Titel: Glynn's Maschine zum Absägen der Schienen für Eisenbahnen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1839, Band 73, Nr. XVI./Miszelle 7 (S. 74–75)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj073/mi073016_7

Glynn's Maschine zum Absägen der Schienen für Eisenbahnen.

Hr. Joseph Glynn legte der Institution of Civil-Engineers in ihrer Versammlung vom 26. März l. J. die Beschreibung einer Methode vor, nach welcher man dermalen an den Eisenwerken von Butterley die für die Midland Counties-Eisenbahn bestimmten Schienen an ihren Enden abzuschneiden pflegt. Das Civ. Engin. and Archit. Journal gibt in seinem neuesten Maihefte folgenden Auszug aus dieser Beschreibung. „Die Vortheile, die es bringt, wenn die für die Eisenbahnen bestimmten Schienen an ihren Enden rechtwinkelig abgeschnitten sind, und also genau an einander passen, sind so groß, daß man diesen Zwek schon auf mehrfache Weise zu erreichen bemüht war. Gewöhnlich werden die unebenen Enden der aus den Walzen kommenden Schienen einzeln erhizt und dann mit der Rundsage abgeschnitten. Die auf solche Art erzielte Genauigkeit hängt daher davon ab, ob der Arbeiter die Schiene der Säge so darbietet, daß sie mit der Fläche der Säge rechte Winkel bildet. Da durchaus nicht mit Sicherheit hierauf zu zahlen ist, so hat man an den genannten Eisenwerken folgende Einrichtung getroffen. Die Welle der Sägen und das Lager der Maschine, welches jener einer Drehebank ähnlich ist, sind mit der Linie der Walzen, in denen die Schienen erzeugt werden, unter rechten Winkeln gestellt. Die Sägen sind in Häuptern fixirt und lassen sich auf dem Lager verschieben, damit man sie so stellen kann, daß sie die Schienen genau in der gewünschten Länge abschneiden. Die Sägeblätter haben drei Fuß im Durchmesser und 1/8 Zoll Dike, und laufen in jeder Minute 1000 Mal um. Ihre Kähne, welche dieselbe Größe haben, wie an den für Holz bestimmten Rundsägen, stehen mit dem heißen Eisen zu kurze Zeit über in Berührung, als daß sie eine Beschädigung erleiden könnten; zu noch größerer Sicherheit taucht aber der untere Rand der Säge in ein mit Wasser gefülltes Schälchen unter. Die Sägeblätter werden zwischen zwei gußeisernen mit Kupfer besezten Scheiben von solcher Größe festgehalten, daß nur der zum Durchschneiden der Schienen nöthige Theil des Sägeblattes über sie hervorragt. Die Schiene wird bei ihrem |75| Austritte aus den Walzen auf einer gußeisernen Platte, auf welche sie zum Sägen gerecht zu liegen kommt, schnell mit hölzernen Schlägeln gerade geschlagen, wodurch an Zeit, Arbeit und Brennmaterial erspart wird. Die Schiene wird an beiden Enden zugleich und mit einem Male abgeschnitten. Wenn die Sage scharf und das Eisen heiß ist, so sind 78pfündige Schienen in 12 Secunden durchgeschnitten. Die Schienen gerathen, sowie sie die Sägen verlassen, in einen Falz, welcher in eine dike gußeiserne Platte geschnitten ist, so daß sie sich also nicht werfen können.“

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