Titel: Eastwick's und Harrison's achträderige Locomotiven.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1839, Band 74, Nr. LXXXVI./Miszelle 4 (S. 393–394)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj074/mi074086_4

Eastwick's und Harrison's achträderige Locomotiven.

Das Franklin Journal enthält in einem seiner lezten Hefte über diese Locomotiven nachstehende Notiz: „Die Leistung der Locomotiven hängt bekanntlich 1) von der Menge Dampfes ab, welche der Kessel innerhalb einer bestimmten Zeit zu erzeugen vermag 3 und 2) von der Reibung oder wie man zu sagen pflegt, |394| von der Adhäsion zwischen den Treibrädern und der Bahn. Da leztere mit der Zunahme des Gewichtes größer wird, so ist offenbar, daß die Maschine kräftiger wird, wenn man ihr ein größeres Gewicht gibt, und wenn man größere Antheile dieses Gewichtes auf die Treibräder vertheilt. Eine Beschränkung erleidet dieß jedoch dadurch, daß die Bahn den großen Druk, welcher auf diese Weise auf eine kleine Tragfläche trifft, nicht auszuhalten im Stande ist. Um diesem Uebelstande zu begegnen, hat man sämmtliche Räder so verkuppelt, daß alle dadurch zu Treibrädern wurden, woraus eine Vertheilung des adhäsiven Drukes über eine größere Bahnstreke erfolgte. Man bedient sich solcher Maschinen zum langsamen Fortschaffen sehr schwerer Lasten; doch hält man sie für unsicher, weil sie an Curven gern die Bahn verlassen. Einem anderen Plane gemäß, auf den ein Ingenieur von New-York vor mehreren Jahren ein Patent nahm, sollten vier Treibräder angewendet werden, und das vordere Ende der Maschine wie an den sechsräderigen Maschinen auf einem Leitungs-Rollwagen laufen. Bei dieser Einrichtung ergab sich jedoch die Schwierigkeit, daß die Maschine drei Tragepunkte auf der Bahnlinie hatte, und daß das Gewicht derselben nicht gehörig auf dieselben vertheilt werden konnte, ausgenommen, die Oberfläche der Bahn bot gar keine Unregelmäßigkeiten dar: eine Bedingung, welche beinahe an keiner Bahn vorhanden ist. Dieser Schwierigkeit soll nun durch die Erfindung der HHrn. Eastwick und Harrison abgeholfen werden, und zwar, indem der achträderigen Maschine nur zwei Tragepunkte gegeben werden, von denen der eine auf den Leitungs-Rollwagen, und der andere auf ein von den Treibrädern getragenes Gestell fällt. Die Achse der einen Treibräder befindet sich vor, die der anderen hinter der Heizkammer; beide werden zwischen Piedestals von der gewöhnlichen Form, die an dem Hauptgestelle der Maschine fixirt sind, festgehalten, so daß ihnen wohl in senkrechter, nicht aber in horizontaler Richtung ein Spielraum gestattet ist. Die Tragezapfen sind, anstatt sich gegen Federn, welche an dem Gestelle fixirt sind, zu stemmen, an die Enden horizontaler gußeiserner Balken, dergleichen sich zu jeder Seite der Maschine einer befindet, gefügt. An dem Mittelpunkt dieser Balken oder Hebel sind schmiedeiserne Stangen gefügt, welche durch das Maschinengestell herablaufen und die Federn, auf denen das Gewicht der Maschine ruht, tragen. Die Verbindungsstange des Kolbens ist an dem hinteren Rade befestigt, und dieses pflanzt die Bewegung mittelst einer Verkuppelungsstange, die durch ein Nußgelenk festgemacht ist, an das vordere Treibrad fort. Bei dieser Einrichtung ist jedem Treibrade eine unabhängige senkrechte Bewegung gestattet, und zugleich wird die Maschine nur der einen Hälfte der senkrechten Bewegung beider Räder theilhaftig, indem sie in der Mitte des horizontalen Tragbalkens aufgehängt ist. Die vorderen Treibräder haben keine Randkränze, um beim Durchlaufen von Curven nicht hinderlich zu seyn.“

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