Titel: Hancock's Methode erhaben und vertieft gemusterte Oberflächen zu erzeugen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1839, Band 74, Nr. XXXI./Miszelle 12 (S. 157–158)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj074/mi074031_12

Hancock's Methode erhaben und vertieft gemusterte Oberflächen zu erzeugen.

Das London Journal, Aug. 1839, S. 331, enthält folgenden Auszug aus einem Patente, welches dem Thiermaler Charles Hancock von Grosvenor-place, Hyde-park, in der Grafschaft Middlesex, am 25. Jan. 1838 auf eine Methode vertieft und erhaben gemusterte Oberflächen zu erzeugen und auf Verwendung derselben zum Abdruk ertheilt wurde. „Die Beschreibung des Patentes enthält 11 Abschnitte, von denen die 8 ersten von verschiedenen Methoden Metallplatten, so zu äzen und zuzubereiten, daß sie Licht und Schatten geben, handeln. Die Platten werden zuerst so behandelt, wie es für Kupferstiche in schwarzer Manier zu geschehen pflegt, und sodann so tief ausradirt, daß sie Licht geben. Da wo ein sehr Helles Licht erforderlich ist, muß der Graveur sehr tief in die Platte einschneiden. Von diesen Platten werden auf dieselbe Weise wie von Lettern Abdrüke genommen. Den Grund in Schwarzmanier erhält man, indem man ein Stük Glaspapier auf die Platte legt und durch die Presse gehen läßt. – Ein anderer Theil der Erfindung betrifft den Druk oder die Verzierung von Handschuhleder. Es soll nämlich ein Stük Tull, nachdem es mit einer Farbenauflösung getränkt worden, über das Leder gespannt und dann zugleich mit diesem einem starken Druke ausgesezt werden, wodurch die Farbe auf das Leder übergetragen wird. – Ein weiterer Abschnitt betrifft die Uebertragung von Mustern oder Zeichnungen auf Porzellan, Glas, oder Töpferwaare mittelst eines elastischen |158| Models, welcher aus Kautschuk, oder aus einer Mischung aus Leim und Syrup, wie man sie zu den Schwärzwalzen der Drukerpressen hat, gearbeitet ist. Der Kautschuk oder die sonstige Mischung wird in flüssigen Zustand gebracht, wo man dann mit dieser Masse von dem Muster, welches übertragen werden soll, auf dieselbe Weise, auf welche man dermalen Stereotypen erzeugt, einen Abguß nimmt. Der auf solche Art erzielte umgekehrte Model wird an den gemusterten Stellen mit einer Schichte Firniß überzogen und unter Anwendung eines sanften Drukes auf das Glas oder Porzellan applicirt. Die dem Muster entsprechenden Theile der Glasoberfläche bleiben somit von dem Firnisse ungeschüzt, so daß die Zeichnung mit Flußsäure eingeäzt werden kann. Nach demselben Verfahren kann man auch auf Stein Muster übertragen, nur muß hier verdünnte Salpetersäure zur Aezung genommen werden. – Der lezte Theil der Erfindung endlich betrifft eine Methode zu coloriren oder mit Farben zu druken. Der Patentträger zeichnet den Umriß des zu drukenden Musters, und verfertigt hiemit auf Zeug so viele Copien, als das Muster Farben hat. Sodann überdekt er alle jene Theile, die nicht das erstemal gedrukt werden sollen, mit Firniß oder in Weingeist aufgelöstem Siegellake; d.h. er dekt z.B. in dem ersten Umrisse alle jene Theile, die nicht blau werden sollen, in dem zweiten alle jene, die nicht gelb werden sollen u.s.f. Bei dem Druke selbst verfährt er folgendermaßen. Er legt die erste Copie auf das Papier und treibt die blaue Farbe an allen jenen Stellen, die nicht gedekt sind, durch den Zeug; dann legt er die zweite Copie auf das Papier und treibt die gelbe Farbe durch den Zeug u.s.f., bis alle Farben auf das Papier übergetragen sind. Der Patentträger meint, daß dieser Theil seiner Erfindung hauptsächlich auf die Fabrication von Papiertapeten oder andere eine größere Farbenmasse erfordernde Gegenstände anwendbar ist, daß man ihn jedoch auch in den schönen Künsten benuzen könne.

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