Titel: Ueber den Opiumverbrauch in China.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1840, Band 75, Nr. XLV./Miszelle 13 (S. 248)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj075/mi075045_13

Ueber den Opiumverbrauch in China.

Der Opiumhandel ist im chinesischen Reiche sehr streng verboten; die Geseze verdammen den Kaufmann, welcher heimlich Handel damit treibt, nicht nur zu körperlicher Züchtigung, sondern schreiben überdieß vor, daß sein Magazin und sein ganzes Haus verbrannt werde. Dessen ungeachtet bleibt sich jedes Jahr der Opiumbegehr gleich und der Handelsstand genügt ihm auch regelmäßig, ungeachtet der Wachsamkeit der chinesischen Beamten. Die Chinesen nehmen das Opium auf verschiedene Art; am liebsten vermengen sie es mit ihrem Tabak, dessen Rauch sie dann in eine gefährliche Trunkenheit versezt. Das Opium aus Bengalen ist wegen seines Wohlgeruchs zum Rauchen am meisten gesucht) diejenigen, welche eine stärkere Berauschung zu erzielen wünschen, kauen das Opium, anstatt es zu rauchen, und begehren dann dasjenige von Malva, welches am meisten Morphium enthält. Aus demselben Grunde wird dieses Opium auf den asiatischen Inseln gewöhnlich vorgezogen. Es war auf dem Markte in Canton sogar so beliebt geworden, daß das Opium von Patna, Benares, Bengalen und der Türkei mit gänzlicher Entwerthung bedroht wurde.

Im Jahr 1825 wurden in China verkauft: 3442 Kisten Opium von Patna und Benares, jede zu 975 Dollars oder 5362 1/2 Franken und 6276 Kisten Opium von Malva, jede zu 705 Dollars, also im Ganzen für 42, 675, 590 Fr. Opium!

Das Opium von Malva enthält, obgleich es wohlfeiler ist, 14 Proc. reines Opium, das von Patna und Benares hingegen nur 9 Procent. (Journal de Chimie medicale. Decbr. 1839.)

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