Titel: Verbesserungen in der Daguerréotypie.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1840, Band 75, Nr. XLV./Miszelle 7 (S. 240)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj075/mi075045_7

Verbesserungen in der Daguerréotypie.

Noch immer ist man mit Studium und Vervollkommnung der Daguerréotypie beschäftigt. Was den technischen Theil anbetrifft, sind vorzüglich zwei Verbesserungen bemerkenswerth, welche zu gleicher Zeit der Akademie der Wissenschaften in Paris vorgelegt wurden. Die eine von Séguier ist auf Abkürzung des Processes der Jodirung der Silberplatte berechnet. Am Boden einer hölzernen Schachtel befindet sich mit Jod imprägnirte Leinwand, darüber ein Pappendekel, durch welchen die Joddämpfe gleichmäßig streichen und an die Silberplatte sich ablagern, welche gemäß der äußern Temperatur näher und ferner angebracht werden muß und bei mittlerer in zwei Minuten sich jodirt. – Die andere Verfahrungsweise von dem Optiker Soleil bezwekt eine Vereinfachung in der Maniepulation der Queksilberübertragung nach Einwirkung der Lichtstrahlen. Er bringt auf eine Kupferplatte eine Auflösung von salpetersaurem Queksilber, welche eine ganz dünne Lage Mercur zurükläßt, der durch leichtes Erhizen an der jodirten Platte sich bald niederschlägt. – Bianchi in Toulouse übersandte Lichtbilder einer Landschaft mit einigen Häusern im Vordergrunde als Beweis, daß es möglich sey, die Gegenstände mit ihren natürlichen Farben darzustellen; auch erschienen die Dächer allerdings mit einem der Ziegelfarbe sehr genäherten Rostroth, allein auch die grünen Fensterläden zeigten dieselbe Färbung. – Melloni in Neapel stellte neuerdings eine Reihe von Versuchen an, um die Ursache zu ergründen, daß die Lichtbilder bei übrigens vollkommen gleichen Umständen zu gewissen Tageszeiten weniger rein sich darstellen lassen. Indem er nun die Sonnenstrahlen zu wiederholtenmalen mittelst des Prisma's analysirte, fand er, daß das Maximum der Temperatur in dem dunkeln Theile des Spectrums nicht zu allen Tagesstunden dasselbe sey, sondern bald mehr, bald weniger von der Farbe entfernt liege, und schloß somit, daß die Fortleitung der Wärmestrahlen eine Modifikation durch gewisse Zustände in der Atmosphäre erleide, welche auf die Transmission der Lichtstrahlen durchaus ohne Einfluß seyen.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: