Titel: Dobbs's verbesserte Rollen und Zahnstangen für Rollvorhänge.
Autor: Dobbs, William
Fundstelle: 1839, Band 74, Nr. XXXIX. (S. 173–174)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj074/ar074039

XXXIX. Verbesserungen an den Rollen und Zahnstangen für Rollvorhänge und andere Zweke, worauf sich William Dobbs, Messinggießer in Wolverhampton in der Grafschaft Stafford, am 30. Jun. 1838 ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem London Journal of arts. Aug. 1839, S. 304.

Mit Abbildungen auf Tab. III.

Gegenwärtige Erfindung betrifft hauptsächlich die Rollen, womit die Schnüre der Rollvorhänge an den Fenstern gespannt erhalten werden, und besteht in einer neuen Einrichtung der Buchsen oder Gehäuse, in denen diese Spannungsrollen sich bewegen, so wie auch in einer eigenen Methode dieselben mittelst einer Schraube zu fixiren, wenn die Schnüre den gehörigen Grad der Spannung erlangt haben.

Der Patentträger sagt: anstatt die Büchsen oder Gehäuse, in denen sich die Rollen schieben, wie bisher, aus Metall zu gießen, oder sie aus Metallplatten durch Aufbiegung und Hämmerung der Ränder zu formen, erzeuge ich sie aus dünnem Metallbleche und nach einem Verfahren, welches mit jenem, das beim Ausziehen metallener Röhren auf der Ziehbank befolgt wird, große Aehnlichkeit hat. Ich schneide nämlich aus einem dünnen Metallbleche mit Scheeren oder auf andere Weise geeignete Metallstreifen, welche ich, nachdem ich deren Ende aufgebogen habe, wie man in Fig. 83 bei A sieht, durch einen hohlen Kegel B laufen lasse. Bei diesem Durchlaufen durch den Kegel werden die Ränder des Streifens allmählich nach Einwärts gebogen, so daß sie, nachdem sie das dünnere Ende des Kegels verlassen haben und auch noch durch ein gehöriges, in der Stahlplatte C angebrachtes Loch sind, bei D in einer Art von Röhrenform austreten. Man sieht die Stahlplatte C in Fig. 84 einzeln für sich. Nachdem dieß geschehen, muß die Rohre angelassen, gereinigt und sodann auf einen stählernen Stab oder Dorn E, welcher die der Büchse zu gebende Gestalt haben soll, gebracht werden. Auf diesem und mit ihm zugleich läßt man sie dann durch eine Stahlplatte laufen, welche man in Fig. 85 von Vorne abgebildet sieht, und in der sich ein Loch von entsprechender Form befinden muß. Man sezt zu diesem Zweke die Platte in eine Ziehbank ein, und erfaßt das Ende des Dornes und der Röhre E mit einer entsprechenden Zange G, welche man in Fig. 86 sieht. Wenn auf die Griffe dieser Zange mit Hülfe einer Ziehkette eine hinreichende Kraft ausgeübt wird, so wird die Stange sammt dem Dorne durch die Platte gezogen, bis sie an dem anderen Ende bei H vollendet austritt.

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Die auf solche Weise fabricirte offene Röhre nimmt man sodann von dem Dorne ab, und schneidet sie in Stüke von solcher Länge, wie es für die zu verfertigenden Büchsen der Spannungsrollen eben erforderlich ist. Die Enden derselben können auf die übliche Weise beschnitten, geformt und geprägt werden, so daß sie z.B. in der aus Fig. 87 ersichtlichen Gestalt erscheinen.

Wenn in diesen Büchsen Federrollen, wie man sie in dem Durchschnitte Fig. 88 bei a sieht, spielen sollen, so kann an jeder derselben längs der Mitte ihrer Rükenplatte eine Reihe von Sperrzähnen h erzeugt werden, was entweder mittelst eines ausgezahnten Models oder auf irgend eine andere Weise geschehen kann. Ich ziehe jedoch vor, den Rüken der Federrollen glatt zu lassen und anstatt des Federfängers meine verbesserte Schraube, die ich sogleich näher beschreiben will, anzubringen.

Fig. 89 ist ein Durchschnitt von Fig. 87. An beiden Figuren sind c, c die vorderen Ränder oder Randleisten der Büchse. d ist die Spannungsrolle, welche lose an einem Zapfen e, e angebracht ist. Dieser Zapfen ist in einen Blok oder in einen Schieber f, der sich hinter den Randleisten der Büchse befindet, geschraubt. Wenn die Rolle so weit herabgezogen worden, daß die Schnur g des Rollvorhanges einen hinreichenden Grad von Spannung erlangt hat, so dreht man den Knopf oder Kopf des Zapfens e um, bis hiedurch der Schieber f fest an den Hinteren Theil der Randleisten angedrükt, und mithin sowohl der Zapfen der Rolle als die Rolle selbst fest in ihrer Stellung erhalten werden. Um die Spannung der Schnur nachzulassen, braucht man den Schraubenkopf e nur nach der entgegengesezten Richtung zu drehen.

Ich binde mich durchaus an keine bestimmte Form der Büchsen, sondern behalte mir vor, in dieser Beziehung beliebige Abänderungen zu treffen. Als meine Erfindung erkläre ich die hier beschriebene Methode die Büchsen für die Rollen der Rollvorhänge zu fabriciren. Man kann Röhren derselben Art auch als Büchsen für die Schieber von Glokenzügen und verschiedenen anderen nüzlichen Zweken verwenden.

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