Titel: Ueber einen neuen, von Hrn. Bunten erfundenen Barometer.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1840, Band 75, Nr. XLV./Miszelle 6 (S. 239–240)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj075/mi075045_6

Ueber einen neuen, von Hrn. Bunten erfundenen Barometer.

Wer ohne die Genauigkeit in den Beobachtungen zu beeinträchtigen die meteorologischen Instrumente vereinfacht, sie wohlfeiler macht, deren Zerbrechlichkeit vermindert und deren Anwendung erleichtert, erwirbt sich sicher ein Verdienst um die Wissenschaft. Hr. Bunten, der bereits vor mehreren Jahren der Akademie in Paris einen sehr leichten Heberbarometer vorlegte, den man leicht mit sich tragen kann, und der seither bereits von Reisenden aller Nationen benuzt wurde, |240| gehört unter die Zahl dieser. Unter den Vorzügen der Heberbarometer vor den Gesäßbarometern wird hervorgehoben, daß an ihnen die Wirkungen der Capillarität nicht Statt finden. Da man allgemein annahm, daß die Depression des Queksilbers in beiden Schenkeln des Instrumentes gleich seyn müsse, so schien die senkrechte Distanz der Scheitel beider Säulen keiner Correction zu bedürfen. Die Erfahrung hat aber gezeigt, daß dem nicht so ist, und alles in Anschlag gebracht ist eine starke Correction, deren Werth man mit Genauigkeit zu berechnen weiß, besser als eine bloß approximative und wandelbare Schäzung. Die an den Heberbarometern erforderlichen Verniers haben bei Leuten, die mit dem Gebrauche von derlei Instrumenten nicht sehr vertraut sind, häufig grobe Irrungen veranlaßt, die bei dem Gebrauche des Gefäßbarometers unmöglich sind. Es war daher im Interesse vieler Reisenden sehr wünschenswerth, daß die Gefäßbarometer ebenso leicht und tragbar gemacht werden könnten, wie die Heberbarometer; daß man deren Queksilber leicht reinigen könne, und endlich, daß deren Preis merklich niedriger gestellt würde. Allen diesen Bedingungen hat nun Hr. Bunten an einem neuen Barometer, den er der Akademie in Paris vorlegte, zu entsprechen gesucht. Es genügt, über dieses Instrument zu bemerken: daß die graduirte messingene Scheide, womit sonst die Röhre umgeben zu seyn pflegt, hier weggelassen ist, daß die Gradeintheilungen wie an den ältern Gay-Lussac'schen Heberbarometern auf das Glas selbst gezeichnet sind; daß ein das Absehen und den Vernier tragendes bewegliches Stük eine möglichst genaue Ablesung gestattet; daß das Gefäß aus Schmiedeisen besteht) daß es auf treffliche Weise verkittet und an dem Glase festgemacht ist; daß man das konstante Niveau nicht wie an den Fortin'schen Barometern mittelst eines ledernen Sakes, sondern dadurch erzielt, daß man das Gefäß an- oder abschraubt; daß man das Queksilber ohne alle Schwierigkeit und sehr schnell reinigen kann; daß der eigentliche Barometer, wie man ihn in den physikalischen Cabinetten und chemischen Laboratorien braucht, nur 40 Fr. kostet; daß der Barometer für Reisen ausgestattet nur auf 70 Fr. zu stehen kommt, und also kaum 2/5 des Preises der älteren Heberbarometer kostet. Eine aus den HHrn. Cordier, Savary und Arago bestehende Commission trug hienach darauf an, daß die Akademie der Wissenschaften in Paris die Approbation des neuen Barometers aussprechen soll. (Comptes rendus de l'Académie 1839, 2e Sem., No. 17.)

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