Titel: Firniß für die Daguerre'schen Bilder.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1839, Band 73, Nr. CV./Miszelle 9 (S. 462)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj073/mi073105_9

Firniß für die Daguerre'schen Bilder.

Hr. Arago berichtete in einer Sizung der Akademie der Wissenschaften in Paris über eine höchst wichtige Verbesserung, welche in der Photographie durch Hrn. Dumas gemacht wurde; die Bilder, welche man nach Daguerre's Verfahren (S. 363 in diesem Bande des polytechn. Journals) erhält, werden nämlich durch die geringste Reibung sehr leicht verdorben; der berühmte Künstler hatte zwar aus Arago's Veranlassung einen Firniß zum Schuz derselben zu bereiten versucht, welcher die beabsichtigte Wirkung nicht verfehlte, aber die Bilder etwas undeutlich machte, weßhalb er ihn auch nicht anwandte.

Hr. Dumas benuzt hiezu eine kochende Auflösung von 4 Theil Dextrin (dessen Bereitung im polytechn. Journal Bd. L. S. 495 angegeben ist) in 5 Theilen Wasser: gießt man diese Auflösung auf die Platte, so wird das Bild durchaus nicht verändert; sie troknet darauf zu einem sehr dünnen und vollkommen durchsichtigen Firniß ein, welcher ihr sehr stark anhangt und ohne Beschädigung der Zeichnung später wieder weggewaschen werden kann.

Bei Anwendung dieses Firnisses ist man im Stande die Bilder beliebig oft durchzuzeichnen, ohne daß das Original verlezt wird.

Wir wollen bei dieser Gelegenheit bemerken, daß Hr. Sylvestre schon vor zwei Jahren das Dextrin zum Firnissen sehr zarter Zeichnungen empfahl und daß sich Hr. Mirbel desselben mit Erfolg für Zeichnungen auf chinesischem Papier bediente. Hr. Sylvestre nahm auf 2 Theile Dextrin 6 Theile Wasser und 4 Theil Alkohol.

Eine nicht unwichtige Abänderung des Daguerre'schen Verfahrens ist die Ersezung des plattirten Kupfers durch versilbertes; die Plattirung läßt sich nämlich bei aller Vorsicht doch nie an allen Stellen so gleichförmig adhärirend herstellen wie die Versilberung.

Wir wollen hier nicht die Beweise wiederholen, wodurch Hr. Arago die Behauptung zu widerlegen suchte, daß das Verfahren Daguerre's sehr umständlich ist, und nur bemerken, daß er alle Vorsichtsmaßregeln angab, welche nöthig sind, um sogleich ein vollkommenes Resultat zu erzielen; in dem Verhältniß als man sich davon entfernt, wird das Resultat natürlich weniger entsprechen. (Echo du monde savant No. 469.)

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