Titel: Eisenbahnschlippe für den Schiffsbau.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1839, Band 74, Nr. LXXXVI./Miszelle 6 (S. 395)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj074/mi074086_6

Eisenbahnschlippe für den Schiffsbau.

Französische Blätter berichteten diesen Herbst von einem aus den Vereinigten Staaten nach Frankreich eingeführten Apparate, womit man Schiffe von jeder Größe zum Behufe daran vorzunehmender Ausbesserungen etc. in aufrechter Stellung an das Ufer schaffen kann, und auf den sich ein Hr. Plantevigne von Bordeaux ein Patent ertheilen ließ. Dieser Apparat, mit dem in Gegenwart des Herzogs von Orleans einige Proben gemacht wurden, besteht aus einer Art Eisenbahn, welche je nach der Höhe, bis auf welche die Fluth steigt und fällt, auf eine beliebige Länge unter das Wasser und je nach der Größe des Werftes auf eine beliebige Länge am Ufer fortgeführt werden kann. Auf dieser Bahn wird mit starken Spillen eine Art ungeheuren hölzernen Wagens, dessen Größe mit jener des Fahrzeuges im Verhältnisse stehen muß, benuzt. Der Wagen muß so gebaut seyn, daß er sich unter den Kiel des Schiffes bringen läßt; oder man kann das Schiff auch auf ihn hinaufschwimmen lassen, und ihn dann mit Keilen und Tauen so befestigen, daß er rings herum gut an den Rumpf des Schiffes paßt. Das Schiff behält seine senkrechte Stellung, und nicht einmal die Ladung und Mannschaft braucht aus demselben ausgeschifft zu werden. Nachdem die Spillen in Thätigkeit gesezt worden, bewegt sich der Wagen mitsammt seiner Last mit einer Geschwindigkeit von 2 bis 3 Fuß in der Minute. Man verspricht sich bei der Anwendung dieses Apparates eine große Ersparniß an Zeit, Geld und Mühe. Das Civil Eng. and Arch. Journal, welches gleichfalls die französischen Belichte in seine Spalten aufgenommen, ist der Ansicht, daß der Apparat mit der Schlippe, auf welche Morton in England ein Patent genommen, und welche über Amerika nach Frankreich gekommen seyn dürfte, identisch ist.

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