Titel: Martin's Composition für Stukarbeiten, künstlichen Marmor und andere künstliche Steine.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1839, Band 73, Nr. LXXII./Miszelle 5 (S. 316)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj073/mi073072_5

Martin's Composition für Stukarbeiten, künstlichen Marmor und andere künstliche Steine.

Das Patent, welches am 8. Oktober 1834 dem Richard Freen Martin, Gentleman von den Hercules-Buildings in der Grafschaft Surrey, ertheilt worden, beruht auf der Vermengung von Gyps mit einigen anderen Materialien, und auf der Calcinirung des bereiteten Gemenges, um dadurch sehr feine und harte künstliche Steinmassen zu erzeugen. Das in der Beschreibung des Patentes angegebene Verfahren ist im Wesentlichen Folgendes: Man mahlt eine beliebige Quantität Gyps, wie man ihn zu Stukarbeiten zu verwenden pflegt, oder auch alte, aus Gyps gearbeitete Gegenstände zu feinem Pulver. Sodann löst man ein starkes Alkali, z.B. amerikanische Perlasche in einem Gallon Wasser auf, sezt der Auflösung so lange kleine Quantitäten Schwefelsaure (!) zu, als noch ein Aufbrausen erfolgt; und bringt endlich die ganze Masse durch Zusaz von Wasser bis auf 8 Gallons. Mit dieser Flüssigkeit vermengt man so viel von dem gemahlenen Gypse, daß sie eine zum Gießen geeignete Consistenz erlangt. Die gegossenen Steine oder Blöke werden zulezt in einem Ofen oder in Retorten, wie man sie in den Gaswerken hat, durch und durch zum Rothglühen gebracht, wodurch sie eine solche Härte erlangen, daß sie als künstliche Steine benuzt werden können. Der Patentträger bemerkt, daß seiner Erfahrung nach die Perlasche und die Schwefelsäure dem fraglichen Zweke am besten entsprechen; er scheint also nicht zu wissen, daß er durch schwefelsaures Kali oder auch Glaubersalz dasselbe Resultat erhalten hätte. (Aus dem London Journal. Jun. 1839.)

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