Titel: Ruthven's neuer Patent-Dampfkessel.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1840, Band 75, Nr. LVIII./Miszelle 2 (S. 322–323)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj075/mi075058_2

Ruthven's neuer Patent-Dampfkessel.

Hr. Ruthven, der Erfinder einer in unserer Zeitschrift bereits beschriebenen rotirenden Dampfmaschine, und mehrerer anderer diese Maschinen betreffender Verbesserungen, richtete an das Edinburgh Chronicle in lezter Zeit ein Schreiben folgenden wesentlichen Inhaltes: „Aus der lezten Abhandlung des Hrn. Civilingenieurs Josias Parker Esq. geht hervor, daß der Bau und die Form der zur Dampferzeugung bestimmten Kessel von höchster Wichtigkeit ist, indem hievon |323| die Sicherheit, die Kraft, die Dauerhaftigkeit und der Verbrauch an Brennmaterial abhängen. Hr. Ham sagt in einem an den Präsidenten der Institution of Civil-Engineers gerichteten Schreiben: „Ich bin überzeugt, daß bei langsamerer Verbrennung weniger Explosionen, eine geringere Zerstörung der Kessel, und eine bedeutende Ersparniß an Brennmaterial eintreten würden, so zwar, daß hiedurch das auf einen außerordentlichen Kesselraum verwendete Capital reichlich hereingebracht wäre.“ Hr. Ham spielt hiebei auf die nicht verdichtenden Maschinen an, er hat unstreitig Recht, wenn er glaubt, daß die starken, unter den Kesseln unterhaltenen Feuerungen ihren Zwek verfehlen, und daß, wenn der Kessel stark erhizt wird, das Wasser von der Oberfläche der Kesselplatten durch eine Wärmestoffatmosphäre, die von dem Wasser nicht rasch genug absorbirt werden kann, zurükgestoßen wird. Ich will nun zeigen, in wiefern ich an meinem neuen Kessel allen Bedingungen entsprochen habe. Ich nehme einen runden Kessel von ungefähr zwei Fuß im Durchmesser und einer den Erfordernissen entsprechenden Länge. Bei dieser Form widersteht er, wenn er aus 3/8zölligen Platten gebaut ist, einem Druke von ungefähr 800 Pfd. auf den Quadratzoll. Um das große Desideratum, nämlich eine große Oberfläche zu erzielen, benüze ich eine 500 bis 1000 Fuß und darüber (je nach der Größe der Maschine) betragende Spirale, welche ich aus einer schmiedeisernen Röhre von ungefähr einem Zoll im Durchmesser verfertige. Diese Spirale, welche ein Schlangenrohr von 12 bis 15 Zoll Durchmesser bildet, bringe ich in den von der Feuerstelle herführenden Feuerzug, durch den die heiße Luft auf ihrem Wege in den Schornstein streichen muß. Das eine Ende derselben verbinde ich mit dem Kessel, unter dem sich das Feuer befindet, das andere mit der Pumpe, welche das Wasser liefert. Ich seze hiedurch die ganze Oberfläche der Spirale der durch den Feuerzug ziehenden Hize aus, wobei das Wasser der heißen Luft auf ihrem Uebergange in den Schornstein ihren Wärmestoff entzieht, so daß diese mit geringer Wärme austritt, während das Wasser auf einer solchen Temperatur in den Kessel gelangt, daß es beinahe augenbliklich in Dampf verwandelt wird. Bei dieser Einrichtung ist nicht nur den von Hrn. Ham aufgestellten Erfordernissen entsprochen, sondern sie gewährt auch Stärke, Dauerhaftigkeit, Ersparniß und eine größere Sicherheit als bisher noch auf anderem Wege erlangt wurde.“ (Mechanics' Magazine No. 851.)

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