Titel: Houyau's Mühlsteine.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1839, Band 73, Nr. L./Miszelle 6 (S. 237–238)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj073/mi073050_6

Houyau's Mühlsteine.

Bei der in Angers gehaltenen Industrieausstellung bemerkte man ein Paar Mühlsteine, welche von Hrn. Houyau, Mechaniker in Angers, geliefert wurden, und die eine verbesserte Einrichtung zeigten, über welche der Bulletin de la Société industrielle d'Angers in seiner Nr. 5 Nachstehendes berichtet. „Die beiden Mühlsteine befinden sich in einem abgedrehten gußeisernen Beken. Der obere oder der Läufer kann mit Hülfe von vier Schrauben, die in seiner ausgebrochenen Mitte im Kreuze gestellt sind und gegen Federn drüken, vollkommen im Gleichgewichte und in horizontaler Stellung erhalten werden. Der Bodenstein ist gleichfalls in der Mitte ausgebrochen, und in diese Mitte ist eine Büchse eingesezt, welche mit einem Drahtsiebe, auf welches das zu mahlende Getreide von einem Trichter her gelangt, bedekt ist. Das Getreide unterliegt demnach, bevor es zwischen die Mühlsteine geräth, einer Art von Reinigung, so daß es von dem ihm allenfalls noch anklebenden Staube befreit wird. Zugleich gewährt aber die in |238| der Mitte ausgebrochene Oeffnung auch noch den Vortheil, daß durch sie die zwischen den Mühlsteinen befindliche Luft erneuert und mithin das Mehl abgekühlt wird, wodurch es an Güte gewinnt. Zu noch größerer Abkühlung des Mehles trägt ferner ein Mühlbottich von neuer Form, der rings um die Mühlsteine herum den Zutritt der Luft gestattet, bei. Der Parallelismus, welcher während des Ganges der Mühle zwischen den Steinen erhalten wird, vermindert die Reibungen und die Verwandlung der Kleien zu Pulver, weßhalb sie sich also nicht unter das Mehl mengen kann. Die Steine sind auf englische Art behauen. Es wäre sehr zu wünschen, daß diese Einrichtung in den Mühlen Eingang fände; allein es steht zu befürchten, daß dieß nur sehr langsam geschehen dürfte, weil ein nach Houyau's System eingerichtetes Paar Mühlsteine beinahe noch einmal so viel kostet als ein gewöhnliches Paar, und weil die meisten Müller nur auf den Preis zu sehen gewohnt sind. Des höheren Preises ungeachtet gewahren aber die neuen Steine die bessere Qualität des Mehles, wovon sogar aus einer gleichen Menge Getreides eine etwas größere Menge erzielt wird, in Anschlag gebracht, eine Ersparniß, die noch dadurch erhöht wird, daß der ganze Apparat beinahe keine Unterhaltungskosten veranlaßt und viel länger dauert als der gewöhnliche. Hr. Moreau-Maugars, welcher ein Jahr lang ein Paar der neuen Mühlsteine zur Probe-hatte, ist entschlossen, seine ganze Anstalt mit solchen zu versehen. (Mémorial encyclopédique.)

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