Titel: Kennedy's Schuzmittel gegen die Incrustation der Dampfkessel.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1839, Band 73, Nr. L./Miszelle 1 (S. 234–235)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj073/mi073050_1

Kennedy's Schuzmittel gegen die Incrustation der Dampfkessel.

Das Nautical Magazine enthält folgende amtliche, von Lieutenant Kennedy und Hrn. Johns, Ingenieur des königl. Dampfbootes Spitfire abgefaßte Notiz über das von ersterem angegebene, in unserer Zeitschrift schon öfter erwähnte Schuzmittel gegen die Incrustation der Dampfkessel. „Für ein Dampfschiff erster Classe soll man die Mischung so bereiten, daß auf 16 Pfd. geschmolzenen Talg 2 Pfd. Graphitpulver kommen. Diese Mischung muß, nachdem sie gut abgerieben worden, nach jeder Fahrt von einiger Dauer und je öfter um so besser mit einer gewöhnlichen Theerbürste auf die innere Wand der Röhren und Feuerstellen und überhaupt auf alle die inneren Kesseltheile, in so fern man zu ihnen gelangen kann, aufgetragen werden. Die Kessel müssen dabei wie gewöhnlich alle 2 Stunden ausgeblasen werden; denn man darf nicht glauben, daß ohne diese Vorsicht das Schuzmittel die Kessel vor Incrustation zu bewahren vermag. |235| Durch das Ausblasen wird der größte Theil des Niederschlages entfernt, und das, was nach kurzen Fahrten von solchem zurükbleibt, läßt sich leicht mit der Hand und mit Werg wegwischen. Sollte sich nach längeren Fahrten dennoch eine dünne Kruste an den Kesselplatten gebildet haben, so wird diese auf einen einfachen Schlag in großen Stüken, die an der inneren Seite mit Graphit überzogen sind, abfallen. Man braucht hiezu keine Ausbrechhammer zu nehmen, denn diese machen die Platten nur rauh und uneben und dadurch mehr geneigt zum Ansezen und Festhalten von Niederschlägen. Für die kleineren Dampfboote werden für jede Fahrt 10 Pfd. Talg und 1 1/2 Pfd. Graphit hinreichen; bei großen Fahrten ist diese Quantität zwei Mal zu brauchen. Der Spitfire fuhr von Malta nach Corfu und zurük und dann von Malta nach Gibraltar und zurük, und wendete den Anstrich wegen Mangels an Zeit nur ein Mal an. Wir sind überzeugt, daß, wenn die angegebene Mischung oft und gehörig angewendet wird, und wenn nebenbei das Ausblasen der Kessel wie gewöhnlich vorgenommen wird, die Kessel wenigstens um ein Viertheil länger dauern werden, und daß man außerdem eine große Ersparniß an Kohlen und an Arbeit erzielen wird. Je länger und je öfter man sich der Mischung bedient, um so reiner werden die Kessel innen aussehen, selbst wenn die Speisung mit Seewasser zu geschehen hat, wie dieß bei dem Spitfire durch 18 Monate der Fall war.“

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