Titel: Ueber die gebrochenen Model für die Hohldreherei.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1839, Band 74, Nr. LXXXVI./Miszelle 9 (S. 396–397)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj074/mi074086_9
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Ueber die gebrochenen Model für die Hohldreherei.

Eine der vorzüglichsten Erfindungen in der Hohldreherei, sagt Hr. Chevallier in einem der Société d'encouragement erstatteten Berichte, eine Erfindung, durch welche die französischen Fabrikanten plattirter Waaren in Stand gesezt wurden, mit den Engländern zu concurriren, verdankt man Hrn. Duval. Diesem Manne, der noch im J. 1822 als einfacher Arbeiter für die HHrn. Michel und Cottiou in Paris arbeitete, kam nämlich bei Betrachtung eines Serviettebandes, welches die Gestalt eines Fasses hatte, die Idee, daß man dem plattirten Metalle auf der Drehbank wohl sehr leicht mit Hülfe eines Models jede beliebige Form geben könnte. Da sich jedoch ein derlei Model nicht leicht von dem erlangten Fabricate hätte abnehmen lassen, so kam ihm der Gedanke, einen Model zu verfertigen, ihn in der Mitte so auszubrechen, daß man ihn auf eine Doke steken und mit dieser in die Drehbank bringen kann, und endlich diesen Model in mehrere Stüke zu spalten, welche zusammen einen sogenannten gebrochenen Model (brisure) bilden sollten. Gar bald ergab sich, daß man auf diese Weise mit aller Leichtigkeit und mit großer Ersparniß auf der Drehbank eine Menge plattirter Fabricate erzeugen kann, die früher ausgehämmert werden mußten. Hr. Duval nahm kein Patent auf seine Erfindung, die überhaupt ihm am wenigsten Nuzen brachte, die aber, nachdem sie in den Werkstätten bekannt geworden, die Fabrikanten in den Stand sezte, eine große Menge der zierlichsten Gegenstände zu äußerst geringen Preisen zu liefern. Leuchter von 10 Zoll z.B., von denen früher das Paar in gewöhnlicher Form 10 bis 15 Fr. kostete, kosten dermalen in weit eleganterer Form nur 5 bis 6 Fr.; und während man früher eine auf 40 bis 50 Paare solcher Leuchter lautende Bestellung für etwas sehr Bedeutendes hielt, sind dermalen Bestellungen auf 2 bis 3000 Paare gar nichts Seltenes. Vor dem Jahre 1822 zählte man 30 bis 40 Hohldreher in Paris, jezt ist diese Zahl auf 200 gestiegen. Die Gesellschaft hat dem Hrn. Duval auf diesen Bericht hin in Anerkennung seiner Verdienste eine bronzene Medaille zustellen lassen. (Bulletin de la Société d'encouragement. Sept. 1839, S. 357.)

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