Titel: Ueber die Reinigung des aus den Fichten geflossenen Peches.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1840, Band 75, Nr. XXXII./Miszelle 10 (S. 159–160)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj075/mi075032_10

Ueber die Reinigung des aus den Fichten geflossenen Peches.

Die Reinigung des aus den angehauenen Fichten geflossenen Peches geschieht, wie Hr. Graf Lambel an die Société d'encouragement schreibt, im Departement des Landes dadurch, daß man dasselbe in offenen Kesseln siedet, und die siedende Flüssigkeit auf Filter aus Stroh gießt. Was durch das Filter läuft, wird, um den Terpenthingeist daraus zu gewinnen, in einen Destillirkolben gebracht. Das Strohfilter wird jedesmal erneuert, und hält mehr oder weniger von dem Peche an sich, welches man in trokenes Pech (brai sec) verwandelt, wodurch es an Werth verliert. Wegen der Feuersgefahr müssen sich die Orte, an denen die beiden Operationen vorgenommen werden, in einiger Entfernung von einander befinden, was ein lästiges Hin- und Hergeschlepp veranlaßt, und die Kosten erhöht. Das Strohfilter hat übrigens nicht nur das Unangenehme, daß es einen Theil des Peches in sich aufnimmt, sondern es gibt auch einen trüben und mithin |160| unreinen Rükstand. Es handelt sich daher um ein besseres Filter, welches sich die Temperatur des Peches anzueignen im Stande ist, welches, ohne erneuert werden zu müssen, das Pech beständig durchfließen läßt, und welches endlich all das Harz, welches es einsog, auch wieder abgibt. Sand von einem diesem Zweke entsprechenden Korne hat mir in dieser Hinsicht Genüge geleistet; man kann statt desselben aber auch irgend eine andere gekörnte mineralische Substanz anwenden. Das Pech läuft klar und rein durch dieses Filter, wenn man oben auf dasselbe ein Drahtgitter von gehöriger Feinheit legt, wodurch die umfangreicheren fremdartigen Stoffe zurükgehalten werden. Nach dem Erkalten läßt sich das Filter mittelst Terpenthinöhl vollkommen von dem darin zurükgehaltenen Harze reinigen. Wenn man das Filter in einer Troknenkammer, deren Temperatur sich allmählich steigern läßt, anbringt, so kann man verschiedene Qualitäten von reinem und durchsichtigem Harze gewinnen; und sezt man auf die Troknenkammer, welche luftdicht schließt, einen Helm, so kann man auch das Oehl sammeln, welches an den dermalen gebräuchlichen offenen Kesseln beim Sieden verloren geht. Die aus Baksteinen gebaute Troknenkammer kann ohne Nachtheil in geringer Entfernung von den Destillirapparaten untergebracht werden. Man kann sogar zur Ersparnis des Transportes das gereinigte weiche Harz durch einen gut schließenden Hahn in die Destillirapparate laufen lassen. (Bulletin de la Société d'encouragement. Aug. 1839.)

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