Titel: Stegers über Glasmalerpigmente und deren Flußmittel.
Autor: Stegers, M. A.
Fundstelle: 1840, Band 75, Nr. XL. (S. 208–221)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj075/ar075040

XL. Nachträgliches über Glasmalerpigmente und deren Flußmittel, so wie über das zwekmäßigste Verfahren beim Auftragen und Einbrennen derselben, von M. A. Stegers.

Indem ich mich über das Verfahren beim Auftragen und Einbrennen der im vorhergehenden Hefte des polyt. Journ. mitgetheilten Glasmalerpigmente verbreite, entspreche ich mehrfacher, an mich ergangener Aufforderung; ich finde jedoch für nothwendig, diesen Anleitungen einige allgemeine, in die einzelnen Recepte nicht wohl einzuschaltende Grundsäze über die Bereitung eben jener Pigmente und ihrer Flußmittel, so wie die Verbindung beider, voranzuschiken, die als ein wesentlicher Nachtrag zu den früheren Mittheilungen hier wohl Plaz greifen mögen.

1)Weder bei Pigmenten noch Flußmitteln kann ein absolutes quantitatives Verhältniß ihrer Ingredienzien aufgestellt werden; vielmehr bleibt diese Bestimmung immer einigermaßen den Versuchen und Erfahrungen des ausübenden Künstlers überlassen.

2) Ein Gleiches gilt von den quantitativen, ja selbst qualitativen Verhältnissen des Flußmittels zum Pigment.

3) Die Materialien sowohl zum Pigment als zum Flußmittel müssen von möglichster Güte und frei von fremden Bestandtheilen seyn, außerdem nachtheilige Folgen für die Schönheit und dauerhafte Verglasung der Farbe zu befürchten stehen.

4) Müssen Pigmente, oder Flußmittel, oder beide zusammen, geschmolzen werden, so geschieht dieß in starken hessischen Tiegeln, welche man vorher gegen die Einwirkungen der Schmelzmasse unempfindlich macht, indem man sie innerlich mit Kreide, in Wasser zerrührt, überzieht, oder sie verglast, was besonders das Durchdringen bleioxydhaltiger Flüsse verhindert. Zu lezterem Ende spült man den Tiegel mit Wasser aus, bestreut denselben inwendig mit gepulvertem weißem Glase, sezt ihn, nachdem er troken geworden, behutsam ins Feuer, und erhizt ihn, bis die Verglasung sich festgesezt.

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5) Zum Schmelzen in hessischen Tiegeln bedient man sich eines gewöhnlichen Windofens, auf dem ein Dom oder Dekel mit Zugrohr. Er ist inwendig bis zur Dike von 3 Zoll allenthalben mit Thon beschlagen und hat im Dom (Dekel, Kuppel) eine Thür, oder wenigstens eine mit einem Thonstöpsel zu verschließende Oeffnung, um in das Innere zu gelangen, den Dekel des Schmelztiegels aufzuheben und den Inhalt mittelst eines blanken Stahlstäbchens umzurühren. Auf den Rost dieses Ofens und einen unterlegten Thonscherben sezt man den gleichfalls mit einem Thonscherben bedekten Tiegel und umschüttet ihn mit Holzkohlen.

6) Die Ingredienzien der Pigmente, welche geschmolzen werden sollen, werden vorher, wenn nicht für specielle Fälle ein anderes bestimmt ist, auf einem diken Scheibenglase mit gläsernem Läufer, oder, was jedoch besonders indicirt seyn muß, auf einer kupfernen Reibeplatte mit stählernem Läufer, seltener in marmornen, porzellanenen oder sonstigen Gefäßen von kalkartiger Masse (die beim Reiben immer etwas von ihren Theilen abgibt) auf das feinste gerieben, innigst gemengt, und, wenn nicht die Vorschrift ein anderes erheischt, erst wenn der Tiegel rothglühend ist, in diesen nach und nach und zu keinem größeren Quantum als 3/4 seines Raumes eingetragen.

7) Ebenso werden die Ingredienzien eines Flußmittels, das geschmolzen werden soll, und

8) die Ingredienzien eines Pigments und eines Flußmittels zusammen, die zu Einem Flusse zu schmelzen sind, behandelt – immer aber vorausgesezt, daß für den gegebenen Fall keine andere Bestimmung vorliegt.

9) Der Tiegel wird dann (in der Regel) einige Zeit in gelindem Glühen erhalten, zulezt aber stärker erhizt, und die Masse ist vollkommen geschmolzen, sobald sie dünn fließt, und die mit einem blanken Stahlstäbchen ausgezogenen Fäden sich rein und klar zeigen. Dann wird sie in eine Schüssel mit kaltem reinem Wasser ausgegossen, getroknet, gepulvert und überhaupt nach Maaßgabe des speciellen Receptes damit verfahren.

10) Die auf solche Weise gewonnenen Pigmente und ihre Flußmittel prüft man folgender Art. Man sezt in den Ofen einen geräumigen Schmelztiegel in schiefer Lage, und bringt in diesen Streifchen von demselben Glase, wonach man zu malen gesonnen ist, mit allen Farben bestrichen, deren man sich bedienen will. Diese läßt man nun so lange in dem lebhaft glühenden Tiegel, bis sie weich geworden und sich zu biegen anfangen, worauf man sie zur Abkühlung auf den Dom des Ofens oder in dessen Aschenherd legt und dann untersucht. Sehen die Ränder der bemalten Stellen aus, als |210| habe die Farbe überstießen wollen, ein Fehler, der das ganze Gelingen einer Glasmalerei zerstören könnte, indem solche leichtflüssige Farben, neben einander gelegt, zu Einer Unfarbe zu verschmelzen Pflegen: so ist dieß ein Zeichen von Uebersättigung des Pigmentes mit dem Flußmittel, welche dann in dem Maaße zu verringern ist, daß jene Erscheinung aufhört. Dagegen verrathen die nach dem Einbrennen matt aussehenden und rauh anzufühlenden Farben Mangel an Flußmittel, welches dann in größerer Menge zugesezt werden muß.

11) Die verschiedenen Abstufungen und Uebergänge der Hauptfarben werden nicht allein durch die in bestimmten Recepten vorgeschriebenen Stoffe und deren Behandlung, sondern in viel häufigeren Fällen und mit viel größerer Mannichfaltigkeit durch gewisse Manipulationen gewonnen, welche später unter den Anleitungen zum Auftragen der Pigmente den ihnen gebührenden Plaz finden sollen.

12) Außer den in den Recepten für jedes specielle Pigment speciell benannten Flußmitteln gibt es noch dergleichen, welche wohl zu jeder Farbe passen, oder höchstens in ihrer Anwendung eine kleine, dem ausübenden Künstler leicht zu errathende Aenderung in der ihnen eigenthümlichen quantitativen Zusammensezung erfordern, die hauptsächlich von der höheren oder minderen Schmelzbarkeit des Pigments abhängt. Solches Flußmittel ist z.B. 4 Theile Mennige und 1 Th. Kieselpulver; lezteres gewinnt man aus reinstem, 3–4 mal in einem Tiegel durchgeglühtem, dann nach dem jedesmaligen Glühen in reinem Wasser abgelöschtem, in einem Porzellanmörser gepulvertem und durch ein feines Sieb geschlagenem Feuerstein ohne kalkartige Fleken; dieses Kieselpulver wird mit dem Mennige innigst zusammengemischt, in einem bedekten Schmelztiegel geschmolzen und dabei mit einem blanken Stahlstäbchen öfters umgerührt, bis ein vollkommen durchsichtiges gelbliches Glas daraus geworden, das Kieselpulver vollkommen aufgelöst, und ein Faden, den man zur Probe aus dem Tiegel zieht, rein und klar ist; dann preßt man die Masse in Wasser aus, troknet und pulvert sie, beutelt das Pulver durch ein feines Sieb, und bewahrt es in gestöpselten Flaschen auf.

Oder:

man stößt und schmelzt 1 Th. Bergkrystall mit 1 Th. gut geschmolzenem Boraxglase bei heftigem Feuer zusammen, und behandelt es, wenn es die eben benannten Merkmale seiner völligen Schmelzung abgibt, auf die vorige Weise.

Oder:

man verfährt ebenso mit 1 Th. gepulvertem, weißem Glase und 2 Th. Mennige.

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13) Außer den in obigen Paragraphen benannten Geräthen bedarf man zu diesen auf die Production von Pigmenten und Flußmitteln gerichteten Manipulationen, wie aus diesen selbst hervorgeht, noch folgende: Kohlenschaufeln, Feuerhaken, Tiegelzangen, Haken von blankem Eisen zum Ausziehen der Flüsse und sonstigen Schmelzungen aus den Tiegeln, Mörser von Eisen und Porzellan, Farbenschälchen u. dergl. von demselben Stoffe oder Glas, Spateln von Eisen und Holz, und anderes, was man ohne Mühe und Kosten allenthalben haben oder durch gewöhnliches Hausgeräthe ersezen kann. Endlich bringe ich mit Vergnügen der Geheim- und Wichtigthuerei mit unserer Kunst und ihren Apparaten noch einen Stoß bei, indem ich bemerke, daß in Ermangelung eines eigentlichen Windofens sogar ein in unseren Stuben gewöhnlicher Kanonenofen von Gußeisen mit gutem Erfolge benuzt werden kann.

14) Alles Geräthe, welches in unmittelbare Berührung mit den Pigmenten und Flußmitteln kommt, insbesondere zu deren Aufbewahrung, Mischung, Schmelzung etc. dient, ist möglichst sauber zu halten, und nach jedesmaligem Gebrauche wohl zu reinigen, um nicht durch zufälliges Zusammenbringen heterogener Ingredienzien die Frucht seiner Bemühungen zu vereiteln. Namentlich muß man beim Wiedergebrauch schon benuzter Schmelztiegel vorsichtig zu Werke gehen.

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Bevor ich nun zu den Manipulationen des Auftragens und Einbrennens der Pigmente übergehe, muß ich wieder einen Blik auf die verschiedenen Arten der Glasmalerei selbst zurükwerfen, da jene von diesen zum Theil abhängig sind.

Man malt nämlich entweder auf Eine Scheibe von weißem Glas, auf welche das ganze Bild mit allen seinen Hauptfarben und Mitteltinten eingeschmolzen wird (peinture en apret);

oder man sezt ein Bild aus verschiedenen farbigen Hüttenglasstüken zusammen, und bringt, da diese an und für sich schon die Localfarben enthalten, nur noch die Umrisse und Schatten darauf (musivische Glasmalerei);

oder man vermischt beide Arten in einem und demselben Bilde in so ferne, als man dieses theils aus farbigen Hütten-, theils aus weißen und bemalten Gläsern zusammensezt.

Für die Glasmalerei auf Eine Scheibe gelten vorneweg folgende Regeln:

Man wähle hiezu ein reines weißes, von Luftblasen freies und besonders strengflüssiges Glas, da es die ganze Mühe des Künstlers vernichten würde, seine Farben auf eine eben so leichtflüssige oder gar noch leichtflüssigere Unterlage, als sie selbst sind, einbrennen zu |212| wollen. Uebrigens kann man auch, wie die Beispiele der Alten darthun, auf das anscheinend unreinste und gemeinste Glas mit gutem Erfolge malen, wenn es nur, wie gesagt, nicht zu viel Bleigehalt hat.

Vor der Arbeit reibe man die zu bemalende Glastafel mit reinem, an der Luft zerfallenen Kalk gehörig ab, um sie vollkommen zu reinigen.

Dann wird die Scheibe nach ihrem ganzen Umfange grundirt, von Einigen lediglich in der Art, daß sie ein reines Stük Leinwand oder einen breiten Haarpinsel in Terpenthinöhl tauchen und die Scheibe gleichmäßig damit bestreichen; von andern aber, indem sie dem Ganzen einen hellen schwarzen Grund von Glasmalerfarbe geben, welcher jedoch seine Durchsichtigkeit nicht aufheben, sondern ihm höchstens das Ansehen eines wohl mattgeschliffenen Glases geben darf. Beide Manieren bezweken, dem Glase eine klebrige Oberfläche zu geben, welche die Zeichnung und die Farben besser annimmt als der blanke Grund; leztere aber bereitet das Glas zugleich auf die malerischen Effecte vor, welche darauf erreicht werden wollen. In beiden Fällen aber muß der aufgetragene Grund auf das sorgfältigste mit einem großen Haarpinsel (Vertreiber) vertrieben und unter möglichstem Schuze vor Staub etc. schnell getroknet werden.

Die Malerei auf Eine Scheibe erfordert nur Einen Carton, nach welchem wiederum auf zweierlei Art gearbeitet werden kann.

Entweder legt man die auf solche Art gegründete und ganz getroknete Scheibe auf den Carton, und zeichnet dessen durchschimmernde Umrisse mit einem feinen Schreibepinsel und Schwarzloth oder einer anderen zum Grundiren geeigneten Glasmalerfarbe leicht nach, oder man legt umgekehrt den Carton auf die Scheibe und überfährt alle Contouren desselben mit einer Spize von Stahl oder Elfenbein. Ist für diesen Fall die Scheibe lediglich mit Terpenthin grundirt, so muß die Rükseite des Cartons vorher mit Bleistift abgerieben werden, damit sich die nachgefahrenen Umrisse der Zeichnung auf der hellen Oberfläche dunkel abdrüken. In beiden Fällen aber, der Carton liege auf oder unter dem Glase, muß er zur Bequemlichkeit des Zeichners auf dieses mit ein wenig Wachs an den vier Enden festgeklebt werden.

Zu den nachfolgenden, das Auftragen der Farben und respective Malen bezwekenden Arbeiten bedient man sich eines Pultes, das mittelst Stüzen an beiden Seiten geneigt werden kann, und in einer in hölzerne Rahmen geschlagenen Glastafel besteht, indem das Tageslicht durch die Arbeit fallen muß. Zuweilen kann man die in Arbeit habende Scheibe von diesem Pulte nehmen und auf ein weißes Papier |213| legen, was dazu dient, den Effect gewisser Farben besser zu beurtheilen. Andere benuzen statt dieses gläsernen Pultes schlechtweg einen hölzernen Rahmen, der sich weiter oder enger zusammenschieben und mit Schrauben feststellen läßt, und so die einzelnen eingesezten Glasscheiben der Handhabung des Malers entgegenhält.

Das Vehikel der aufzutragenden Pigmente nun ist im Allgemeinen Oehl. Einige wollen ausschließend Wasser, allein dieses ist kein ausreichendes Bindemittel für Metallkörper auf Glas, besonders wenn leztere, wie bei den Flüssen, mehr grobkörnig und in ziemlich starker Lage aufgetragen werden müssen. Sie fallen dann leicht schon vor dem Einbrennen wieder ab, veranlassen schon beim Auftragen größere Schwierigkeit, und haben besonders den sehr bedenklichen Umstand gegen sich, daß sich mit Oehl die Gränzen schärfer bestimmen und die schon bemalten Stellen nach dem Auftroknen ohne besondere Gefahr, den Grund aufzulösen, noch einmal überfahren lassen. Es versteht sich, daß die, welche mit Wasser arbeiten, die Scheibe entweder gar nicht, oder auch nur mit einer durch Wasser verdünnten Glasmalerfarbe grundiren.

Das zwekmäßigste Oehl zu unserem Gebrauche ist rectificirtes, durch Stehen etwas verdiktes und mit wenig Lavendelöhl verseztes Terpenthinöhl, welches der Masse sowohl die nöthige Zähigkeit gibt, als die zu schnelle Austroknung und Verdikung der Farbe auf der Palette verhindert. Leztere sey von starkem Scheibenglase durch Abreiben mit feinem Sande matt geschliffen, mit gläsernem Laufer.

Vor ihrem Anreiben mit Oehl und dem eigentlichen Auftrag müssen diejenigen Farben, welche eines Flußmittels bedürfen, zuerst mit diesem in Wasser fein abgerieben und wieder getroknet werden, vorausgesezt, daß die specielle Vorschrift nicht ein anderes verlangt. Die Flüsse aber, d.h. solche Pigmente, welche das Oxyd mit dem Flußmittel schon in sich verschmolzen und verglast enthalten, und schon selbst durchsichtige Gläser sind, wie die oben angeführten, aus Kupfer oder Kobalt gewonnenen Pigmente, dürfen zum Auftrage nur grobgekörnt werden, denn je feiner man diese reibt, desto undurchsichtiger und unvollkommener fallen sie beim Einbrennen aus. Und jene Pigmente, welche ohne alles Flußmittel, lediglich in Verbindung eines erdigen Vehikels, aufgetragen werden, wie die aus Silber gewonnenen gelben und röthlichen Farben, machen eine absolute Ausnahme von dem Gebrauche des Oehls, und werden mit Wasser zu einem diken Brei angerührt, aufgetragen.

Die erste dieser drei Gattungen von Pigmenten erfordert in der Regel einen dünnen, die zweite und dritte aber einen diken und pastosen Auftrag, und es hängt bei allen dreien von der dikeren oder |214| dünneren Schichte, in der sie auf das Glas gelegt werden, die Klarheit oder Tiefe und Sättigung des Farbentones ab.

Das Auftragen der Flüsse ist mit mehr Schwierigkeit verbunden als das der übrigen Glasmalerpigmente. Leztere werden, wie bei anderen Gattungen der Malerei, lediglich mit dem Pinsel aufgetragen und nur dafür gesorgt, daß der Auftrag möglichst gleichmäßig sey, weßwegen bei größeren Flächen häufig zum Vertreibepinsel gegriffen werden muß; abweichend hievon werden nur, wie schon gesagt, die aus Silber gewonnenen Farben behandelt, welche wenigstens Messerrüken dik auf das Glas gesezt werden. Die Flüsse aber sind in der Eigenschaft einer zähfließenden Masse auf die zu überziehende Fläche zu bringen, feucht genug, um zu fließen, aber auch consistent genug, um das Glas zu deken. Es geschieht dieß, indem man kleine Portionen mit dem Pinsel oder einem Löffelchen aufträgt, sie mittelst dieser Werkzeuge auseinander treibt, und durch Neigen der Scheibe nach verschiedenen Seiten sie innerhalb der von ihnen einzuhaltenden Umrisse ausstießen läßt. Wo die von ihnen solcher Art bedekte Fläche einen dunkleren Ton erhalten soll, läßt man durch länger fortgesetztes Neigen der Glasfläche nach dieser Richtung hin den Fluß sich dichter anhäufen. In gleicher Art bringt man sogar mehrere Abstufungen im Tone eines und desselben Flusses hervor.

Die übrigen Regeln des Auftrags der Pigmente sind mehr oder weniger Ergebniß der verschiedenen Manieren auf Eine Scheibe zu malen, deren sich hauptsächlich drei herausstellen.

Entweder wird auf einer Fläche der Scheibe das ganze Bild in seinen Umrissen und Schattirungen mit schwarzer, brauner oder grauer Farbe ausgeführt, und auf der anderen mit den auf die einzelnen Stellen gehörigen Farben illuminirt;

oder es wird mit den Glasmalerfarben lediglich nach der Disciplin der Oehlmalerei verfahren, und das Gemälde rein malerisch behandelt;

oder man verschmilzt, was jezt am üblichsten, beide Manieren, indem man jede derselben stellenweise, je nach dem Erforderniß des beabsichtigten Effects, Plaz greifen läßt. Für diese drei Manieren gelten folgende gemeinsame Regeln:

1) Die Schatten und in dunkeln Farben ausgeführten Umrisse, so wie das, was bei der Oehlmalerei Untermalungen sind, werden im Durchschnitte auf der vorderen, dem Betrachter zugewendeten Seite ausgeführt;

2) die ganze Stellen illuminirenden Farben und Flüsse, namentlich Haupttöne, werden auf die Hintere Fläche derselben aufgetragen;

3) Mitteltinten, Abstufungen und Uebergänge finden in der |215| Regel auf der vorderen, jedoch auch der Hinteren nothwendig Plaz, wenn sie nämlich aus dem Grunde mit beiden Flächen wechseln, weil sie nebeneinander auf einer und derselben, ohne in einander überzufließen, und so eine Mißfarbe zu erzeugen, nicht aufgetragen werden können;

4) die aus Silber gewonnenen gelben und röthlichen Farben müssen jedesmal auf die Hintere Fläche gelegt werden;

5) in einzelnen Fällen trägt man auf beiden Flächen, an den sich entsprechenden Stellen, Farben auf, um durch den Zusammenklang derselben bei durchfallendem Lichte besondere Nüancen zu erzielen. So gibt Purpur auf einer und Goldgelb auf der anderen Seite prächtige Feuerfarbe und Scharlach; ebenso Blau und Gelb, nach Maßgabe ihrer beiderseitigen Intensität, verschiedene Abstufungen von Grün; leztere Farbe hinwiederum wird durch Blau auf der entgegengesezten Seite zu den trefflichsten Fernen herabgestimmt u.s.w. Nicht minder kann man durch Mischung verschiedener Farben die verschiedenartigsten Mitteltinten erzielen, wie überhaupt die Glasmalerei auf ihrer jezigen Höhe den Künstler in Entwikelung seiner Kräfte mit fast gleicher Freiheit, wie auf dem Gebiete der Oehlmalerei, sich bewegen läßt;

6) um auf eine schon einmal bemalte, z.B. mit Conturen und Schattirungen bedekte Stelle noch einen Farbenton sezen zu können, troknet man sie zuvor bei gelinder und, um das Springen der Glastafel zu vermeiden, gleichmäßiger Wärme aus, malt aber erst nach ihrem Erkalten weiter. Oder man brennt die zuerst aufgetragene schwarze Ausarbeitung, und wo möglich gleich mit dieser die gelben Töne, insofern solche vorkommen, vor der Hand ein, worauf man über die schon fixirte Malerei ohne Störung fortarbeiten kann;

7) die gelbe Farbe jedoch, welche aus dem Grunde kein Flußmittel enthält, damit nach dem Einbrennen das Residuum ihres Vehikels, des eisenhaltigen Thones, wieder abgerieben werden könne: darf nie über eine andere Farbe, nicht einmal über schwarze Schattirung gelegt werden, wenn solche nicht schon eingebrannt ist, vielmehr erfordert sie immer eine sorgfältig gereinigte Stelle; außerdem würde sie mit dem Flußmittel der unten liegenden Farbe sich verbinden, ihr Residuum fixiren, und so ihre Durchscheinenheit und Schönheit aufheben;

8) alle Pigmente darf man wohl etwas dunkler aufsezen, als man in einem anderen Genre der Malerei thun würde, weil sie beim Einbrennen an Tiefe verlieren;

9) wo ein Pigment seinen Umriß überschritten haben sollte, nimmt man nach dem Troknen das Überflüssige mit dem Messer |216| hinweg. Durch Hinwegnahme des Grundes mit dem sogenannten Radirhölzchen dagegen, einem Griffel von feinkörnigem Holze, vorne zugespizt, hinten platt, bringt man die effectvollsten Lichter zuwege;

10) sollten sich, nach dem Troknen des Bildes die Farben nicht ganz matt und troken, sondern glänzend und fett erweisen, so hängt dieß vom Mißbrauche des Oehls, welcher der Schönheit der Pigmente beim Einbrennen immerdar gefährlich wird, ab;

11) es ist weder nöthig noch räthlich, nach dem Auftrage der Farben ihnen mehr als einen Tag zum Austroknen Zeit zu geben, Vielmehr schreite man längstens nach Abfluß der benannten Frist sofort zum Einbrennen;

12) schließlich befleiße man sich während der Arbeit der größten Sauberkeit, halte Pinsel und Palette rein, und schüze die Malerei vor Staub u. dergl., weßwegen man vermeide, im Laboratorium oder gar dem Schmelzlocale, wo Dämpfe, Staub und Unreinlichkeit mancher Art unabweislich sind, auch zu malen.

Was nun die Glasmalerei mit farbigen Hüttengläsern anbelangt, oder die theils mit solchen, theils mit weißen und bemalten, so unterliegt auch hier der Auftrag der Pigmente den obigen allgemeinen Grundsäzen. Es bleibt bezüglich dieser, im Kleinen weniger praktischen Manieren, da Bleizüge bei einem auf so nahes Betrachten berechneten Bilde die Illusion stören, nur noch einiges die Anlage des Cartons und das Zuschneiden, Herrichten und Zusammenfügen der Gläser Betreffende zu sagen übrig.

Die musivische Glasmalerei erfordert einen doppelten Carton. Einer davon, der Malerei als Muster und Vorbild dienend und darum fertig ausgemalt, gibt zugleich die Einteilung der Scheibenstüke und der Bleieinfassung nach den Umrissen der Figuren und ihren verschiedenen Farben an, wobei jedes einzelne Stük durch eine Nummer bezeichnet ist. Der andere, dessen Zeichnung nur in den schwarzen Umrissen der Bleieinfassung besteht, und dessen einzelne Theile mit gleichen Nummern, wie der erste, bezeichnet sind, wird nach diesen Umrissen in Stüke zerschnitten und ringshin um so viel, als die halbe Stärke des Bleikerns der Einfassung beträgt, geschmälert, worauf man genau nach ihnen das Zuschneiden der farbigen und weißen Gläser vornimmt.

Das Zuschneiden der Gläser geschieht entweder mittelst des Diamants und des Rieseleisens, oder indem man einen kleinen, in das Glas gemachten Riß durch Hülfe einer glühenden Kohle oder eines solchen Eisens nach der zu verfolgenden Richtung hin weiter zieht, oder durch Schneiden mittelst der Scheere unter Wasser, was übrigens das wenigst sichere Verfahren ist.

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Bei Ueberfanggläsern, d. i. Hüttengläsern von zwei verschiedenfarbigen, von der Fritte her auf einander liegenden Schichten, z.B. roth und weiß, blau und weiß etc., kann man dadurch verschiedene Schattirungen hervorbringen, daß man von der farbigen Glasschichte durch Schleifen mit Schmirgel mehr oder weniger nach bestimmten Umrissen hinwegnimmt. Oder man schleift die farbige Scheibe bis auf das weiße Glas durch, und gibt also farbige Verzierungen auf weißem Grunde, besonders zur Darstellung damastartiger Stoffe. Auch kann man die dadurch entstandenen weißen Stellen auf der entgegengesezten Seite beliebig färben, um mannichfache Effecte hervorzubringen oder die Anwendung mehrerer Scheiben zu vermeiden, wenn das Uebergreifen einer anderen Farbe in der des Ueberfangglases gemäß des malerischen Vorwurfs unumgänglich ist.

Auch die farbigen Hüttengläser können außer Schwarzloth mit Abstufungen und Mitteltinten der ihnen eigenthümlichen Hauptfarbe bemalt, ja, um besondere Nuancen zu erzielen, auf einer ihrer beiden Flächen durchaus mit einem anderen Tone bedekt werden. So gewinnt man ein sehr brennendes Roth, wenn man ein rothes Ueberfangglas auf seiner weißen Fläche mit unserer aus Silber gewonnenen gelben Farbe überzieht und einbrennt, eine Nuance von Grün bei gleicher Anwendung desselben Pigments auf ein blaues Ueberfangglas etc., worin dem Scharfsinne und der Routine des Malers die weitesten Schranken gesezt sind.

Die Verbleiung des Ganzen überläßt man am füglichsten dem Glaser. Um jedoch auch den Anforderungen desjenigen Dilettanten zu entsprechen, der alles an einem Versuche unserer Kunst sein eigen nennen möchte, diene Folgendes. Man biegt (in der Glaserterminologie sogenanntes) gemeines Blei von schmalem Kern und schmalen Rändern um eines der mittleren Stüke des musivischen Glasgemäldes, so daß es dieses mit der Fuge seiner einen Seite auffaßt, und in die seiner anderen ein weiteres Stük einschieben läßt, und fährt so, immer unter genauer Zuratheziehung des Cartons, auf dem man gleich die Arbeit vornehmen kann, und stets vom Centrum des Bildes nach Außen zu arbeitend fort, wobei man die verschiedenen Stüke des Bleies an ihren Berührungsenden, womit immer eines in die Fuge des anderen unter dem erforderlichen Winkel eingeschoben wird, sogleich verlöthet. Hiezu bedient man sich des sogenannten Schnell- oder Zinnlothes (aus Zinn, welchem so viel Blei zugesezt wird, daß es beim Biegen nur wenig knirscht – gewöhnlich 1 Th. Blei und 3–4 Th. Zinn) und eines gewöhnlichen Glaserlöthkolbens mit kupferner Spize. Nachdem dieser in Kohlenfeuer erhizt worden, reibt man ihn an gepulvertem Salmiak und Kolophonium, dann an |218| einem Stüke Zinnloth, wobei so viel an dem Kupfer hängen bleibt, daß man es auf das Fensterblei übertragen kann. Ist die Verzinnung vollzogen, so thut man gut, die Bleinäthe, deren Metallglanz im Bilde stören würde, mit einer dunklen Oehlfarbe oder noch besser mit sehr verdünnter Schwefelsäure zu überziehen, welche das blanke Blei sogleich erblinden macht.

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Ich habe in meiner bisherigen Darstellung des Verfahrens beim Glasmalen immer den Zwek im Auge behalten, die Ausübung dieser Kunst in möglichst viele Hände zu bringen, habe daher überall nicht allein den zwekmäßigsten, sondern auch kürzesten und leichtest zu betretenden Weg vorgezeichnet, und insbesondere dahin getrachtet, den wirklich lächerlichen Wahn von der Absonderlichkeit und kostspieligen Großartigkeit der benöthigten Geräthe zu zerstören, und vielmehr zur Möglichkeit hinzuleiten, sich dasselbe selbst zu verfertigen; – diesem Grundsaze werde ich nun auch bei der Anleitung zum Schmelzbrand und der Construction des hiezu benöthigten Ofens, von dem so abenteuerliche Begriffe im Umlauf sind, treu bleiben, und bethätige dieß zum Theil gleich dadurch, daß ich jede gewöhnliche Küche als vollkommen brauchbares Schmelzgewölbe, und jeden gemeinen Herd nebst einigen Baksteinen, Ziegeln und eisernen Stangen als genügend zur Construction eines dem Zweke ganz entsprechenden Ofens erkläre. Die übrigen benöthigten Werkzeuge bestehen in einer Muffel, einer eisernen Kohlenschaufel, deßgl. Feuerzange und Zange zum Ausziehen der Proben, und einem Topfe zum Abdämpfen der Kohlen.

Die Muffel, wenn man nicht dergleichen von Gußeisen oder Graphitmasse hat, kann man sich allenthalben aus gebrannter Töpferwaare fertigen und ihre Größe nach dem jeweiligen Bedürfnisse einrichten lassen. In lezterem Falle muß sie, um feuerbeständiger zu seyn, aus einer Mischung von 2 Th. Thon und 1 Th. feinem Sand, und zwar in einer länglich vierekigen Form, annahmsweise 12'' lang, 10'' breit und 5'' hoch, und natürlich groß genug seyn, um die umfangreichste der einzubrennenden Scheiben aufnehmen zu können, ohne daß deren Ränder mit den Wänden der Muffel in Berührung kommen. In der Mitte einer ihrer kurzen Seiten hat sie eine 5'' lange und 3''' weite Oeffnung zum Ausziehen der Proben, und schließt mit einem Dekel von derselben Masse mit zwei runden Löchern von beiläufig 1 1/2'' Durchmesser, die in beiläufig 2 1/2'' lange Röhren nach Oben auslaufen.

Nun baue man einen vierekigen Ofen, dessen innerer Raum 4'' länger und eben so viel breiter ist als die Muffel, die er aufnehmen soll.

Man legt zu diesem Baue lediglich Baksteine auf einander, jedoch |219| so, daß die dem Arbeiter zugekehrte Wand eine vom Boden an 3' hohe und 12'' breite Oeffnung zur Direction der späteren Feuerung enthält. Hat dieses Vierek von übereinandergelegten Baksteinen die Höhe von 4'' auf jeder Seite erreicht, so bildet man durch ein paar eiserne Stangen, die auf seinen Längeseiten aufgelegt werden, einen völlig horizontalen Tragrost. Auf diesen sezt man die Muffel so, daß sie die Probenöffnung dem Arbeiter zukehrt. Nachdem man hierauf die gemalten Gläser in die Muffel eingelegt, baut man die Wandungen des Ofens höher und zu einer solchen Höhe auf, daß sie die 2 1/2'' hohen Röhren des Dekels um 1 Zoll überragen, wobei jedoch die vordere, dem Arbeiter zugekehrte Wand wieder eine mit der Probenöffnung der Muffel correspondirende 3 1/2'' breite und 2'' hohe Oeffnung behalte. Beide Oeffnungen der vorderen Ofenwand müssen verschließbar seyn, und zwar die untere, die des Feuerherds, mittelst eines mit Thon ausgefüllten Stöpsels von Eisenblech, die obere, der Probenöffnung der Muffel entsprechende, mit einem Steine. Jeder dieser Stöpsel muß genau passen und die Dike der Wandung haben.

Das Eintragen der gemalten und einzubrennenden Gläser geschieht folgender Art. Man besprengt vor allem gut gebrannten Kalk mit etwas Wasser und troknet ihn, wenn er hierauf zerfallen, über dem Feuer wieder gehörig aus. Mit diesem Pulver bedekt man, indem man es durch ein grobes Haarsieb schlägt, den Boden der Muffel bis zur Dike eines Zolls, ebnet diese Unterlage sorgfältig, weil sich sonst die eingetragenen Scheiben im Brande krumm ziehen könnten, und legt diese neben einander, jedoch so darauf, daß sie weder unter sich, noch mit den Wänden der Muffel in Berührung kommen. Dann siebt man wieder eine dünne Lage Kalk darüber, legt eine zweite Reihe gemalter Gläser ein, und fährt so fort, bis man an die Mitte der Muffel und zwar an die Oeffnung zum Ausziehen der Farbenproben gelangt, welche in 6–7 Zoll langen und 1 Zoll breiten, mit Mustern von den einzubrennenden Farben bestrichenen Glasstreifchen bestehen. Diese werden wie die gemalten Gläser auf eine Schichte Kalk, und eben damit überstreut, jedoch so eingelegt, daß sie mit einem Ende bis in die Mitte der Muffel reichen, mit dem andern aber einen halben Zoll lang aus der Probenöffnung desselben hervorragen, um sie mit der Zange anfassen und herausziehen zu können. Hierauf fährt man mit dem Eintragen der übrigen Gläser und dem Kalkstreuen fort, bis alles, wie oben beschrieben, eingelegt oder die Muffel voll ist. Hat man nur Eine Scheibe einzubrennen, so füllt man die Muffel statt mit bemalten mit gewöhnlichen Glasscheiben und den betreffenden Kalkschichten, und trägt die eigentlich zu schmelzende Tafel |220| in eine der mittleren Lagen der Muffel ein. Darnach dekt man die Muffel zu.

In die beiden Röhren des Dekels stellt man 5–6'' lange und 1'' breite Streifchen von der nämlichen Glassorte der Arbeit (die Wächter) senkrecht und in der Art ein, daß sie mit dem unteren Theile in der, zunächst unter dem Dekel befindlichen Kalkschichte der Muffel stehen, mit dem obern aber ungefähr 2'' aus der Röhre hervorragen.

Hierauf und nachdem man die Probenöffnung der vorderen Ofenwand mit ihrem Stöpsel verschlossen, unternimmt man die Feuerung, indem man glühende Kohlen über den Herd des Ofens streut, und alle Zwischenräume zwischen seinen Wänden und der Muffel mit Holzkohlen, darunter immer einige brennende, bis zur Höhe der Muffel, ja noch über diese hinweg, jedoch so, daß die Wächter daraus hervorragen, anfüllt, welche dann bald in vollen Brand gerathen werden.

Dann legt man oben quer über die Ofenwände eiserne Stangen, und auf diese Dachziegel, welche den Ofen bis auf ein in der Mitte befindliches Loch von nicht ganz 1' Durchmesser bedeken sollen.

Es ist hier zu bemerken, daß man zur größeren Sicherheit des Gelingens neue oder einige Zeit nicht mehr benuzte Muffeln vor dem Gebrauch ausglüht, indem man sie auf die eben beschriebene Weise, gerade als ob sie Schmelzgläser enthielten, einem Brande bis zum Grad des Weißglühens aussezt, und sie dann nach Hinwegnahme des Feuers, im Ofen von selbst sich abkühlen läßt. Erst wenn sie völlig erkaltet, kann man sich ihrer zum eigentlichen Gebrauche bedienen.

Bei der nun folgenden Feuerung zum Behuf des Einbrennens ist besonders darauf zu sehen, daß sich die Gluth auf allen Seiten gleichmäßig entwikle; eben so muß durch fortwährendes Eintragen von Kohlen der Brand in gleicher Stärke erhalten werden.

Glüht die Muffel dunkelroth, biegen sich die Wächter und zeigen sich die Farben auf den Probestreifchen, die man herausgezogen und zur langsamen Abkühlung auf den Dekel des Ofens gelegt, vollkommen eingeschmolzen und schön, was alles um die 6te oder 7te Stunde des Brandes zu geschehen Pflegt, so holt man das Feuer zur Herdöffnung des Ofens heraus, so schnell zwar wie möglich, aber doch mit Vorsicht, um nicht an der Muffel zu rütteln oder gar sie umzustoßen, verstopft und lutirt die Herd- und Probenöffnungen so wie das Dekelloch des Ofens, und überläßt ihn der allmählichen Abkühlung, die in 24–36 Stunden vollendet ist.

Die herausgeholten Kohlen löscht man, um sie wieder gebrauchen zu können, in einem Topf mittelst Wasser aus.

Nach der Abkühlung nimmt man die Gläser aus der Muffel, |221| reinigt sie mittelst einer Bürste und lauwarmen Wassers und troknet sie sorgfältig ab.

Sollten sie eines ferneren Malens und sohin eines zweiten Brandes bedürfen, so müssen dießmal die Pigmente mit einer größeren Menge Flußmittels versezt und eine geringere Hize zum Einbrennen angewendet werden, um dem Zerfließen etc. der zuerst aufgemalten Theile vorzubeugen.

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