Titel: Appretur für Hanf- und Leinengarn.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1840, Band 75, Nr. XXXII./Miszelle 11 (S. 160)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj075/mi075032_11

Appretur für Hanf- und Leinengarn.

Der leinene Faden, von welcher Starke er auch seyn mag, verliert gewöhnlich beim Nähen an Qualität; die folgende, von Odelant in Lille erfundene Appretur (Brevets d'invention Bd. XXXV. S. 360) soll nun diesem Uebelstande abhelfen. Man löse 1 Pfd. arabisches Gummi in 32 Pfd. Regenwasser, 1/4 Pfd. Hausenblase in 16 Pfd. Wasser, 1/2 Pfd. Pergamentleim gleichfalls in 16 Pfd. Wasser, mische die klaren Lösungen zusammen, seze 14 Pfd. Potasche und 1 Pfd. weißes Wachs (beides durch Kochen mit Wasser verseift) hinzu, und schütte Alles in 100 Pfd. Wasser. Diese Flüssigkeit wird nun heiß gemacht und Lein oder Hanf fünf bis sechsmal eingetaucht, noch naß aufgewunden, dabei durch ein weißes Leinen, welches man in der Hand hält, durchgezogen, an der Luft getroknet, und hierauf aufgespult. Hiebei läßt man das Garn nochmals durch ein weißes Leinen, das man zwischen den Fingern hält, laufen, und welches mit folgender Composition überzogen ist: 12 Pfd. arabischem Gummi, 1 Pfd. Wachs, 1/2 Pfd. Hausenblase, 1/2 Pfd. Pergamentleim mit 16 Pfd. Wasser im Wasserbade geschmolzen und beim Gebrauche etwas Alkohol zugesezt. Der Faden wird nun fast der Seide gleichen. Bei schwarzen oder anders gefärbten Fäden läßt man das Wachs und die Potasche weg, wendet die Appretur nur kalt an und troknet das Garn, in Strähnen gemacht, im Schatten. (Zeitschrift für Oesterreichs Industrie. Nr. 99. 1839.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: