Titel: Bericht über Schafzucht in Rußland.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1839, Band 73, Nr. CV./Miszelle 16 (S. 464–468)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj073/mi073105_16

Bericht über Schafzucht in Rußland.

Jeder Fortschritt einer Industrie bringt auch wieder neue Bedürfnisse für dieselbe mit sich. Die veredelte Schafzucht, die nunmehr fast allgemein auf den Gütern der Grundbesizer im südlichen und innern Rußland eingeführt ist, erfordert gegenwärtig von der kaiserlichen Moskau'schen Akerbau-Gesellschaft eine ganz andere Art von Beiwirkung, als es vor zwölf Jahren erforderlich war. Jezt ist es weniger nöthig, die Landwirthe zu Anlagen von Schäfereien aufzumuntern und sie auf die Vortheile, die sie aus ihnen ziehen können, aufmerksam zu machen. Man muß sich vielmehr bemühen, Verbesserungen einzuführen, eine bessere Behandlung der Wolle zu veranlassen, hauptsächlich aber den Wollhandel in einen solchen Zustand zu versezen, welcher, ohne ihn zu einem Monopol zu machen, doch die Schafzüchter rüksichtlich des angewandten Capitals |465| sicher stellen, ihnen für ihre Mühe eine angemessene Belohnung verschaffen, den Fabrikanten aber und den ausländischen Abnehmern Bürgschaft gewähren würde, Wolle von der verlangten Beschaffenheit und zu angemessenen Preisen zu erhalten. In Uebereinstimmung mir diesen Bedürfnissen verfuhr die Gesellschaft auf zweierlei Weise; sie bemühte sich: erstens die russischen Schafzüchter mit den berühmtesten Werken ausländischer Landwirthe über diesen Gegenstand bekannt zu machen, und zweitens: die genauesten Notizen rüksichtlich der Bestände der russischen Schäfereien und der Ursachen, die ihrem Gedeihen hinderlich seyn könnten, einzusammeln.

Die Auswahl der Werke betreffend, war sie der Meinung, daß allgemeine Regeln und Anweisungen schon in hinreichender Menge in russischer Sprache gedrukt wären, sowohl in Auszügen und kürzeren Aufsäzen, die sich in den ersten drei Jahrgängen des Journals für Schafzüchter gedrukt befinden, als auch durch Uebersezung der Werke Jotam's, Koppe's und Schmalz's. Die Gesellschaft hielt es daher für nöthig, von dem Allgemeinen in das Speciellere überzugehen, zur Belehrung in dem mehr Wissenschaftlichen der Schafzucht, ohne welches tiefere Eingehen in die Sache keine solide und sichere Fortschritte möglich sind. – Die Abhandlungen, die in diesem Sinne in das Journal für Schafzucht aufgenommen wurden, können in folgende Abtheilungen gebracht werden:

I. Den Unterhalt der Schafe betreffend: Elsner: 1) „Wie muß es der Schafzüchter anfangen, um die Race seiner Schafe zu verbessern?“ 2) „Ueber die Nothwendigkeit der Bildung guter Schäfer;“ 3) „Anweisung für Schafzüchter, gegründet auf Versuche und Beobachtungen, die in den besten sächsischen Schweizereien angestellt wurden.“ Löhner: „Ueber die Erhaltung der Schafe im gefunden Zustande, und von der Classification und Numerirung der Schafe.“ Wagner: „Ueber die Merinos und ihre Wolle.“

II. Die Fütterung betreffend: B. Petri's vortreffliche Abhandlung: „Ueber die Fütterung des Viehes mit Schnittwerk.“ Schmalz: „Ueber das Weiden der Schafe auf Brachfeldern.“ Tollar: „Ueber die Vortheile der Stallfütterung der Schafe mit Wurzelwerk “ Boussingault: „Ueber die Quantität der nährenden Bestandteile in verschiedenen Futterarten.“

III. In Betreff der Wolle: Wagner: „Ueber die Eigenschaften und die Behandlung der Wolle.“ Elsner: „Das Waschen der Wolle.“ Féburier: „Beschreibung des Waschverfahrens, wie es in Frankreich, Deutschland, Spanien und England eingeführt ist.“ Baumé: „Vergleichende Uebersicht des Preises und des Werthes der Wolle;“ und Petri: „Untersuchung der Feinheit der Wolle der vorzüglichsten Schafracen.“

Petri sammelte Proben der vorzüglichsten Arten von Wolle aus allen Gegenden der Erde und bestimmte ihre Feinheit mit dem Dollond'schen Wollmesser. Das feinste Lammhaar zeigte nach seiner Messung 3–4 Grad. Solche Wolle kommt gar nicht in den Handel. Die beste russische Electa aus den Schäfereien des Fürsten Kotschudei und des Grafen Nesselrode hat 6–7 Grad, und steht daher keiner Art von Merinoswolle nach. Die gemeine russische Wolle hat 55 Grad, die schlenskische 22 Grad. (Man vergleiche Corda's Resultate S. 299 in diesem Bande des polyt. Journals.) Diese Abhandlungen, besonders die von Baumé und Petri, können dazu dienen, unsere Schafzüchter damit bekannt zu machen, welche Eigenschaften der Wolle auf den europäischen Märkten und von den Manufacturisten unerläßlich gefordert werden, und welche Mängel vermieden werden müssen, wenn sie wünschen, daß ihre Wolle Absaz im Auslande finden soll.

Beschreibungen örtlicher Verfahrungsarten in Betreff der Schafzucht in ausländischen Schäfereien enthielten nachstehende Abhandlungen: a) gegenwärtiger Zustand der Schafzucht in Frankreich, und b) Schafzucht in Spanien.

Als die sächsische Regierung zum ersten Male Merinos aus Spanien kommen ließ, schikte sie Commissare dahin, mit Instructionen, in denen alle wesentlicheren Punkte in Betreff der Pflege und der Fütterung der spanischen Schafe berüksichtigt waren. Die Abhandlung, die in das russische Journal aufgenommen wurde, enthielt von Vogler, einem jener sächsischen Commissäre, die Antwort auf jene Fragen.

Die Abhandlung von Hrn. Sutei, einem Londoner Wollsortirer: „Anweisung, wie die Schafzucht und Wollsortirung in Australien verbessert werden könnte“, kann auch russischen Schafzüchtern als Anweisung dienen. Die Erfahrungen, die uns in den erwähnten Abhandlungen sowohl, als in Aussäzen, wie |466| folgende: „Von dem gegenwärtigen Zustande der preußischen Schäfereien“; „Einführung von veredelter Schafzucht in Nordamerika“ und „Beschreibung der Anstalten zur Förderung veredelter Schafzucht in Mecklenburg“ mitgetheilt werden, geben den russischen Schafzüchtern die Möglichkeit an die Hand, sich sowohl über den allgemeinen Zustand und den Gang der europäischen Wollproduction, als auch über die zeitgemäßen Ansprüche des Handels und der Manufacturisten an die Wollproducenten, aufzuklären.

Aus demselben Grunde wurden auch zu seiner Zeit Nachrichten über den Gang des Wollhandels auf den bekanntesten in- und ausländischen Wollmärkten gegeben, namentlich über den Markt zu Lemberg, Berlin, Warschau, Charkow und Ekatherinoslaw; von dem Gange der Geschäfte der St. Petersburg'schen Compagnie für Schafzucht in Südrußland, und von den Fortschritten der Neubeerberg'schen Schäferei, die von dem Grafen Wasiltschikoff, Fürsten Kotschubei, Herrn Seniäwin und Baron Bissing gegründet wurde.

Unterdessen fanden sich viele Landwirthe durch die übermäßige Verbreitung der Merinos und durch das dadurch herbeigeführte Sinken der Preise der feinern Wollsorten bewogen, ihr Augenmerk auf Erzeugung von Kammwolle zu richten. Aus dem Briefwechsel des Hrn. Direktors der Gesellschaft mit Hrn. Kaulei, einem englischen Kaufmanne, der im Journal für Schafzüchter abgedrukt wurde, ist zu ersehen, was für bedeutende Vortheile man von der Zucht der langwolligen englischen Schafe erlangen könnte, und unter welchen Bedingungen Hr. Kaulei sich bereit erklärt hat, in der Nähe von Moskau eine Heerde Leicester'scher und Tofanter'scher Schafe einzuführen. Nach seiner Angabe gibt ein Schaf jener beiden Racen im Mittel 10 1/2–12 1/2 Pfd. (7 1/2–9 bayer. Pfd.) Wolle von der Länge von 8–12 Zoll, und wiegt im gut gefütterten Zustande 5–6 Pud (1 1/2–1 4/5 Cntr.), so daß ein Schaf 2 1/2–3 Pud (70–90 Pfd.) Talg gibt.78) Die Gesellschaft hat außerdem noch mehrere andere Aufsäze, rüksichtlich dieses Gegenstandes, druken lassen, und in einer ihrer lezten Sizungen, auf Vorschlag des Hrn. v. Samarin, den Director der Gesellschaft beauftragt, mit Hrn. Kaulei wegen Anschaffung einer Heerde Leicester'scher Schafe zu unterhandeln. Die Gesellschaft zweifelt nicht, daß die Einführung der langwolligen englischen Schafe in Rußland möglich und vorteilhaft sey.

Ein Gegenstand von dringendster Notwendigkeit ist die Herausgabe eines Handbuchs über Behandlung der Schafkrankheiten. Auf Veranstaltung der Gesellschaft wurde schon der Anfang durch Uebersezung und Herausgabe von Beschreibungen der in unserm Klima am häufigsten vorkommenden Schafkrankheiten gemacht. Die in dieser Hinsicht erschienenen Aufsäze sind folgende: Grünwald: „Beobachtungen über die paralytische Schwäche der Lämmer;“ „von der Gelbsucht der Schafe;“ „von der Schafrinde.“ Kanert: „Beobachtungen über die Schafpoken;“ und Schrader: „Kurze aber vollständige Anweisung zur Heilung der Schafkrankheiten.“ Diese Abhandlungen wurden auf Veranstaltung der Gesellschaft gedrukt und vertheilt. Auch wurde von der Gesellschaft beschlossen, mit der Herausgabe der Beschreibung von Schafkrankheiten, der Nachfrage gemäß, |467| fortzufahren. Gegenwärtig ist die Abhandlung: „Ueber das Hinken der Lämmer“ unter der Presse; ein Unternehmen, welches der Hr. Commerzienrath Schiraeff auf eigene Kosten zu bestreiten unternommen hat.

Die Verbindungen der Gesellschaft mit ihren Correspondenten haben keine Unterbrechung erlitten. Außerdem, daß sie Nachrichten aus fast allen Gouvernements, in denen man sich mit Schafzucht beschäftigt, erhielt, haben auch viele Mitglieder thätigen Antheil an den Beschäftigungen der Gesellschaft genommen. Der ehemalige Generalgouverneur des östlichen Sibiriens, Hr. v. Bronewski, und das Mitglied, Hr. Basnin, ertheilten der Gesellschaft fortwährend Nachricht über den Zustand der veredelten Schafzucht in Ostsibirien. Nach dem Zeugniß des Hrn. General Bronewsky verdankt die sibirische Schafzucht sehr viel den Bemühungen und dem Eifer des Hrn. Oberstlieutenants Slobin, welcher auch eine Anweisung zur Schafzucht für die dortigen Gegenden schrieb. Das Mitglied, Hr. Schumakoff, stellte der Gesellschaft einen sehr beachtenswerthen Aufsaz zu: „Ueber die Landwirthschaft, namentlich in Bezug auf die veredelte Schafzucht im Dneprow'schen Kreise“ und einen andern nicht weniger interessanten: „Anweisung für diejenigen, welche veredelte Schafzucht in Neurußland einzuführen wünschen.“ Beide Aufsäze enthalten viele interessante Bemerkungen über den Zustand der Schafzucht in jenen Gegenden, über die Ursachen, welche die Ausbreitung dieser Industrie verzögern, über die Krankheiten, die dort am häufigsten die Schafe befallen, und Berechnungen, aus denen hervorgeht, daß daselbst die Schafzucht auch dann noch Vortheil bringt, wenn die Preise der feinern Wolle auch bis auf 25 Rbl. per Pud heruntergehen sollten. Die Berechnungen des Hrn. Schumakoff werden übrigens durch die Angaben des Hrn. Demol bestätigt, die sich in seinem „Handbuche für die Schafzüchter Neurußlands“ befinden. Hr. Demol zeigt durch vergleichende Berechnungen, daß unter drei Arten von Hausthieren, deren Zucht die Landwirthe Neurußlands besonders beschäftigt, den Pferden, Ochsen und Schafen, die leztern bei weitem den größten Gewinn bringen.

Hr. Kiriakoff theilte der Gesellschaft sehr befriedigende Nachrichten von dem Zustande der Schafzucht im Cherson'schen Gouvernement mit: „Das Streben, Schafzucht bei sich einzuführen,“ schreibt Hr. Kiriakoff, „ist bei uns allgemein geworden. Die deutschen Colonisten namentlich beschäftigen sich mit dem besten Erfolge mit der veredelten Schafzucht. Sie verbreitet sich überhaupt so allgemein, daß die Pferdezucht, die früher bei uns einen der wichtigsten Zweige landwirthschaftlicher Industrie ausmachte, nicht allein in Verfall geräth, sondern ihrem gänzlichen Untergange nahe ist.“

Hr. Skiadan theilte der Gesellschaft einen sehr interessanten Aufsaz mit: „Ueber das vorteilhafteste Verhältniß zwischen der Anzahl von Teglos (Bauerfamilien), zu der Menge von Schafen und Land, und über die Vermehrung der Einkünfte der Güter durch veredelte Schafzucht.“ Nach seinen Berechnungen bringt die veredelte Schafzucht in allen Gegenden Rußlands, wo der Preis des Heues nicht höher als 25 Kop. per Pud, und der des Strohs nicht höher als 1 Rubel per Fuhre ist, auch dann noch Vortheil, wenn die Wolle zum Preise von 15 Rubel per Pud verkauft werden sollte, ein Preis, der übrigens nie vorkommen kann.

Hr. Rimsky-Korsakoff theilte der Gesellschaft seine Bemerkungen „Ueber das zeitige Lammen“ mit. „In Betreff der Verbreitung der Schafzucht“ bemerkte er, „daß sie sich in den Steppen ungemein vermehre; sogar in Gegenden, wo man bis jezt die veredelte Schafzucht nicht kennt, bemühe man sich, die gemeine Schafrace zu verbessern. Die Wolle, die aus jenen Gegenden auf die Markte gebracht werde, zeige sich merklich besser, als früher; die Hüter hatten aufgehört, die Wüsche im ersten besten schmuzigen Flüßchen vorzunehmen, sie fangen an, die Ställe reiner zu halten, und brachten auch ungewaschene Wolle zu Markte, bei deren Verkauf sich Käufer und Verkäufer besser ständen.“

Hr. v. Samarin theilte eine Beschreibung seiner Schäferei im Süßranskischen Kreise mit, welche eine besondere Berüksichtigung der Landwirthe verdient, weil die darin mitgetheilten Berechnungen einen sehr großen Zeitraum umfassen und deßhalb den überzeugendsten Beweis der Vortheile der Schafzucht gewähren. In dieser Beschreibung heißt es: „Vom Jahre 1809 bis zu Ende 1836 wurden für die Schäferei verausgabt 114,272 Rubel. In diesem Zeiträume wurde dagegen |468| nicht allein dieses Capital wieder zurükbezahlt, sondern auch noch außerdem die Summe von 361,977 Rubel gewonnen, wobei der Bestand der Heerde, aus 18,520 Stük Schafen, gar nicht in Anschlag gebracht wurde.“

B. Petri theilte der Gesellschaft die Beschreibung seiner Schäferei spanischer Schafe bei Wien mit. In dieser Abhandlung befindet sich, außer der interessanten Beschreibung dieser Heerde, auch noch eine für russische Schafzüchter wichtige Bemerkung über Verbesserung der Heerden durch Inzucht.

Das Handelshaus Schlitter in Lauenburg an der Elbe schlug der Gesellschaft seine Vermittelung bei Ankauf von Schafen in Deutschland, namentlich in Sachsen, Böhmen, Mecklenburg und Preußen vor, und versprach einen Rabatt von 50 Proc. gegen die früher gezahlten Preise. Die Gesellschaft theilte diesen Vorschlag ihren Mitgliedern mit.

Der Hr. Generalmajor Schamscheff schikte an den Direktor der Gesellschaft Wollproben von Ziegen und von Schafen, die er aus Persien mitgebracht hatte. Diese Wolle, besonders die von den Ziegen, war vorzüglich wegen ihrer Länge und Weichheit beachtenswert!). Die Gesellschaft erklärte ihre Bereitwilligkeit, die Kaufleute auf diese Wolle aufmerksam zu machen.

Im Allgemeinen nahmen fast alle Mitglieder der Gesellschaft an ihren Arbeiten Theil, auch erhielt sie neuerdings Nachrichten über den Bestand folgender Schäfereien der Herren:

A. P. Wassiltschikoff 5,957 Stük.
S. N. Kotschubey 5,083 –
A. W. Wassiltschikoff 7,896 –
Galagan 3,203 –

Theilweise Beschreibungen von Schäfereien erhielt die Gesellschaft von den Mitgliedern: Hrn. Larionoff, eine sehr interessante Mittheilung über die Einführung veredelter Schafzucht bei seinen Bauern, Hrn. Rimsky-Korsakoff, Bemerkungen, die Einführung veredelter Schafzucht in waldigen Gegenden betreffend; von den Herren Kondiby, Sussalin, Gorlenko, Lesewitzky, Kolesnikoff, Baron Wolf, Sumarokoff, Klepazky und Bantisch.

Die Wollsortiranstalt sezt ihre Arbeiten unter der Protektion der Gesellschaft fort.

In den lezten zwei Jahren wurden folgende Quantitäten spanischer Wolle sortirt:

Textabbildung Bd. 73, S. 468

Die an die Anstalt abgelieferte Wolle wurde für die Summe von 50,000 Rbl. Ass. assecurirt.

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Die Leicester-Schafe finden nach dem Urtheil erfahrner Landwirthe ihr bestes Gedeihen nur unter einem feuchten Klima auf grasreichen nahen Weiden im Sommer und bei saftigem Winterfutter, welche Erfordernisse, namentlich ein feuchtes Klima, in vorzüglichem Grade in England gegeben sind. Herr Baron von Lotzbek und Hr. Baron von Eichthal haben mit großen Geldopfern Original-Leicester-Heerden aus England nach Bayern kommen lassen. Allein die Erfolge der Züchtung haben gezeigt, daß ungeachtet der aufmerksamsten Fütterung und Haltung doch die Nachkommen an Körpergröße und Wollertrag merklich zurükgingen, aller Wahrscheinlichkeit nach deßwegen, weil das Klima auf dem Flachlande Bayerns zur Erhaltung der Eigenthümlichkeiten jener Schafrace zu troken ist. Von den nach Bayern gekommenen Original-Leicester-Schafen haben einzelne Stüke zwar 6–7 bayerische Pfund Wolle gegeben. im Durchschnitt ganzer Heerden trafen aber auf das Stük nur 4 Pfd. Und selbst von den größten Müttern betrug das lebende Gewicht nur 120–130 Pfd. Diese im Großen gemachten Erfahrungen beweisen wenigstens, wie nothwendig es sey, vor der Einführung fremder Viehracen die Bedingungen ihres Gedeihens genau kennen zu lernen, um nicht durch überspannte Lobeserhebungen angereizt – fruchtlos große Opfer zu bringen. A. d. R.

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