Titel: Dubochet's Methode aus Schilf Papier zu fabriciren
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1839, Band 73, Nr. L./Miszelle 9 (S. 238–239)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj073/mi073050_9

Dubochet's Methode aus Schilf Papier zu fabriciren

wird im 33sten Bande der Description des brevets d'invention auf nachstehende Art beschrieben. „Das Schilf wird, nachdem man Wurzel und Kopf davon abgeschnitten, in Stüke von einem bis zu 3 Zoll in der Länge geschnitten, dann in der in den Papierfabriken gebräuchlichen Stampfe gestampft und hierauf zum Behufe der Röstung in einen geschlossenen Bottich gebracht. In diesem Bottiche muß sich eine äzende Lauge, die aus Soda und gelöschtem Kalke bereitet wird, befinden. Aus dem hiezu bestimmten Gemenge von Soda und gelöschtem Kalke bereitet man sich zuerst eine Lauge von 20–25 Grad; und durch weitere |239| Behandlung des Rükstandes bereitet man sich noch zwei andere Laugen, von denen die eine 10–15 und die andere 4–5 Grad hat. Das Laugenbad, welches zur Röstung des Schilfes dient, soll mit Dampf geheizt werden. Der aus ihm kommende Zeug wird zwischen Cylindern gemahlen und dann nach dem üblichen Verfahren zu Papier verarbeitet. Das aus dem Schilfe fabricirte Papier eignet sich zu allen Zweken, zu denen das aus Lumpen gewonnene Papier verwendet wird“ – Wir hängen diesem Patente auch noch ein anderes an, welches am 22. Februar 1838 von Isaac Sanderson in Milton im Staate Massachusetts genommen wurde, und in welchem die Fabrication eines braunen Papieres aus einem Grase, das an den dortigen Küsten häufig wächst, und unter dem Namen Sandgras (sand-grass) bekannt ist, beschrieben wird. Dieses Gras wird nämlich, nachdem es gemäht und getroknet worden, ungefähr zwei Stunden lang über Feuer oder mit Dampf in einer Kalk- oder Potaschenlauge gesotten, zu der man auf ein Hogshead Wasser 1 1/2 Mezen (pecks) Kalk oder 3 Pfd. Potasche nehmen soll. Das in dieser Lauge gesottene Gras wild in Stüke von 2–3 Zoll Länge geschnitten, in die Stampfmaschine gebracht, wobei man während des Stampfprocesses dem Wasser auf 200 Pfd. Gras 6 Pfd. Potasche und eine halbe Pinte Thran- oder Wallrathöhl zusezen soll. Die weitere Behandlung ist die bei der gewöhnlichen Papierfabrication übliche. (Aus dem Franklin Journal. Decbr. 1838.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: