Titel: Dickson's und Ikin's Verbesserungen in der Gasbereitung.
Autor: Dickson, Jonathan
Ikin, James
Fundstelle: 1839, Band 74, Nr. XLV. (S. 189–190)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj074/ar074045

XLV. Verbesserungen in der Gasbereitung aus Steinkohlen und anderen Substanzen, worauf sich Jonathan Dickson und James Ikin, beide in Holland Street in der Grafschaft Surrey, am 6. Februar 1838 ein Patent ertheilen ließen.

Aus dem London Journal of arts. August 1839, S. 307.

Mit Abbildungen auf Tab. III.

Die Patentträger theilen ihre Erfindung in drei Abschnitte ein, von denen der erste einen neuen Destillationsproceß der Steinkohlen; der zweite eine verbesserte Methode das Gas zu reinigen, und der dritte eine neue Methode das Gas aus dem Reinigungsapparate an den Gasometer zu leiten betrifft.

Was den ersten Theil der Erfindung betrifft, so besteht derselbe darin, daß die Retorten auf eine solche Weise eingesezt werden, daß sie von allen Seiten mit brennendem Brennstoffe umgeben sind. Der Unterschied zwischen der neuen und den älteren bisher gebräuchlichen Methoden liegt darin, daß den lezteren gemäß die Retorten einem sehr hohen Hizgrade ausgesezt sind, indem die Flammen gegen sie anschlagen, und daß sie hiedurch in verhältnißmäßig kurzer Zeit der Zerstörung oder Verbrennung unterliegen; während sie bei dem neueren Verfahren einen verhältnißmäßig geringen Grad von Hize auszuhalten haben, indem sie ringsum von dem im Brande befindlichen Brennstoffe umgeben sind.

Fig. 77 zeigt den Apparat der Patentträger in einem Durchschnitte. a, a ist das Mauerwerk; b, b, b die Retorten; c, c die Aschenlöcher; d, d Röhren, durch welche Luft an das Brennmaterial strömen kann; e, e Röhren, durch welche man sich von dem Zustande des Brennmateriales oder seiner Hize überzeugen kann, und in denen sich Löcher, welche Luft in das Innere einleiten, befinden können. Oben über dem Apparate kann man, wie durch punktirte Linien angedeutet ist, zu den weiter unten anzugebenden Zweken einen Dampfkessel anbringen.

Fig. 78 ist ein Durchschnitt des Reinigungs- und Kühlapparates. Derselbe besteht aus einer fest gebauten eisernen Kammer, welche durch eine in die Mitte eingesezte und an den beiden Enden des Apparates festgemachte Scheidewand in zwei Fächer abgetheilt ist. Sowohl an dieser Scheidewand als auch an den Seitenwänden des Reinigungsapparates sind Gesimse, durch welche Löcher gebohrt sind, angebracht. Oben über dem Apparate befinden sich zwei Behälter b, c, von denen |190| ersterer bloßes Wasser, lezterer dagegen Kalkwasser enthält. Beide Behälter communiciren durch die Hähne d und o mit den Reinigungskammern. Es erhellt demnach, daß, wenn der Hahn d geöffnet wird, Wasser aus dem Behälter b auf das an der Seitenwand des Apparates befindliche Gesims a fließen muß. Da dieses Gesims durchlöchert ist, so wird ein Theil des Wassers in Form eines Regens durch dasselbe strömen, während ein anderer Theil über den Rand des Gesimses fließt und auf das an der Scheidewand befestigte Gesims a herabfällt, um sodann von hier aus auf das nächstuntere Gesims herabzufallen. Das Wasser wird somit fein vertheilt, bis es endlich in den am Grunde des Apparates befindlichen Behälter gelangt, und von hier aus wieder in den Behälter b emporgepumpt wird. Das Kalkwasser fließt durch den Hahn s aus dem Behälter c aus, und fällt auf gleiche Weise von einem Gesims zum anderen herab. Das zu reinigende Gas tritt durch die Röhre l ein und steigt im Zigzag in der durch punktirte Linien angedeuteten Richtung durch den Apparat empor, um sodann, nachdem es über den Scheitel der Scheidewand geströmt ist, an der anderen Seite in der Richtung des Pfeiles herabzuströmen und endlich bei der Röhre g auszutreten.

Fig. 79 zeigt den dritten Theil der Erfindung, nämlich die Art und Weise, auf welche das Gas aus dem Reinigungsapparate an den Gasometer geleitet werden soll. a, b sind zwei Kammern von gleichen Dimensionen, welche aus Eisen gebaut sind und durch die Röhre c mit einander communiciren. Die untere Kammer a wird beinahe mit Wasser gefüllt; die Kammer b wird durch die Röhre d und das Ventil e mit Gas gefüllt; und wenn dieß geschehen, so wird Dampf, der in dem über den Retorten angebrachten Kessel erzeugt wird, durch die Röhre f eingeleitet. Der Dampf treibt, indem seine Expansivkraft auf die Oberfläche des Wassers wirkt, lezteres in die Kammer b empor, wodurch das Gas durch das Ventil g getrieben wird. In dem Maaße als der Dampf seine Kraft verliert und verdichtet wird, kehrt das Wasser wieder in seine frühere Stellung in der Kammer a zurük.

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