Titel: Whytock's Verbesserungen in der Teppichfabrication.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1839, Band 73, Nr. XXXVIII./Miszelle 16 (S. 156–157)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj073/mi073038_16

Whytock's Verbesserungen in der Teppichfabrication.

Die verbesserte Methode, nach welcher Richard Whytock in Edinburgh in verschiedenen Fabricaten, namentlich aber in den Brüsseler, Wilton und türkischen Tapeten, Muster und Dessins aller Art erzeugen will, und auf die er am 8. Sept. 1832 ein Patent nahm, beruht darauf, daß der gewünschte Dessin mit Farben auf das Garn gedrukt wird, so daß die gemusterten Teppiche mit einfachen Stühlen und ohne daß man Jacquard-Stühle dazu brauchte, aus dem bedrukten Garne gewebt werden können. Der Patentträger sagt, daß er die Erfindung von Burnet Woodcroft, nach welcher die Kette, nachdem sie auf den Baum gebracht worden, gedrukt werden soll, so wie auch die Erfindung Schwabe's, der ein ähnliches Verfahren befolgte, wohl kenne; daß aber seine Methode von diesen beiden Erfindungen wesentlich abweiche. Das London Journal dagegen hält den Unterschied für ganz unerheblich und gibt als Beweis dafür in seinem lezten Aprilhefte S. 387 folgenden kurzen Auszug aus dem Patente Whytock's. „Das Garn wird fest auf einen Cylinder aufgewunden, und zwar mit Hülfe einer graduirten Scala, die sowohl nach der Länge als nach der Quere angewendet wird. Sämmtliche Fäden sind nach der Quere des Cylinders numerirt, und ebenso sind |157| auch die um den Cylinder herum befindlichen Längenräume, in welche die Fäden beim Weben zu liegen kommen, numerirt. Der Arbeiter drukt nach einer illuminirten Mustervorlage auf die entsprechenden Theile der Kette die einzelnen Farben des Musters und bedient sich zu diesem Zweke gefilzter Stäbe, welche in die Farben eingetaucht werden. Die Farben werden demnach auf die Garnfaden übergetragen, während diese über den Cylinder gespannt sind. Wenn die Farbe getroknet ist, zu welchem Zweke gehörige Vorsichtsmaßregeln getroffen sind, wird das Garn in losen Strähnen von dem Cylinder abgestreift, indem man einen Theil des Cylinders einsinken macht. Diese Strähne werden dann mit Dampf behandelt, um dadurch die Farben zu fixiren. Mit diesem bedrukten Garne werden in dem einfachen Webestuhle die gewünschten Dessins erzeugt.“

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