Titel: Julienne's Maschine zur Ziegelfabrication.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1839, Band 73, Nr. L./Miszelle 5 (S. 237)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj073/mi073050_5

Julienne's Maschine zur Ziegelfabrication.

Der Moniteur industriel vom 14. März 1839 enthält Nachstehendes über eine Maschine, welche in der Ziegelfabrik des Hrn. Hébert in Mesnil-Esmard bei Rouen arbeitet, und welche von einem Hrn. Julienne herrühren soll. „Die Maschine besteht aus einem horizontalen Rade, dessen stehende Welle in entsprechenden Halsringen und Pfannen läuft. Am Rande dieses Rades befinden sich Model, die von Unten mittelst hölzerner Kolben, von Oben hingegen mit Dekeln, die sich in Charniren bewegen, geschlossen sind. Wenn der Model mit Thon gefüllt ist, wird der Dekel nieder geschlossen, wo ihn dann eine Schrägfläche, die nach Art eines Keiles wirkt, niederdrükt. Nach erfolgtet Pressung wird der Kolben durch eine ähnliche Schrägfläche emporgetrieben, womit der Ziegel aus dem Model herausgetrieben wird, und an den Troknenplaz geschafft werden kann. Der Thon wird frisch gestochen und ohne vorläufige Zubereitung in einen Trichter geworfen, in welchem er zertheilt wird, und aus dem er in die Model gelangt. Zwei oder drei Pferde sezen die ganze Maschine in Bewegung; zwei Arbeiter werfen Thon in den Trichter, 6 Jungen schaffen die ausgepreßten Ziegel an die Troknenstelle; ein Aufseher leitet die Maschine und überwacht das Ganze. Das dieser Maschine zum Grunde liegende Verfahren unterscheidet sich von allen übrigen dadurch, daß der Thon ohne alle Zubereitung verarbeitet wird. Die Ziegel bekommen eine starke Pressung und werden dadurch dichter und trokner, weßhalb sie sich auch leichter handhaben, troknen und brennen lassen. Die Ziegel, deren man in der genannten Fabrik aus einem mageren, stark mit Kalk und Sand vermengten Thone täglich mehr als 16,000 erzeugt, sind sehr gut geformt und sehr hart. Die am stärksten gebrannten sind schwarz und verglast. Das Tausend gilt 20 Fr., also beinahe um die Hälfte weniger als die gewöhnlichen Ziegel. Die neue Maschine scheint vor jener Terrasson's die von den vielen projectirten Ziegelmaschinen die einzige ist, welche in Frankreich in Aufnahme kam, den Vorzug zu verdienen, indem bei dieser der Thon vorläufig präparirt und dann ausgewalzt werden muß; noch mehr ist sie der amerikanischen Maschine vorzuziehen, an welcher der Thon vor dem Formen der Ziegel eigens gestampft wird.“

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