Titel: Séguier's Beobachtungen über die Explosionen der Dampfmaschinen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1839, Band 73, Nr. XVI./Miszelle 1 (S. 71–72)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj073/mi073016_1

Séguier's Beobachtungen über die Explosionen der Dampfmaschinen.

Der rühmlich bekannte Baron Séguier, dem wir schon so viele schäzenswerthe Aufsäze über die Dampfmaschinen verdanken, und der auch schon mehrere nahmhafte Verbesserungen an diesen Maschinen eingeführt hat, trug im Laufe dieses Frühlinges vor der Akademie der Wissenschaften in Paris seine neuesten Beobachtungen über die zur Verhütung der Explosionen empfohlenen Vorkehrungen vor. Er stellte in diesem Vortrage nach vorläufiger Erläuterung der Ursachen, aus denen Explosionen entstehen können, dem Echo du monde savant No. 436 zu Folge nachstehende Bedingungen als diejenigen auf, durch welche die Explosionen beinahe unbedeutend und gefahrlos gemacht werden können: 1) man theile das Wasser oder den bereits gebildeten Dampf in eine gewisse Anzahl einander gleicher Raumtheile ab, damit das Unglük auf die Verhältnisse des ersten berstenden Gefäßes reducirt werde. 2) man verbinde die einzelnen Raumtheile auf eine solche Weise mit einander, daß sie in Bezug auf die Speisung solidarisch, in Bezug auf ihren Bau und die an ihnen vorkommenden Reparaturen dagegen von einander unabhängig sind. 3) man gebe den das Wasser enthaltenden Räumen eine solche Anordnung, |72| daß die Veränderungen, welche in der Stellung des Fahrzeuges eintreten, keinen Einfluß auf das Wasser üben. 4) man richte den Apparat auf solche Weise ein, daß dadurch die Möglichkeit gegeben ist, seinen verschiedenen Theilen verschiedene Temperaturen zu verschaffen) d.h. daß das Feuer unter den heißesten Theil komme, damit die aus dem Brennmateriale sich entwikelnden Gase sich entflammen, und damit der Rauch nicht eher entweichen kann, als bis er zur Erwärmung der kältesten Theile gedient hat. 5) man richte endlich die dampferzeugenden Oberflächen so ein, daß, wenn die Speisung nach einem bedeutenden Fallen des Wasserstandes von Neuem beginnt, die durch die Speisungspumpe eingetriebene Flüssigkeit nie mit einer Fläche von solcher Ausdehnung in Berührung kommt, daß dadurch plözlich ein großer Ueberschuß erzeugt werden könnte. – Nie diesen Bedingungen, die großen Theils schon längst bekannt und erkannt sind, Genüge geleistet werden soll und kann, ist uns Hr. Séguier bisher noch anzugeben schuldig geblieben.

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