Titel: Ueber das Puddlirgeschäft an den Eisenwerken von Rhymney.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1839, Band 74, Nr. LIV./Miszelle 7 (S. 237–238)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj074/mi074054_7

Ueber das Puddlirgeschäft an den Eisenwerken von Rhymney.

Hr. Josiah Richards übergab der Institution of Civil Engineers am 12. März 1839 Abbildungen und Beschreibungen der Maschinerien und Methoden, welche man an den Eisenwerken von Rhymney benuzt, um aus dem gefrischten Eisen Schmiedeisen zu erzeugen. Das London Journal liefert in seinem Septemberhefte im Auszuge hieraus Nachstehendes. „In jeden Puddlirofen werden gewöhnlich 4 1/2 Cntr. gefrischtes Metall gebracht, aus welchem die Puddlirer in 1 1/2 Stunden 6 Klumpen oder Ballen erzeugen. Für jeden Ofen sind drei Rotten Arbeiter, die einander nach je 5 Einsäzen ablösen, aufgestellt. Die gepuddelten Ballen werden auf beräderten Karren entweder an einen Hammer, welcher |238| bei 4 1/2 Tonne Schwere 20 Zoll Fall hat, und unter dem sie ungefähr 25 Schläge bekommen, oder an die sogenannte Presse (squeezer) gebracht; in lezterer erhalten sie jedoch keine so vollkommene Reinigung wie unter ersterem. Hierauf läßt man die Klumpen zwischen Walzen mit immer kleineren und kleineren Furchen laufen, wodurch sie zu gepuddeltem Eisen oder Stabeisen Nr. 1 werden. Diese Stäbe schneidet man in kurze Stüke, welche man abkühlen läßt, und aus denen man je nach der Art des Eisens, welches ausgewalzt werden soll, Haufen von bestimmter Schwere und Größe bildet, die man dann, nachdem sie in einem Ofen bis zur Schweißhize erhizt worden, durch Walzen von gehöriger Größe laufen läßt, wodurch sie Stabeisen Nr. 2 werden. Dieselbe Operation noch ein Mal wiederholt liefert Stabeisen Nr. 3 oder Eisenbahneisen. Eisen Nr. 3 kann aus einem Haufen erzeugt werden, der am Scheitel und Boden aus Eisen Nr. 2, in der Mitte dagegen aus Eisen Nr. 1 besteht, zur Schweißhize erhizt und gut gehämmert, dann nochmal erhizt und endlich zu Eisen Nr. 3 ausgewalzt wird. Die aus den Walzen kommenden Schienen werden auf einem Wagen an eine Rundsäge geführt und mit dieser an dem einen Ende abgeschnitten. Nach dem Abkühlen erhizt man später das andere Ende und schneidet die Schiene in gehöriger Länge ab“

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