Titel: Treviranus's Kreiselpumpe.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1839, Band 74, Nr. XXXI./Miszelle 3 (S. 153–154)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj074/mi074031_3

Treviranus's Kreiselpumpe.

Ein Techniker, welcher Mitte Septbr. d. J. die fürstl. Solmschen Werke zu Blansko in Mähren besuchte, hatte Gelegenheit, eine vom dortigen Mechaniker |154| Treviranus erfundene und zum Versuch erbaute Pumpe in Arbeit zu sehen, worüber er, da man aus der Sache kein Geheimniß machte, Folgendes mittheilen zu dürfen glaubt:

Hr. Treviranus nannte sie Kreisel- oder Centrifugal-Pumpe, wegen dem gleichen Principe welches ihrer Wirkung mit dem bekannten Kreiselrade zum Grunde liegen soll. Die Pumpe hat weder Kolben noch Ventile; sie kann ohne Nachtheil so gut mit schlammigem und sandigem, als mit dem reinsten Wasser arbeiten) ist dabei äußerst einfach und vermag im Verhältniß zu ihren Dimensionen ein sehr bedeutendes Wasserquantum aufzubringen.

Der Kreisel oder das geschaufelte Rädchen der Pumpe, welches durch eine Rolle und Schnur in Bewegung gesezt wurde, hatte, nach der Angabe des Hrn. Treviranus, nur etwas über 15 Zoll im Durchmesser. Bei einem Versuch, welcher in Gegenwart des Berichterstatters und mehrerer anderen Fremden angestellt wurde, hob die Pumpe per Minute nahe 26 Kubikfuß oder beiläufig 14 1/2 österreich. Eimer Wasser 6 Fuß hoch, wobei der Ausfluß aus dem Steigrohr ganz gleichförmig war.

Ueber den Nuzeffect der Pumpe wollte Hr. Treviranus sich vorläufig nicht äußern, indem es ihm noch an einer geeigneten Vorrichtung fehlte, um ihn verläßlich ausmitteln zu können.

Er glaubte übrigens nicht, daß solch eine Pumpe in allen Fällen den Plaz gewöhnlicher Pumpen mit Vortheil vertreten könne, aber um große Wassermassen auf eine nicht zu bedeutende Höhe zu heben, dazu dürste sie sich je nach den Umständen wohl eignen, obgleich er in Betreff der Höhe, theoretisch genommen, gerade noch keine Gränze gefunden habe; wenn er später die Ueberzeugung erlangt haben werde, daß die Pumpe keiner wesentlichen Verbesserung mehr fähig sey, dann dürfte er sich vielleicht entschließen, sie öffentlich bekannt zu machen.

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