Titel: Clément's Uhr zum Messen der Geschwindigkeit der Schiffe.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1839, Band 73, Nr. XXXVIII./Miszelle 4 (S. 151–152)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj073/mi073038_4

Clément's Uhr zum Messen der Geschwindigkeit der Schiffe.

Man bedient sich zur See zum Messen der Geschwindigkeit, mit der ein Schiff treibt, gewöhnlich einer Knotenschnur, welche man auswirft, und deren Ablaufen man mit einer Art von Sanduhr mißt. Dieses Verfahren, welches immer nur sehr mangelhafte Resultate gab, dürfte durch das einfache Instrument, welches Hr. Clément in Rochefort erfand, in Kürze eine gänzliche Umwandlung erleiden. Dieses Instrument, welches der Erfinder Montre á sillage nennt, besteht in der Hauptsache aus zwei Uhren, von denen die eine, welche nach den gewöhnlichen Regeln der Uhrmacherkunst gearbeitet ist, die Zeit anzudeuten hat, während die andere durch die Anstrengung, welche das Fahrzeug zum Behufe der Ueberwindung des Widerstandes des Wassers macht, in Bewegung gesezt wird. Von lezterer Uhr läuft eine leichte Kette an das Ende eines Hebels, welcher seinerseits durch einen sehr einfachen Mechanismus mit einer Metallkugel, die unter dem Kiele in das Meer untertaucht, communicirt. Diese Kugel, die bei absoluter Ruhe gar keine Wirkung ausübt, erzeugt dagegen in der ganzen Vorrichtung eine bedeutende Spannung, sobald der Widerstand, den das Wasser gegen die Bewegung des Fahrzeuges leistet, auch auf sie wirkt. Da nun dieser Widerstand um so größer ist, je rascher der Lauf des Fahrzeuges ist, so folgt hieraus, daß die Wirkung, welche der Widerstand durch die Kugel auf die Uhr hervorbringt, jederzeit ein genaues Maaß für die Geschwindigkeit gibt. – Wenn der Wind von der Seite an das Fahrzeug anprallt, so wird ein Theil seiner Kraft zum Vorwärtstreiben verwendet, während der andere Theil eine größere oder geringere Abweichung des Schiffes von seiner Richtung bewirkt. Die Mittel, deren |152| man sich zur Bestimmung dieser Abweichung bedient, sind noch mangelhafter als die eben besprochenen Mittel zur Bestimmung der Geschwindigkeit. Hr. Clément wußte auch sie durch einen sehr einfachen Mechanismus zu ersezen. Er führt nämlich senkrecht durch den Kiel eine Röhre, in welcher sich eine Metallstange frei bewegen kann. An dem unteren Ende dieser Stange befindet sich eine im Wasser untergetauchte Windfahne, an dem oberen Ende dagegen befindet sich ein Zeiger, dessen Andeutungen mit jenen des Compasses verglichen, auf einem besonderen Zifferblatte die wahre Richtung des Fahrzeuges angeben. – Hr. Clément hatte ferner die Idee, in einer der Röhren seines Apparates einen Bréguet'schen Spiral-Thermometer anzubringen, welcher, indem er beständig mit dem Seewasser in Berührung stünde, die in diesem vorkommenden Temperatur-Veränderungen, deren Kenntniß in vielen Gewässern von großem Nuzen ist, andeuten würde. (Mémorial encyclopédique. März 1839)

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