Titel: Paimboeuf's Anstrich als Schuzmittel gegen Feuersgefahr.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1839, Band 73, Nr. L./Miszelle 10 (S. 239)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj073/mi073050_10

Paimboeuf's Anstrich als Schuzmittel gegen Feuersgefahr.

Zu den Patenten, welche in den Vereinigten Staaten jüngst einiges Aufsehen erregten, gehört dem Franklin Journal gemäß jenes, welches Hr. Louis Paimboeuf von Washington am 11. November 1837 auf einen Anstrich nahm, der als Schuzmittel gegen Feuersgefahr dienen soll. Dieser Anstrich nun, der, wie unsere Leser gleich sehen werden, ein aufgewärmter Plunder ist, ist ein doppelter, je nachdem die dazu verwendeten Ingredienzien mit Oehl oder mit Wasser angemacht werden, in welch lezterem Falle er weit schneller troknet und von dem Patentträger besonders empfohlen wird. Man sott der Vorschrift gemäß Aezkalk der besten Qualität mit soviel Wasser löschen, als zum Löschen eben erforderlich ist, und diese Operation, von der sehr viel abhängen soll, in einem bedekten Gefäße vornehmen. Den gelöschten Kalk soll man, nachdem er abgekühlt ist, mit Wasser oder abgerahmter Milch oder einem Gemisch aus beiden zu einer Flüssigkeit von der Rahmsconsistenz anrühren. Anstatt der Milch kann man auch Wasser, in welchem etwas Reis abgesotten worden, anwenden. Auf je 100 Gallons dieser Flüssigkeit soll man 20 Pfd. Alaun, 15 Pfd. Potasche und einen Bushel Kochsalz zusezen. Soll der Anstrich eine weiße Farbe bekommen, so kann man ihm diese durch Zusaz von Gyps geben; sonst aber kann man anstatt der Potasche auch die Asche irgend eines harten Holzes anwenden. Die Mischung soll durch einen feinen Seiher geseiht und hierauf in einer Farbmühle abgerieben werden, womit der Anstrich fertig ist. Man soll ihn, wenn man sich seiner bedienen will, und wenn die Witterung nicht sehr warm ist, etwas erwärmen; gefrieren darf er während der Anwendung gar nie, weil er sonst seine Bindungskraft verliert. Ein dreimaliges Anstreichen wird für alle Fälle ausreichen; zu dem ersten Anstriche soll man die Mischung etwas dünner nehmen. Will man ihn als Anstrich für Dächer oder zum Bewurfe von Mauern verwenden, so kann man auf 10 Gallons ungefähr ein Pfund weißen Sand zusezen, indem dieser seine Bindungskraft bedeutend erhöht. – Zur Bereitung des Oehlanstriches soll man auf 40 Gallons guten gesottenen Leinöhles soviel feinen troken gelöschten Kalk nehmen, als nöthig ist, um die gehörige Consistenz zu erzielen, und dann noch 2 Pfd. Alaun, 1 Pfd. Potasche (statt der man auch 8–10 Pfd. gute Holzasche anwenden kann), und 8 Pfd. Kochsalz zusezen. Bei der Anwendung dieses Anstriches ist besonders darauf zu sehen, daß die erste Schichte gut getroknet ist, bevor man die zweite aufträgt. Man kann ihm durch Zusaz verschiedener Farbstoffe beliebige Farben geben. – Der Patentträger versichert, daß seine Mischung als Anstrich für Dächer verwendet, 5 Jahre lang gut hält; nach den zu Philadelphia angestellten Versuchen wird er aber in kurzer Zeit vom Regen weggewaschen, wenn er sich nicht gar abblättert, so daß er durchaus nicht empfohlen werden kann.

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