Titel: Ueber einige Verbesserungen an den Wagenrädern.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1840, Band 75, Nr. XXXII./Miszelle 3 (S. 156–157)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj075/mi075032_3

Ueber einige Verbesserungen an den Wagenrädern.

Wir entnehmen aus einem der lezten Hefte des London Journal of arts nachstehende Notizen über einige Wagenräder, welche in den lezten Jahren in England patentirt wurden. I. Patent des Hrn. Patrick Seyton Hynes in Paddington vom 25. Febr. 1835. Das Wesentliche betrifft eine Methode die Räder eines Wagens zu sperren. Bewerkstelligt soll dieß werden durch Federbolzen, welche an der Radachse oder an dem unteren Theile des Wagens angebracht sind, und welche, wenn man es für nöthig findet, zum Behufe des Sperrens der Räder in entsprechende Löcher eindringen, welche zu deren Aufnahme in die Nabe gebohrt sind. Die Bolzen sind in Rahmen oder Bänder, welche zu beiden Seiten des Wagens an der Radachse befestigt sind, eingelassen, und werden durch Ketten zurükgehalten und durch Spiralfedern vorwärts getrieben. Sollen die Räder gesperrt werden, so läßt der Kutscher oder eine der im |157| Wagen befindlichen Personen die Ketten nach, wo dann die Bolzen vorspringen und in die in die Nabe gebohrten Löcher eindringen. Will man die Räder wieder frei machen, so zieht man die Bolzen mit einem Strike oder einer Kette zurük. In dem massiven Theile der Büchsen ist ein concentrischer Ausschnitt angebracht, der zur Aufnahme von Oehl dient, und von dem aus das Oehl in kleinen Canälen an die Achse fließt. – II. Patent des John Ingledew in Brighton vom 14. April 1835. Die Erfindung betrifft hauptsächlich die Fabrikation eiserner Räder für die Eisenbahnwagen. Die Speichen sind in einen centralen Ring, der die Nabe bildet, verschultert, und mit quer durchgeschlagenen Keilen darin befestigt. Die beiden Flächen des Rades sind mit Scheiben aus Eisenblech bedekt. Die äußeren krükenförmigen Enden der Speichen sind mit Schwalbenschwänzen und Keilen in den eisernen Felgen befestigt. Diese Räder sind an kurzen Achsen festgemacht, welche in Dillen, die an dem Wagen angebracht sind, umlaufen. Zur Verminderung der Reibung beim Umlaufen sind die Enden der kurzen Achsen kegelförmig gebildet. – III. Patent des Robert Whireside in Air in Nordengland, vom 20. Nov. 1834. Die Erfindung hat einen doppelten Zwek 1) soll den Laufrädern der Dampfwagen Elasticität gegeben werden; und 2) betrifft sie das Schmieren der arbeitenden Theile einer rotirenden Dampfmaschine. Man hat bereits mehreremale Räder mit elastischen Speichen in Vorschlag gebracht, und ist dabei von der irrigen Ansicht ausgegangen, daß die Achse, indem sie durch den Druk, den sie erleidet, und durch das Bewegungsmoment des Wagens aus dem Mittelpunkte geräth, vermöge dieser in Folge der Elasticität erlangten Stellung dem Vorwärtstreiben des Wagens förderlich wird. Der Patentträger hat, ohne auf das Widersinnige dieser Idee zu achten, wie er glaubt, einigen der praktischen Mangel dieser Räder abgeholfen, und zwar indem er anstatt der Anwendung elastischer Speichen die Achse in den Mittelpunkt einer vierekigen Platte einzusezen vorschlagt. Diese Platte will er beinahe nach Art der Patrone einer excentrischen Drehebank in einem an der Radfelge angebrachten Rahmen nach zwei Richtungen verschiebbar machen, wobei die centrale Stellung dieses Rahmens durch vier kräftige Spiralfedern, die sich von der Achse aus an die Eken des Rahmens erstreken, erhalten wird. Dieses Wenige dürfte genügen, um darzuthun, wie complicirt und nuzlos diese Vorrichtung ist. – Das Verfahren, wonach der Patentträger die arbeitenden Theile einer rotirenden Dampfmaschine schlüpfrig erhalten will, beruht darauf, daß er über der Maschine ein Beken anbringt, in welchem der Talg oder die sonstige Schmiere enthalten ist, und daß er dieses Beken mit dem Inneren der Maschine communiciren läßt. Dabei soll auf die obere Flache des Talges Dampf drüken, theils um diesen hiedurch in flüssigem Zustande zu erhalten, theils um ihn die Leitungsröhren entlang an die im Inneren der Dampfkammer spielenden Kolben zu leiten. Die Schmiere wird, nachdem sie ihren Dienst in der Maschine geleistet, wieder abgeleitet, und dann mit Pumpen wieder in das Beken emporgetrieben.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: