Titel: Troughton, Gewinnung des Kupfers aus den Kupfererzen.
Autor: Troughton, Nicholas
Fundstelle: 1839, Band 73, Nr. XCIV. (S. 435–436)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj073/ar073094

XCIV. Verbesserungen in der Gewinnung des Kupfers aus den Kupfererzen, worauf sich Nicholas Troughton, in Broad-Street in der City of London, am 21. Aug. 1838 ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem London Journal of arts. Aug. 1839, S. 333.

Nach dem bei der Gewinnung des Kupfers aus den Kupfererzen gewöhnlich üblichen Verfahren werden die Erze einer Röstung unterworfen. Die hiebei sich entwikelnden Dämpfe, welche größten Theils von dem in den Erzen enthaltenen Schwefel herrühren, entweichen gewöhnlich unbenuzt und zur Plage der Nachbarschaft in die Luft. Meine Absicht dagegen ist: 1) aus diesen Dünsten Schwefel zu gewinnen, und 2) durch deren Verbrennung Schwefelsäure darzustellen. Ich schlage, um dieß zu bewerkstelligen, folgendes Verfahren ein.

Anstatt die Erze, wie es sonst zu geschehen pflegt, in einem Flammenofen zu rösten und dadurch zu gestatten, daß die aus den Erzen entwikelten Dünste sich mit den aus dem Brennstoffe aufsteigenden vermengen, bringe ich dieselben in Retorten, welche ich der in einem meiner früheren Patente angegebenen Methode gemäß73) von Außen erhize. Wenn nun aus diesen Dünsten, welche ich solchermaßen frei von allen Dünsten des Brennstoffs erhalte, Schwefel gewonnen werden soll, so leite ich die Enden der von den Retorten herführenden Röhren in Kammern, welche ich aus Baksteinen erbaue, und die ich innen mit feuerfestem Thone auskleide. Diese Kammern sollen beiläufig einen 10 Mal so großen Rauminhalt haben als die Retorten, und mit einer Thür versehen seyn, bei der ein Arbeiter einsteigen kann, um den in den Kammern angesammelten Schwefel herauszuschaffen. Die Thür muß, während der Röstproceß in den Retorten von Statten geht, so gut als möglich luftdicht verschlossen werden. Man hat bei diesen Vorgängen sorgfältig darauf zu achten, daß sowohl in die Retorten als in die übrigen Theile des Apparates so wenig Luft als möglich eindringen kann, damit auf diese Weise der Bildung von schwefliger Säure vorgebeugt werde. Die in die Kammer eintretenden Dünste werden sich in dieser rasch verdichten und als Schwefel niederfallen. Man kann lezteren zu jeder Zeit aus der Kammer herausschaffen, denn man braucht zu diesem Behufe nur die Communication zwischen der Kammer und den Retorten abzusperren, |436| die Kammerthür zu öffnen und Luft einzulassen, wo dann ein Arbeiter in sie einsteigen und den Schwefel herausschaffen kann. Handelt es sich um die Gewinnung von Schwefelsäure bei Gelegenheit der Röstung der Kupfererze, so bringe ich die Erze gleichfalls in Retorten der angegebenen Art, und leite die aus ihnen aufsteigenden Dünste durch Röhren in Kammern, welche die zur Verwandlung der schwefligen Säure in Schwefelsäure geeignete Einrichtung haben. Da die hiebei erforderlichen Bleikammern und sonstigen Apparate zur Genüge bekannt sind, und keinen Theil meiner Erfindung ausmachen, so halte ich eine Beschreibung derselben für überflüssig. Ich bemerke daher nur, daß, um den in den Dünsten enthaltenen Schwefel in schweflige Säure zu verwandeln, in der Thür oder in dem Dekel der Retorten eine Oeffnung von der in meinem früheren Patente angegebenen Art angebracht seyn muß, damit ein gehöriger Luftzutritt gestattet ist.

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Vergl. polytechn. Journal Bd. LXXI. S. 50. A. d. R.

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