Titel: Pieren's Kaffee- und Theekannen aus Englisch-Metall.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1839, Band 74, Nr. XXXI./Miszelle 5 (S. 154–155)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj074/mi074031_5

Pieren's Kaffee- und Theekannen aus Englisch-Metall.

Der Bericht des Hrn. Gaultier de Claubry, auf den hin die Société d'encouragement in Paris Hrn. Pieren, in Paris, rue Quincampoix No. 19, kürzlich ihre silberne Medaille ertheilte, enthält im Wesentlichen Folgendes: „Man verfertigt in England seit längerer Zeit aus einer Legirung von Zinn und Spießglanz, welche unter dem Namen Englisch-Metall bekannt ist, Thee- und Kaffeegeschirre, welche ganz unschädlich, sehr reinlich und sowohl wegen ihrer Farbe, als auch wegen ihres Glanzes sehr beliebt sind. Bis in die neuesten Zeiten lieferte nur England diese Fabricate, und zwar von besonderer Schönheit das Haus James Dixon und Sohn. Mehrere französische Fabrikanten haben sich in der Nachahmung versucht; Hrn. Pieren ist sie nicht nur gelungen, sondern er kam sogar auf einige wesentliche Verbesserungen, obwohl er, wie ich gleich zeigen werde, einen harten Kampf zu bestehen hatte. Er verlangte nämlich von dem Handelsministerium die freie Einfuhr für einige Modelle, welche er sich in England verschafft hatte. Man schlug ihm diese ab auf den Grund des Einfuhrverbotes, welches in Frankreich für derlei Fabricate besteht. Auf weitere Erläuterungen, die er gab, gestand man ihm die Erlaubniß der Einfuhr zwar zu, |155| allein man sezte zugleich auch den Zoll für diese Fabricate auf den Zoll der Zinngeschirre herab! Dieser Beschluß drohte die Fabrikation des Hrn. Pieren, der hinsichtlich des Preises nicht mit England concurriren konnte, zu vernichten. Er ließ sich jedoch nicht entmuthigen, und brachte es dahin, daß man jezt in England nach seinen Methoden arbeitet, und daß beinahe alle Neuerungen und Erfindungen in diesem Fache von seiner Fabrike ausgehen. Während zur Zeit, wo er die Fabrication begann, zur Vereinigung der Seiten und des Bodens der Haupttheile der Gegenstände zahlreiche Löthungen erforderlich waren, wußte Hr. Pieren deren Zahl bis auf eine einzige, durch welche der Boden mit dem oberen Theile verbunden ist, zu vermindern. Die Erzeugung der zu diesem Zweke nöthigen Matrizen war mit außerordentlichen Schwierigkeiten verknüpft; dagegen erleichtern jezt aber diese Matrizen die Arbeit in hohem Grade, abgesehen davon, daß sie wesentlich zur größeren Vollkommenheit der Arbeiten beitragen.“

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