Titel: Benüzung des Magnetismus zum Druken.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1839, Band 74, Nr. XXXI./Miszelle 13 (S. 158–159)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj074/mi074031_13

Benüzung des Magnetismus zum Druken.

Das Mechanics' Magazine enthält in seiner Nr. 835 ein Schreiben eines Hrn. W. Jones, welches wir der Curiosität wegen unseren Lesern mittheilen zu müssen glauben. Es lautet nämlich: „Da ich bisher von der Benüzung des Elektromagnetismus oder des Magnetismus allein zum Druken weder etwas gesehen, noch gehört habe, so erlaube ich mir in dieser Beziehung einige Vorschlage zu machen, welche mir nicht nur höchst praktisch erscheinen, sondern nach denen man Abdrüke, die den Steindrüken vollkommen gleich kommen, zu erzielen im Stande ist. Mein Verfahren ist folgendes. Ich schwärze. eine blanke Stahlplatte auf der Oberfläche, und zeichne auf diese mit einer stark magnetischen stählernen Nadel, die keine scharfe, sondern eine etwas stumpfe Spize haben darf, irgend eine gewünschte Zeichnung. Bei dem Zeichnen halte ich die Nadel in schräger Richtung und soviel als möglich im magnetischen Meridian; auch übe ich mit ihr einen ziemlich bedeutenden Druk auf die Platte aus. Wenn man nun auf die auf solche Weise behandelte Platte, nachdem man sie vorläufig gereinigt hat, feinen Eisenstaub streut, und ihr sodann eine Neigung gibt, so wird der Staub nur an den mit der Nadel gezogenen Linien hängen bleiben. Man erhält demnach die Umrisse der Zeichnung, und diese können in einer lithographischen Presse abgedrukt werden. Da sich das metallische Eisen mit dem gewöhnlichen Papiere nicht verbindet, so muß man dem zum Druke bestimmten Papiere eine eigene Zubereitung geben. Sehr schöne blaue Abdrüke erhält man z.B., wenn man das Papier mit einer Auflösung tränkt, die man sich aus 1 Unze eisenblausaurem Kali, 2 Unzen Salzsäure und 9 Pfd. Wasser bereitet. Ein schönes Schwarz hingegen bekommt man, wenn man das Papier mit einem schwachen Gallapfelaufgusse trankt. Die Abdrüke müssen zur Erlangung ihrer vollen Farbe eine kurze Zeit über der Einwirkung der Luft ausgesezt bleiben; auch muß sich das Eisen in dem Staube in dem feinsten Vertheilungszustande befinden, damit die chemische Wirkung rasch von Statten gehen kann. Ich bereite den Staub auf folgende Weise. Ich wasche sehr feine und blanke Eisenfeilspäne in höchst rectificirtem Weingeiste, schüttle sie, nachdem sie vollkommen rein geworden, abermals mit diesem, und gieße die Flüssigkeit, nachdem sie 3 bis 5 Secunden ruhig gestanden, ab. Aus dieser Flüssigkeit sezt sich Eisenstaub von der Feinheit des Mehles ab, und dieser Staub muß, nachdem er möglichst rasch getroknet worden, |159| in einem verschlossenen Gläschen aufbewahrt werden. Ich denke, daß die nach meinem Verfahren veranstalteten Abdrüke dem äußeren Ansehen nach zwischen Steindruk und Schwarzkunst in der Mitte stehen müßten; und stünden mir die nöthigen Mittel zu Gebot, so würde ich sogar hoffen, schöne Landschaften darnach zu Stande bringen zu können. Eine Platte meiner Art würde, wie ich glaube, eine große Anzahl von Abdrüken zulassen, indem deren Dauerhaftigkeit nicht von der Zahl der Abdrüke, sondern von der Zeit abhinge, welche seit Fixirung der Zeichnung auf der Platte verflossen ist. Um eine gebrauchte Platte zu einer neuen Zeichnung verwenden zu können, brauchte man sie nur der Wärme auszusezen, indem sie in dieser ihre magnetische Kraft verlieren würde.“

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