Titel: Löthung des Bleies durch bloße Flammenwirkung.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1839, Band 73, Nr. XVI./Miszelle 11 (S. 76)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj073/mi073016_11

Löthung des Bleies durch bloße Flammenwirkung.

Man hat schon seit längerer Zeit gesucht das Blei durch sich selbst mittelst einfacher Schmelzung und ohne Anwendung einer Zinnlegirung zu löthen. Allein diese Operation bot stets so große Schwierigkeiten, daß sie nie in Gebrauch kam. Hr. Desbassayns de Richemont will nun diese Schwierigkeiten gehoben haben, indem er zur Schmelzung des Bleies verschiedene Arten Flammeniegel anwendete, welche von solcher Intensität sind, und dabei in so hohem Grade reducirend wirken, daß die Ränder in Fluß gerathen und sich vereinigen, ehe sich die Verflüssigung auf die benachbarten Theile ausdehnen könnte. Diese Flammenkegel erzeugt er mittelst tragbarer Apparate, denen er den Namen Luftwasserstoff-Löthröhre (chalimeaux aërhydriques) beilegte, weil die zum Brennen verwendete Luft aus atmosphärischer Luft und Wasserstoffgas zusammengesezt ist. Man kann mit diesen Apparaten Flammenkegel von jeder beliebigen Größe erzeugen, und sie nach allen Richtungen und in jede Weite dirigiren. Wenn die zu lochenden Gegenstände hergerichtet und die Flammen ihnen gemäß regulirt wurden, braucht man nur den Flammenkegel so spielen zu lassen, daß sein innerer Theil mit einem Mahle und zugleich zwei der benachbarten Punkte des Grundes der Rinne trifft und schnell erhizt. Die Punkte werden anfangs einzeln schmelzen; allein schnell vereinigen sie sich zu einem glänzenden Kügelchen, wo man dann die Schmelzung und Löthung zu dirigiren fortfährt, indem man den durch die Flamme geschmolzenen Tropfen anzieht oder wegtreibt, und indem man im Nothfalle die Löthung mittelst Bleikörnchen, oder auch dadurch, daß man von den benachbarten Theilen Blei entlehnt, verstärkt. Dieses Verfahren ist auf Gegenstände von jeder Form und Dike anwendbar. (Comptes rendus des séances de l'Académie, 1839 No. 3.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: