Titel: Jacobi's Anwendung der galvanischen Batterie zur Entbindung von Sauerstoff- und Wasserstoffgas, ferner als Triebkraft für Boote.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1839, Band 74, Nr. LXIX./Miszelle 9 (S. 316–317)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj074/mi074069_9

Jacobi's Anwendung der galvanischen Batterie zur Entbindung von Sauerstoff- und Wasserstoffgas, ferner als Triebkraft für Boote.

Hr. Jacobi schreibt an Faraday: „Im lezten Winter beleuchtete ich oft meinen großen Salon mit Drummond's Licht. Die gemischten Gase erhielt ich in hinreichender Menge (3 bis 4 Kubikfuß stündlich), indem ich verdünnte Schwefelsäure von 1,33 spec. Gewicht zwischen Platinelektroden durch eine konstante Batterie von besonderer Construction zersezte. Ich ließ die Gase bloß durch eine |317| mit salzsaurem Kalk gefüllte Glasröhre streichen und benuzte gar keinen Gasometer. Man kann den Strom anzünden, sobald der Volta'sche Strom geschlossen ist; die Flamme brennt ruhig und immer gleich stark. Gegenwärtig nimmt eine Batterie meiner Erfindung, welche 3 bis 4 Kubikfuß Knallgas stündlich erzeugt, nur einen Raum von 10 Zoll Breite auf 8 Zoll Länge ein. Gewiß eine schöne Anwendung der Volta'schen Batterie!

Bei der Anwendung des Elektromagnetismus zum Treiben von Maschinen, war die größte Schwierigkeit immer die Behandlung der Batterie. Diese habe ich nun gehoben. Sie werden vielleicht in den Zeitungen gelesen haben46), daß ich im lezten Herbst die Newa mit einem zehnrudrigen Boote durchschiffte, welches mit Ruderrädern versehen war, die durch eine elektromagnetische Maschine in Bewegung gesezt wurden. Ich war mit diesem ersten Versuche sehr zufrieden, denn wir fuhren ganze Tage mit 10 bis 12 Personen an Bord herum, obgleich mir viele Fehler in der Construction der Maschine und besonders im Isoliren derselben und der Batterie, welche nicht auf der Stelle verbessert werden konnten, großen Verdruß machten. Nachdem diese Verbesserungen jezt vollendet und wichtige Veränderungen vorgenommen worden sind, werden die Versuche demnächst wieder beginnen. Die Erfahrung im lezten Jahrs, verbunden mit den neuen Verbesserungen der Batterie, gibt als Resultat, daß zur Erzeugung einer Watt'schen Pferdekraft eine Batterie mit 20 Quadratfuß Platinblech erforderlich ist, doch hoffe ich, dieselbe Wirkung noch mit 8 bis 10 Quadratfuß hervorbringen zu können. Wenn mir der Himmel meine etwas angegriffene Gesundheit erhält, werde ich in einem Jahre ein elektromagnetisches Schiff von 40 bis 50 Pferdekräften ausgerüstet haben.“ (Philosophical Magazine. Septbr. 1839, S. 163.)

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Polytechn. Journal Bd. LXXI S. 411.

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