Titel: Preisaufgabe auf Funkenabhalter für Dampfwagen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1840, Band 75, Nr. XVI./Miszelle 2 (S. 73)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj075/mi075016_2

Preisaufgabe auf Funkenabhalter für Dampfwagen.

Für die Jahre 1838–39 ist von dem Verein zur Beförderung des Gewerbfleißes in Preußen die silberne Denkmünze und noch außerdem 500 Thlr. für denjenigen ausgesezt, welcher eine Einrichtung an Dampfmaschinenwagen angibt, durch welche das Umherstreuen von glühenden Schlaken und Funken durch den Rost und aus dem Schornsteine, die den transportirten Wagen, den mitfahrenden Personen, oder den in der Nähe der Eisenbahn befindlichen feuerfangenden Gegenständen nachtheilig werden könnten, verhütet wird, ohne dadurch die Betriebskraft der Maschine, unter übrigens gleichen Umständen, zu beeinträchtigen. – Es wird dabei bemerkt: seitdem die Dampfwagen auf den Eisenbahnen mit einer sehr bedeutenden Geschwindigkeit angewendet werden, hat man zur Vergrößerung der Wirksamkeit dieser Maschinen darauf Bedacht nehmen müssen, die Dampferzeugung und zu diesem Zweke wiederum die Verbrennung des Feuermaterials zu befördern. Da nun leztere am sichersten durch Verstärkung des Luftzuges erreicht ward, der auf dem kürzesten Wege entstand, wenn man den Rost von Unten ganz frei ließ, um den Zutritt der Luft zu den Brennmaterialien zu erleichtern, so ist daraus der doppelte Uebelstand hervorgegangen, einerseits, daß die glühenden Kohlen durch die Roststäbe frei auf die Bahn fallen, von wo sie durch den Wind noch glühend in der Umgegend verbreitet werden können, andererseits daß der starke Zug die glühenden Kohlentheilchen und Funken oben durch den Schornstein treibt und von hier aus auf feuerfangende Gegenstände wirft. Dadurch sind Waaren auf dem vom Dampfwagen bewegten Wagenzuge entzündet, Kleidungsstüke der mitfahrenden Personen vielfach versengt worden, ja sogar nahe gelegene dürre Moos- und reife Getreidefelder in Brand gerathen. Um diesen Gefahren zu begegnen, haben zwar schon C. Jones von Portsmouth in Virginien, W. S. Curtis in Deptford und W. Schultz in Philadelphia verschiedene Vorschläge gemacht, auch hat das englische Oberhaus nicht nur durch eine Commission die Feuergefährlichkeit der Dampfwagen für die durchschnittenen Gegenden und besonders die in der Nähe der Bahnen befindlichen Gebäude prüfen, sondern auch über die Zwekmäßigkeit mehrerer, zur Verhütung dieser Gefahr bekannt gewordenen Vorrichtungen, Männer wie Rennte, D. Lardner, R. Stephenson, Ch. J. Blund, J. U. Rastrick und H. Carle vernehmen lassen (siehe Mech. Magaz., No. 671, 680, 683 und 695, in Dingler's Journal Bd. LXI. S. 245; Bd. LXII. S. 109 und 448, und Bd. LXIII. S. 321). Allein wenn auch von einigen Vorrichtungen angeführt wird, daß seit ihrer Anwendung keine Hauptbeschädigungen mehr vorgekommen seyn sollen, so scheint es doch, daß bisher keine angegeben wurde, welche nicht nur dem fraglichen Zweke vollkommen entspricht, sondern auch den Leistungen der Maschinen keinen Eintrag thut. (Verhandl. des preuß. Gewerbevereins 1839, S. 31.)

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