Titel: Ueber Hrn. Geary's Patent-Brennmaterial.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1839, Band 74, Nr. XVI./Miszelle 8 (S. 78–79)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj074/mi074016_8
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Ueber Hrn. Geary's Patent-Brennmaterial.

Wir haben im polytechn. Journale Bd. LXXIII. S. 240 nach dem London Journal die Zusammensezung eines Brennmateriales angegeben, auf welche Hr. St. Geary kürzlich in London ein Patent erhielt. Das Mechanics' Magazine enthält in einer seiner lezten Nummern gleichfalls eine Beschreibung dieser Composition, und fügt ihr die Gutachten einiger Sachverständiger bei. Das erste dieser Gutachten, welches von dem durch den Harper'schen Ofen in übles Gerede gekommenen Professor Brande herrührt, spricht sich dahin aus, daß das neue Brennmaterial gut brennt, sich leicht entzündet, und die meisten Eigenschaften der bituminösen Steinkohlen besizt; daß es etwas rascher verbrennt, als die Steinkohle von Newcastle, dabei aber eben so viel Hize erzeugt wie diese, und ein lebhaftes angenehmes Feuer gibt, welches weder unangenehmen Geruch, noch Rauch, noch viele Asche erzeugt, und auch der Gesundheit nicht durch Dünste schädlich wird. Hr. Brande zweifelt nicht, daß sich dieses Brennmaterial auch zur Fabrication von Gas und Kohks eignet; ob mit Vortheil, läßt er aber dahin gestellt. Ohne im Stande gewesen zu seyn, im Großen genaue vergleichende Versuche damit anzustellen, glaubt er, daß es den meisten der besseren Steinkohlensorten an die Seite gestellt werden kann. – Hr. Squire äußert sich dahin, daß das Patent-Brennmaterial, auf offenem Roste gebrannt, ein angenehmeres und nachhaltigeres Feuer gibt als die gewöhnliche Steinkohle; seine Hize ist zwar nicht so heftig wie die der Steinkohle, allein es brennt dafür vollkommen zu Asche und hinterläßt keine Cinders. In geschlossenen Gefäßen gebrannt, soll es eben so viel Kohks geben, wie die besten Steinkohlen und dabei ein sehr gutes Leuchtgas liefern. – Die Commercial Steam Boat Company machte an zweien ihrer Dampfboote, dem Prince George und der Dutchess of Kent, Versuche mit Geary's Brennmaterial, aus denen hervorgegangen seyn soll, daß 3 1/2 Tonnen desselben eben so viel leisten, als 5 Tonnen gewöhnliche Steinkohle, wobei ersteres nur 18, leztere dagegen 23 Shillings per Tonne kosten. Dazu kommt noch der Vortheil, daß nach der Verbrennung kaum etwas Asche und keine Schlaken bleiben; daß sich während derselben nur wenig weißer Rauch entwikelt, und daß das Schüren um Vieles leichter ist. Auf einigen Eisenbahnen, namentlich auf jener der Eastern-Counties, will man auch die Locomotiven mit Vortheil mit den aus diesem Brennstoffe erzeugten Kohks geheizt haben.

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