Titel: Ueber einen Compensations-Barometer von der Erfindung des Hrn. Howlett.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1839, Band 73, Nr. XXXVIII./Miszelle 5 (S. 152)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj073/mi073038_5

Ueber einen Compensations-Barometer von der Erfindung des Hrn. Howlett.

In der am 21. März l. J. gehaltenen Sizung der Royal Society beschrieb Hr. Samuel B. Howlett Esq. einen von ihm erfundenen, zu meteorologischen Zweken geeigneten Compensations-Barometer, welcher keiner Correctionen nach der Temperatur bedarf. Dieses Instrument hat neben der gewöhnlichen auf übliche Art in einem Queksilbergefäße umgekehrten Barometerröhre noch eine zweite Röhre, welche gleichfalls mit Queksilber gefüllt ist, aber nur bis zu einer Höhe von 28 Zollen über dem Niveau des Queksilbers im Gefäße. Diese Röhre ist an ihrem unteren Ende geschlossen und an einem Schwimmer befestigt, welcher von dem Queksilber im Gefäße getragen wird; an ihrem oberen Ende ist eine elfenbeinerne Scala von drei Zollen in der Länge angebracht. Die Höhe des Queksilbers in der Barometerröhre wird durch die Differenz zwischen ihrem Niveau und jenem des Queksilbels in der geschlossenen Röhre bestimmt, und an der elfenbeinernen Scala mit Hülfe eines horizontalen Zeigers, welcher beide Röhren umfaßt und sich senkrecht längs ihnen schiebt, gemessen. Da der Schwimmer, welcher die geschlossene Röhre, an der sich die Scala befindet, trägt, frei auf dem in dem Gefäße enthaltenen Queksilber aufruht, und sich folglich stets nach dem Niveau dieser Flüssigkeit justirt, so bedarf es keiner Correction für den Nullpunkt; und da jeder Temperaturwechsel die in beiden Röhren enthaltenen Queksilbersäulen auf gleiche Weise afficiren muß, so muß, nachdem die Scala so adjustirt worden, daß sie bei einer bestimmten Temperatur, z.B. bei 32° F., eine richtige Lesung gibt, was durch einen Vergleich mit einem Muster-Barometer leicht bewerkstelligt werden kann, jede andere Lesung derselben Temperatur entsprechen, so daß keine weitere Correction mehr erforderlich ist. Der Erfinder betrachtet den Irrthum, welcher aus der mit den verschiedenen Längen der beiden Queksilbersäulen correspondirenden Differenz in der Ausdehnung erwächst, und welcher selten den hundertsten Theil eines Zolles betragen dürfte, für zu gering, als daß er bei gewöhnlichen Beobachtungen in Betracht zu ziehen käme. Hr. Howlett legte zugleich mit seinem Barometer auch ein Schreiben des Sir John Herschel vor, in welchem dieser die vergleichsweisen Beobachtungen angibt, welche er mit dem neuen und einem zu Höhenmessungen eingerichteten Barometer anstellte, und aus denen hervorgeht, daß der Compensations-Barometer wirklich viele lästige Berechnungen erspart. Die in einer Tabelle zusammengestellten Differenzen zwischen den Angaben beider Barometer wechselten von + 0,012 bis zu – 0,016 eines Zolles. (Civ. Eng. and Archit. Journ. Mai 1839.)

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