Titel: Ueber den artesischen Brunnen in Grenelle und dessen Temperatur.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1839, Band 73, Nr. CV./Miszelle 10 (S. 462–463)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj073/mi073105_10

Ueber den artesischen Brunnen in Grenelle und dessen Temperatur.

Man ist gegenwärtig, wie Hr. Arago kürzlich der Akademie in Paris berichtete, an dem artesischen Brunnen, welcher in Grenelle gebohrt wird, bis in eine Tiefe von 483 Meter gelangt. In einer Tiefe von 460 Meter veränderte sich das weiße Kreidenlager in eine grünliche Schichte, welche auf die Erreichung des Thonlagers hoffen ließ. Dermalen wurden mit der Sonde schwarze Fragmente |463| heraufgeschafft, so daß das Wasser wahrscheinlich nicht mehr sehr ferne seyn dürfte. Die Bestimmung der in dieser Tiefe herrschenden Temperatur ist von hohem Interesse, allein wegen der vielen Ursachen, welche Anlaß zu irrigen Resultaten geben können, auch sehr schwierig. So mußte man den Thermometern mit Inder entsagen; und auch der Thermometer á déversement lieferte in Folge der Erschütterungen, die er erlitt, wenn man ihn versenkte, irrige Angaben; denn das gegen das obere Ende geschleuderte Queksilber wurde in die Capillarröhre getrieben, wodurch ein rein mechanischer Austritt einer gewissen Metallmenge veranlaßt wurde. Diesem Uebelstande ließ sich durch eine Erweiterung, die man oben anbrachte, abhelfen. Der Löffel, in welchem man das Instrument versenkte, mußte mit einer Schnur geführt werden, denn der Mulot'sche Apparat entwikelte durch die Reibung an den Röhren zu viele Wärme. Um sich endlich auch gegen den Einfluß des erhöhten atmosphärischen Drukes sicher zu stellen, wurden die Thermometer mit Röhren umgeben, und zwar so, daß zwischen dem Instrumente und der Röhre ein Raum von einem Millimeter blieb. Bei diesen Vorsichtsmaßregeln gaben 6 Thermometer in einer Tiefe von 481 Meter eine Temperatur von + 27,5° C. Dieß gibt von der Temperatur des Kellers des Observatoriums in Paris ausgegangen, welche in einer Tiefe von 28 Meter + 11,7° C. beträgt, eine Zunahme von 1° C. in 29 Meter. (Echo du monde savant, No. 462.)

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