proc. Erdharz enthält. Der Kalk ist so innig von dem Erdharze durchdrungen, daß er nicht bloß der Einwirkung der Luft und des Wassers, sondern für einige Zeit auch jener der Salzsäure widersteht: was theils dem Umstande zugeschrieben werden muß, daß das Mineral gar kein Wasser enthält, theils aber auch dem großen Druke, unter dem sich beide Bestandtheile mit einander verbanden. Es wäre in der That sehr schwer, auf künstlichem Wege eine so innige Verbindung des Erdharzes mit |268| der Kalkerde zu bewirken, und hierauf beruht denn auch die geringere Dauerhaftigkeit der künstlichen Compositionen. Viele dieser lezteren enthalten auch eine bedeutende Menge Quarzsand, der die Mischung brüchig und brökelig macht, wenn man auf ihr herumtritt. Es scheint zwischen dem Erdharze und der Kieselerde so wenig Attraction zu bestehen, daß sich beide schon unter der Einwirkung einer sehr geringen Kraft von einander trennen.

Da das Asphaltgestein von Val-de-Travers schon von Natur aus so reich an Erdharz ist, so läßt sich aus demselben für sehr geringe Kosten, nämlich durch einen sehr geringen, nicht mehr dann 6 bis 8 Proc. betragenden Zusaz von Steinkohlentheer ein trefflicher plastischer Kitt oder Mastic für Trottoirs und Wasserbauten darstellen. Die Verbindung läßt sich unter Einwirkung einer sehr mäßigen Wärme in einem eisernen Kessel bewerkstelligen, da sich der Asphalt sehr leicht mit dem Theere zu einer zähen Masse verbindet.

Das Verfahren, welches man beim Legen des schönen Asphaltpflasters an der Place de la Concorde in Paris befolgte, war in Kürze Folgendes. Man ebnete den Boden, wobei man ihn entweder ganz horizontal machte, oder ihm zum Behufe des Wasserabflusses ein ganz geringes Gefäll gab. Hierauf wurden am Rande rings herum die als Fassung dienenden Steine so gelegt, daß sie ungefähr 4 Zoll über das Niveau des Bodens empor ragten. Sodann füllte man den inneren Raum in einer Höhe von 3 Zollen mit Steinmörtel (concrete) aus, der gegen 1/6 hydraulischen Kalk enthielt, den man fest auf das Unterlager drükte, und über dem man eine dünne Mörtelschichte ausbreitete. Nachdem die Masse vollkommen troken geworden, wurde endlich der Mosaikboden aufgetragen, wozu man sich flacher eiserner Stäbe, Ringe etc. von einem halben Zoll Dike bediente, und wobei man den flüssig gemachten Mastic mit Schaufeln in diese Model goß und darin ausbreitete. Den Mastic selbst bereitete man, indem man das Asphaltgestein in einem Ofen von 10 Fuß Länge und 3 Fuß Breite röstete, um es zerreiblich zu machen. Der Boden dieses Ofens bestand aus Eisenblech, und wurde von Unten durch ein lebhaftes Feuer erhizt. Nach dem Rösten, bei dem sich ungefähr der vierzigste Theil des Gewichtes des Asphaltes als Naphtha verflüchtigte, wurde der Asphalt so zerreiblich, daß er leicht in Pulver verwandelt und durch ein Sieb, dessen Maschen einen Viertelzoll hatten, gesiebt werden konnte. Wenn hierauf das Erdharz, welches dem Asphalte die Schmelzbarkeit und Plasticität geben sollte, in kleiner Quantität auf einmal geschmolzen worden, wurde das Asphaltpulver allmählich darunter gerührt, und zwar in einer solchen Menge, daß auf einen Gewichtstheil Erdharz 12 bis 13 Theile |269| Asphalt kamen. Wenn nun diese Mischung flüssig geworden, so mengte man unter Umrühren noch einen Schöpfeimer voll sehr kleinen, reinen Kies, welcher vorher eigens für sich erhizt worden, darunter, und wenn endlich das Ganze in Syrupsconsistenz leicht aufwallte, war es zum Gebrauche fertig erachtet. Ich halte diesen Zusaz von runden, abgeschliffenen Quarzkörnern aus den oben angegebenen Gründen für sehr unzwekmäßig. Wollte man, um dem Pflaster mehr Festigkeit zu geben, irgend einen Zusaz machen, so müßte dieser in einem granitischen oder harten kalkigen Sande bestehen, da dieser bei der ekigen Gestalt seiner Körner sich besser binden würde. Auch glaube ich, daß man der Asphalt-Composition etwas weniges Theer beisezen könnte, um ihr größere Zähigkeit zu geben und deren Abnuzung durch Reibung zu vermindern.

In dem Berichte, den die HHrn. Goldsmid und Russel für die Bastenne und Gaujac Erdharz-Compagnie erstatteten, ist ein interessanter Vergleich zwischen den Eigenschaften des mineralischen und jenen des vegetabilischen Theeres enthalten. Der mit lezterem bereitete Mastic ist diesen Herren gemäß ganz ungeeignet, da er sich bei 115º F. erweicht, und beim Gefrierpunkte brüchig wird, während die mit mineralischem Theere bereiteten Mastics ohne allen Nachtheil eine Temperatur von 170º F. ertragen. Im Winter 1837/38, wo die Kälte in Paris bis auf 14 1/2º unter Null stieg, blieb die mit dem Mastic von Bastenne und Gaujac gepflasterte Seite des Pont Neuf ganz unversehrt, während auf den Boulevards mehrere Stellen, die mit Mastic, zu welchem vegetabilischer Theer genommen worden, gepflastert waren, weite Risse und Sprünge bekamen. Die französische Regierung hat daher auch den Befehl erlassen, daß die mit vegetabilischem Mastic gelegten Pflasterungen 1 1/4 Zoll Dike haben müssen, während sie für die mit mineralischem Theere bereiteten Mastics eine Dike von 3/4 Zoll für genügend erachtete. Der Boden des Waarenmagazins zu Bordeaux der vor 15 Jahren von der Bastenne-Compagnie gelegt worden, ist dermalen noch in vollkommen unverändertem Zustande. Die Wasserbehälter in Batignolles bei Paris wurden von derselben Compagnie vor 6 Jahren gebaut, und zeigen dermalen noch nicht die geringste Schadhaftigkeit, obwohl sie beständig einem bedeutenden Wasserdruke ausgesezt sind, und obwohl das Wasser in ihnen im Winter 1837 bis auf den Grund fror. Die mit demselben Mastic an den alten Festungswerken von Bayonne vorgenommenen Ausbesserungen bewährten sich so trefflich, daß die Regierung weitere größere Contracte mit der Compagnie einging. Ebenso sind auch sämmtliche Bogen der Eisenbahnen von St. Germain und St. Cloud, |270| sowie auch sämmtliche an diesen Bauten vorkommende Pflasterungen mit Bastenne-Mastic ausgeführt.

Der mineralische Theer, welcher in den Gruben von Bastenne und Gaujac gewonnen wird, scheidet sich durch Versieden leicht von den erdigen Bestandtheilen, mit denen er ursprünglich verbunden ist. Man schafft ihn in Fässern nach Paris und London, an welch lezteren Ort er für 17 Pfd. St. die Tonne geliefert wird, kraft eines Monopoles, welches die Compagnie für 8000 Pfd. St. erkaufte.

Hr. Harvey, Inspector der Bastenne-Compagnie, hatte die Güte, mir mehrere Muster von mineralischem Theer, Erdharz und Asphaltgestein zur Analyse zu überlassen. Der Theer von Bastenne ist eine äußerst klebrige Masse, die gar keine erdigen Theile enthält, bei 60º F. die Consistenz des Bäkerteiges hat; bei 80º F. dem leisesten Druke mit dem Finger nachgibt; bei 150º F. einem weichen Extract ähnlich ist; und bei 212º F. wie Melasse fließt. Er zeigt sich besonders gut, um den kalkhaltigen Asphalten Plasticität zu geben. Ein Stük ägyptischer Asphalt enthielt, wie jener von Val-de-Travers, 20 Proc. Erdharz und 80 reinen kohlensauren Kalk. Ein Stük in Frankreich bereiteten Mastics enthielt in 100 Theilen 29 Erdharz, 52 kohlensauren Kalk und 19 Quarzsand. Ein Stük des rohen Gesteines von Bastenne gab mir 80 Theile kieselerdehaltigen Kieses und 20 Theile diken Theer. Das Erdharz von Trinidad enthält viele fremdartige Stoffe; denn ein Stük gab mir 25, ein anderes 28, ein drittes 20 und ein viertes 30 Proc. Quarzsand; der Ueberrest bestand aus reinem Peche (pitch). Ein Stük ägyptisches Erdharz, dessen specifisches Gewicht 1,2 war, zeigte sich vollkommen rein, denn es löste sich in Terpenthinöhl ohne merklichen Rükstand auf.

Robinsons Erdharz-Compagnie verwendete einen Mastic, den sie aus dem durch Versieden des Steinkohlentheeres gewonnenen Erdpeche und Kalk bereitet. Zwei von ihr gelegte Straßenstreken gingen in Kürze in Trümmer, und ebenso mußte auch die in der Oxford-Street von ihr gelegte Streke umgebrochen werden. Die Compagnie von Claridge legte ihren Mastic unter dem Bogen der Leibgarde zu Pferde und an der Einfahrt der Artilleriekaserne; an lezterer Stelle ging er da, wo er an die gewöhnliche Pflasterung stieß, in Trümmer. Dagegen hielt ein von ihr gelegtes Trottoir sehr gut aus. Die Compagnie von Bastenne trug unter den in der Oxford-Street gelegten Asphalt-Pflastern den Preis davon; ebenso legte sie einige treffliche Trottoirs, namentlich an der Blackfriars-Brüke. 830 Quadratfuß, welche sie vor dem Wachhause in Woolwich legte, blieben unversehrt, obschon nicht nur sehr viele Menschen darüber gehen, sondern das |271| Militär darauf exercirt, und die Gewehrkolben dabei niederstoßt. Endlich litt auch der Boden der Barraken der blauen Garde, der gleichfalls von dieser Compagnie mit Asphalt gepflastert wurde, durch die Hufe der Pferde gar keinen Schaden.

Da der Mastic, wenn er gehörig zubereitet worden, ein beinahe doppelt so großes specifisches Gewicht als das Wasser hat, so wird ein Kubikfuß desselben 125 bis 130 Pfd., und ein Quadratfuß von 3/4 Zoll Dike ungefähr 8 Pfd. wiegen. Eine Tonne wird daher 280 Quadratfuß bedeken. Die Preise, für welche die Bastenne-Compagnie ihre Producte liefert, sind wie folgt:

reiner mineralischer Theer 24 Pfd. St. die Ton. oder 28 Shill. der Cntr.
Mastic 8 Pfd. 8 Shill. – 10 Shill. der Cntr.
Trottoirs von 50 bis 100 Quadratf. Kommen auf 1 Sh. 3 Den. per Fuß;
ddo. 100 – 250 – 1 – 1 –
ddo. 250 – 500 – 0 – 11 –
ddo. 500 – 750 – 0 – 10 –
ddo. 750 – 1000 – 0 – 9 –
ddo. 1000 – 2000 – 0 – 8 –
ddo. 2000 – 5000 – 0 – 7 –
Fußboden und Terrassen auf 1 Shill. 6 Den. per Fuß.
ddo. 1 – 4 –
ddo. 1 – 1 –
ddo. 1 – 0 –
ddo. 0 – 11 –
ddo. 0 – 10 –
ddo. 0 – 9 –

Für Flächenraum von mehr dann 5000 Quadratfuß kann man Contracte abschließen. Das Ausgießen der Fugen von Mauerwerk u. dgl. berechnet sich auf 1 bis 1 1/4 Den. per Fuß, je nach der Stärke des Gusses. Alle diese Preise sind für eine Dike von 1/2 Zoll, bei der eine Tonne einen Flächenraum von 420 Quadratfuß bedekt, berechnet.

Da die Compagnie von Val-de-Travers ihr reichhaltiges Asphaltgestein für 5 Pfd. St. die Tonne nach London stellen zu können hofft, und da man in England wahrscheinlich einen dem Bergtheere von Seyssel gleichkommenden mineralischen Theer für die Hälfte des Preises des französischen Productes haben kann, so steht zu erwarten, daß sie ihren Mastic in einer Dike von 3/4 Zoll zu 5 Den. per Quadratf. wird legen können, und zwar mit Einschluß der Unterlage aus Steinmörtel, während der Mastic der Bastenne-Compagnie auf 15 Den. per Quadratfuß zu stehen käme. Alle diese Preise sind jedoch nur für London und dessen nächste Umgebung berechnet.

|272|

Als Anhang gebe ich hier das von Hrn. H. Kensett, dem Vorsizer einer eigens dafür niedergesezten Commission, angefertigte Verzeichniß der Probepflasterungen, welche am Anfange des lezten Winters in der Oxford-Street in London gelegt wurden.38)

1) Robinson's Pariser Erdharz, in Blöken von 12 Zollen im Gevierte und 5 Zoll Tiefe gelegt. Die Masse besteht aus Erdharz, Kalk etc.; in den Scheitel eines jeden Blokes sind 5 Granitsteine eingesezt. Die Blöke sind in geraden Reihen gelegt und die Gefüge mit heißem Erdharze ausgegossen. Die Streke beträgt 97 Quadr. Yards und hat eine Länge von 20 Fuß. Der Quadr. Yard berechnet sich auf 9 Shill.39)

2) Dieselbe Pflasterung in derselben Ausdehnung; die Blöke jedoch in diagonalen Reihen gelegt.

3) Pflasterung mit Granitblöken von 9 Zoll, Tiefe, in geraden Reihen gelegt und mit Claridge's Asphalt verbunden. Die Steine und das Legen derselben kosteten der Pfarre 11 Sh. 5 Den. per Quadr. Yard; den Asphalt lieferte die Compagnie unentgeldlich. Flächenraum 240 Yards, Länge 54 Fuß.40)

4) Pflasterung mit Granitblöken von 4 1/2 Zoll Tiefe in diagonalen Reihen gelegt und mit Claridge's Asphalt verbunden. Kosten, den Asphalt ungerechnet, 9 Shill. 6 Den. der Quadr. Yard. Oberfläche 88 Quadr. Yards, Länge 20 Fuß.

5) Pflasterung der Bastenne-Compagnie mit Blöken von 12 Zoll Länge, 6 1/4 Zoll Breite und 3 3/4 Zoll Tiefe, welche an den Gefügen abgeschrägt sind, am Boden dicht an einander, am Scheitel aber 1/2 Zoll weit von einander stehen, und mit heißem Erdharze in den Fugen ausgegossen sind. Der erdharzigen Masse ist eine große |273| Menge Granit zugesezt. Eine Streke von 20 Fuß Länge in geraden Reihen gelegt. Preis 13 Shill. 6 Den. der Quadr. Yard.41)

6) Dieselbe Pflasterung, jedoch in diagonalen Reihen gelegt. Der Gesammt-Flächenraum von 5 und 6 beträgt 274 Quadr. Yards.

7) Pflasterung mit Granitblöken von 9 Zoll Tiefe, in geraden Reihen in eine Unterlage aus Steinmörtel eingesezt, und die Fugen mit heißem Kalkkitte (lime grout) ausgegossen. Streke von 69 Fuß Länge; Kosten 16 Sh. 5 Den. der Quadr. Yard.

8)Dieselbe Pflasterung, jedoch in diagonalen Reihen gelegt. Streke von 38 Fuß Länge.

9) Pflasterung mit Aberdeen-Granit; die Blöke von 9 Zoll Tiefe in geraden Reihen ohne Steinmörtel-Unterlage gelegt; die Fugen mit feinem Sande ausgefüllt. Streke von 24 Fuß Länge; Kosten 12 Sh. 5 Den. per Quadr. Yard.

10) Pflasterung der schottischen Asphalt-Compagnie. Blöke von verschiedener Länge, 9 Zoll Breite und 6 1/2 Zoll Tiefe; die Seitengefüge gerade, die Endgefüge abwechselnd abgeschrägt. Die Blöke sind in geraden Reihen gelegt und durch römischen Cement verbunden. Die Masse besteht aus einer erdharzigen, mit feinem Kiese vermengten Substanz. Oberfläche 210 Quadr. Yards, Länge 50 Fuß, Preis per Yard 13 Sh. 6 Den.42)

11) Pflasterung mit Holzblöken. Die Blöke bilden Sechseke, und haben, mit Ausnahme einiger Reiben, deren Tiefe nur 8 Zoll beträgt, 12 Zoll Tiefe; ihr Durchmesser beträgt 8, an einigen Reiben 7 Zoll. Sie sind auf die Faser gestellt, aus norwegischem Fichtenholze geschnitten, und ohne alle Vorbereitung des Bodens in eine dünne Schichte Kies eingebettet. 22 Reiben bestehen aus rohen Holzblöken; an 31 Reihen wurden die Blöke kyanisirt; an 9 Reihen wurden sie in den Asphalt von Claridge eingetaucht; an 6 Reihen tauchte man sie in eine von dem Patentträger bereitete Composition.

|274|

Die ganze Streke hat 230 Yards Oberfläche und 60 Fuß Länge. Kosten 10 Sh. 6 Den. per Yard43)

12) Pflasterung der Val-de-Travers-Compagnie mit Blöken von 12 Zoll im Gevierte, 5 Zoll Tiefe, die in geraden Reihen gelegt sind. Die Blöke bestehen aus einer erdharzigen Masse, in welche jedoch eine sehr große Menge Granitstüke eingebettet sind. Die Gefüge sind mit heißem Erdharze eingelassen. Flächenraum 94 Quadr. Yards, Länge der Streke 25 Fuß44)

13) Pflasterung derselben Compagnie, bestehend aus einer Lage reiner Scherben (chippings), auf welche heißer Asphalt gegossen worden, und über der eine Schichte heißen Asphaltes mit angebetteten zerschlagenen Steinen gelegt ist. Flächenraum 94 Quadr. Yards, Länge der Streke 25 Fuß.

14) Pflasterung wie Nr. 9. Länge der Streke 47 Fuß.

Um einen Begriff von der starken Probe, welche diese verschiedenen Pflasterungen auszuhalten hatten, zu geben, füge ich noch eine Liste der Fuhrwerke bei, welche an den bezeichneten Tagen an gewissen Stellen der Oxford-Street passirten.

|275|
Textabbildung Bd. 73, S. 275
|266|

Der gelehrte Hr. Doctor ist hier in eine große Uebertreibung verfallen, denn wie unsere Leser aus dem kürzlich mitgetheilten Aufsaze des Hrn. Partiot sahen, ist die Abnuzung der Asphalt-Pflasterung um ein Bedeutendes größer als jene der Granit-Pflasterung. A. d. R.

|267|

Polyt. Journal Bd. LXIX. S. 432.

|272|

Wir haben unseren Lesern bereits im polytechn. Journale Bd. LXXI. S. 333 und Bd. LXXII. S. 159 von diesen Versuchen gesprochen, hatten es aber bei der Wichtigkeit des Gegenstandes für nöthig, auch die hier folgenden näheren Angaben darüber nachzuliefern, und zwar um so mehr, als wir im Stande sind, ihnen nach einem Auszuge, den das Civil Engineers and Architects Journal aus dem unterm 18. März 1839 erstatteten Commissionsberichte gibt, in Noten die Hauptresultate dieser Versuche beizufügen. A. d. R.

|272|

Diese Pflasterung zeigte sich als gänzlich mißlungen und unbrauchbar, und mußte wegen ihrer Schadhaftigkeit zum Theil schon lange vor Ablauf der Versuche weggeschafft werden. A. d. R.

|272|

Die Granit-Pflasterungen hatten sich trefflich erhalten, namentlich jene, deren Gefüge mir dem Asphalte des Hrn. Claridge ausgegossen worden; denn an diesen war auch nicht ein lokerer Stein zu finden. A. d. R.

|273|

Die von dieser Compagnie gelegten Pflasterungen hatten den ganzen Winter hindurch dem lebhaftesten Wagenverkehre widerstanden, ohne eine wesentliche Beschädigung erlitten zu haben. A. d. R.

|273|

Die Pflasterung mit dem schottischen Asphalte zeigte sich als eine der schlechtesten; sie war während der Versuchsdauer schon einmal ausgebessert worden, und dennoch bereits wieder in einen wirklich gefährlichen Zustand gekommen. A. d. R.

|274|

Das von Hrn. Stead mit den beschriebenen Holzblöken gelegte Pflaster bildete zur Zeit des Commissionsberichtes noch eine vollkommen ebene Bahn, über welche die Wagen ohne alles Geräusch hinrollten. Von der ganzen 12 Zoll betragenden Höhe der Blöke hatte sich nach 5 monatlichen Diensten ungefähr 1/4 Zoll abgenuzt. Großen Meinungszwiespalt unter den Commissionsgliedern erregte die bläuliche Farbe, welche die Holzblöke an ihrem unteren Ende bis zu 3/4 Zoll hinauf angenommen hatten, und welche einige für eine beginnende Verwesung erklärten, während andere dieß nicht zugaben. Man beschloß daher, die Entscheidung hierüber bis zum nächsten September zu vertagen, und zwar um so mehr, als bis dahin die Versuche mit einer anderen Holzpflasterung, auf die ein Hr. Geary ein Patent besizt, und die als vorzüglicher gerühmt wird, gleichfalls zu einem Resultate geführt haben dürften. Hr. Wilson, kais. russischer Ingenieur, erklärte die Holzpflasterung in der Oxford-Street für besser, als die von so vielen Reisenden gepriesene Holzpflasterung in St. Petersburg. Das Civ. Engin. and Arch. Journal vergaß zu bemerken, ob die bläuliche Färbung der unteren Enden der Holzblöke sich an dem unpräparirten oder an dem kyanisirten, d.h. mit Queksilbersublimat behandelten, Holze zeigte, was von Belang seyn dürfte. A. d. R.

|274|

Die Pflasterung Nr. 12 wurde nach der Probezeit noch sehr gut befunden; dagegen war die von derselben Compagnie gelegte Pflasterung Nr. 13 so ruinös geworden, daß sie sogleich weggeschafft werden mußte. A. d. R.

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