Titel: Godwin's Verbesserungen an den Pianofortes.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1839, Band 73, Nr. XXXVIII./Miszelle 23 (S. 159)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj073/mi073038_23

Godwin's Verbesserungen an den Pianofortes.

Das London Journal enthält in seinem diesjährigen Aprilhefte, S. 14, über die Verbesserungen, welche Hr. John Godwin, Pianofortemacher in Cumberland-Street in der Grafschaft Middlesex, am 8. März 1836 patentiren ließ, Folgendes. „Die Erfindung besteht in der Anordnung der Pianofortesaiten in zwei von einander geschiedenen Reihen, d.h. die Saiten, welche die drei ersten Octaven bilden, sind in parallelen Linien das Instrument entlang geführt, die übrigen dagegen in parallelen Linien, welche mit den ersteren spize Winkel bilden. Der Zwek, welcher hiedurch erreicht werden soll, ist, wie der Patentträger sich ausdrükt, eine mehr offene Scala (a more open scale) für die Saiten. Die Saiten sind auf die gewöhnliche Art gespannt; der Rahmen und der Steg der oberen Saitenreihe muß aber beiläufig um einen Viertelzoll höher stehen, als jener der unteren Reihe. Der Resonnanzboden muß an den zum Durchführen der Hämmer nöthigen Stellen ausgeschnitten und durch eiserne Stifte unterstüzt seyn. Der Vortheil, den diese Anordnung gewahren soll, ist, daß man den oberen Saiten eine größere Länge geben und mithin deren Töne vervollkommnen kann. Da sich die neue Saitenanordnung sowohl für stehende als auch für andere Arten von Pianofortes eignet, so brauchen wir der nach Umständen verschiedenen Fixirung der Saiten nicht zu erwähnen. Die Claviatur, welche so eingerichtet seyn kann, daß die Hämmer von Unten oder von Oben gegen die Saiten schlagen, bietet nichts Neues.“ – Wir erwähnen bei dieser Gelegenheit auch noch eines anderen Pianofortes, welches Pet. Friedrich Fischer, Kaufmann in Great Marlborough Street in der Grafschaft Middlesex, am 13. Mai 1835 patentiren ließ, welches aber dem London Journal nur ein Paradoxum von geringem Werthe zu seyn scheint. Die Töne werden nämlich an demselben durch die Schwingungen von Metallfedern, die schnekenförmig, im Zikzak oder anders gekrümmt seyn, oder auch aus geraden oder gabelförmigen Stäben bestehen können, hervorgebracht. Die Wirkung, welche die Berührung der Tasten hervorbringt, läßt sich, durch eine justirbare Vorrichtung verschieden modificiren. Der Resonnanzboden ist zum Behufe der Erzeugung eines klangvolleren Tones mit dem Trommelfelle einer Pauke in Verbindung gebracht. Das ganze Instrument endlich ruht auf Rollen, in deren Dillen Spiralfedern angebracht sind, damit das Instrument bei der Bewegung nicht in Unordnung geräth.

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