Titel: Ueber die Farbholz-Schneidmaschine des Hrn. de Vallery.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1840, Band 75, Nr. XVI./Miszelle 7 (S. 75–76)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj075/mi075016_7
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Ueber die Farbholz-Schneidmaschine des Hrn. de Vallery.

Hr. Bussy erstattete der Société d'Encouragement im Namen der für die chemischen Künste niedergesezten Commission einen Bericht über die im polyt. Journal Bd. LXXIV. S. 408 beschriebene und abgebildete Maschine, aus dem wir zur Ergänzung Nachstehendes beifügen.

Die Maschine des Hrn. de Vallery wirkt nicht durch Zermalmung, sondern nach Art einer Sage, und indem sie das Holz senkrecht gegen dessen Fasern angreift. Sie liefert daher ein vollkommen gleichförmiges Pulver, welches mit den nach den bisherigen Methoden gemahlenen Farbhölzern verglichen, folgende Unterschiede bemerken läßt. Unter dem Mikroskope untersucht, scheint dasselbe nämlich aus ziemlich regelmäßigen Bruchstüken zu bestehen, und auf der durch das Schneidgeräth hervorgebrachten Schnittfläche bemerkt man eine Menge Zellen, in denen der Färbestoff enthalten ist, und welche senkrecht gegen ihre Längenachse durchschnitten sind. Die gewöhnlichen Pulver dagegen sind sehr unregelmäßig und bestehen aus länglichen Fasern von sehr verschiedener Dike, an denen die Zellen weit weniger bloß gelegt und gewöhnlich nach deren Längenachse, d.h. nach der Länge der Fasern zerrissen sind. Hieraus geht hervor, daß sich der Färbestoff aus ersterem Pulver weit vollkommener ausziehen lassen muß, als aus lezterem, und zwar mit Ersparniß an Zeit, Material und Arbeitslohn. Ferner kommt zu bemerken, daß die Holzstükchen, aus denen das neue Pulver besteht, bei der ihnen eigenthümlichen Form beim Waschen leicht von der Wolle und den Zeugen, auf welche sie sich ablagerten, loslassen, was von sehr großem Vortheile ist. Es wird nämlich hiedurch möglich, direct aus dem Bade, in dem sich das Holz befindet, zu färben, was bei den gewöhnlichen Pulvern, deren Fasern sich so fest in die Wolle oder die Zeuge hineinschieben, daß sie auch durch das sorgfältigste Auswaschen nicht mehr vollkommen beseitigt werden können, nicht angeht.

Die Vorzüge der nach der neuen Methode gemahlenen Farbhölzer fanden von Seiten der Färber auch bereits eine solche Würdigung, daß die Anstalt des Hrn. de Vallery, obwohl sie erst seit ein Paar Jahren im Gang ist, doch schon jezt an die Fabrikanten des Departements der unteren Seine allein jährlich 3 Mill. Kilogramme ihrer Producte liefert. Es hat sich nicht bloß der Verbrauch dieser Pulver allgemeiner verbreitet, sondern man kann, was von weit größerer Wichtigkeit ist, bei der außerordentlichen Feinheit derselben mehrere Farbhölzer, die sich bisher nicht für den Färber eigneten, zum Färben benüzen. Dazu gehört namentlich das rothe Sandelholz, welches seinen Färbestoff nur äußerst schwer abgibt, und deßhalb bisher noch nicht zum Färben verwendet ward. Es gehen nämlich dermalen schon bedeutende Mengen Sandelholzpulver nach Elbeuf und in andere Fabriken, wo es hauptsächlich verwendet wird, um den Grund für die küpenblauen Tücher zu geben. Ja an ein einziges Haus zu Elbeuf wurden bis zu 25,000 Kilogr. dieses Pulvers geliefert. Alles dieß wird durch die vorliegenden Zeugnisse mehrerer Fabrikanten bestätiget, und mehrere dieser lezteren stehen auch bereits mit Hrn. de Vallery über Errichtung von Farbholzmühlen nach seinem Systeme an ihren Fabriken in Unterhandlung.

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