Titel: Ueber die Ziegelmaschine des Marquis von Tweeddale,
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1839, Band 73, Nr. XXXVIII./Miszelle 11 (S. 154–155)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj073/mi073038_11

Ueber die Ziegelmaschine des Marquis von Tweeddale,

welche man im polyt. Journal Bd. LXXII S. 272 beschrieben und abgebildet findet, hielt Hr. Cotiam am 19. April l. J. vor der Royal Institution einen Vortrag, in welchem viel Rühmliches von dieser Maschine, die im Wesentlichen von der schon länger bekannten Maschine des Hrn. Terrasson nicht verschieden ist, gesagt wurde. Der Thon, welcher in der neuen Maschine verarbeitet wird, ist um so viel trokener und fester, daß die in ihr erzeugten Baksteine in der Hälfte der Zeit troknen, welche die in Handmodeln fabricirten gewöhnlich erfordern. Die gewöhnlichen Baksteine wiegen in England 4 1/2 die in der Maschine fabricirten hingegen 7 1/2 Pfd.; erstere absorbiren 28, leztere nur 4 Unzen Wasser. Von zwei Knaben bedient erzeugt die Maschine stündlich 1500 bis 1800 Baksteine und 10,000 Dachziegel Hrn. Terrasson's Maschine soll angeblich 3000 Baksteine in der Stunde liefern, und dieß soll, wie das Mechanics' Magazine meint, hauptsächlich davon herrühren, daß an der Maschine des Marquis die Walzenräder eine langsame Bewegung haben müssen, weil sonst die Baksteine zu kurz abgeschnitten werden würden, während an der französischen Maschine die Geschwindigkeit nur durch die Zeit, welche zum Wegnehmen der fertigen Baksteine nöthig ist, eine Beschränkung erleidet. Die in der Maschine mit dem Drahte abgeschnittenen Baksteine und Ziegel bekommen keine so glatten Enden, wie die in den Handmodeln fabricirten haben, und theils diesem Umstande, theils auch dem größeren Verbrauche an Material, welchen die größere Festigkeit und Schwere der |155| Maschinenziegel nothwendig mit sich bringt, ist es zuzuschreiben, warum diese Maschinen ihrer übrigen Vorzüge ungeachtet in England nicht in Aufnahme kommen wollen.

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