Titel: Hebert's und Don's rotirende Dampfmaschine.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1840, Band 75, Nr. LVIII./Miszelle 3 (S. 323–324)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj075/mi075058_3

Hebert's und Don's rotirende Dampfmaschine.

Die HHrn. Luke Hebert, Civilingenieur, und James Don, Gentleman, nahmen am 28. Februar 1833 ein Patent auf Verbesserungen an den für Dampfschiffe, Dampfwagen und andere Zweke bestimmten Maschinen, die ihnen angeblich zum Theil von einem Ausländer mitgetheilt wurden. Die Verbesserungen betreffen: 1) den Bau einer rotirenden Dampfmaschine, deren Enden mit einer gewissen Liederung dampfdicht schließend gemacht sind. 2) gewisse für Röhrenkessel bestimmte Röhrenvorrichtungen für den Durchgang des Wassers, der Flammen und der heißen Luft. 3) eine für Dampfschiffe und Dampfwagen geeignete Methode den austretenden Dampf hinter dem Kolben zu verdichten. Die Patentträger haben ihre Erfindungen in einer langen Reihe von Pergamentrollen, denen viele Kupfer beigefügt sind, beschrieben; doch geht, wie das London Journal meint, aus dieser Beschreibung nur so viel hervor, daß an der ganzen Sache wenig oder gar nichts Neues ist. Was den ersten Theil betrifft, so dreht sich in einer stehenden cylindrischen Dampfkammer ein concentrischer Cylinder, der die Flügel, welche als Kolben zu dienen haben, trägt. In dem Dampfcylinder ist ein excentrischer Kreisbogen, der als Dampfsperrer dient, befestigt. Aus Vertiefungen, die sich in dem rotirenden Cylinder befinden, werden in radialen Richtungen mittelst Federn zwei Flügel so ausgetrieben, daß beim Umlaufen derselben ihre äußeren Enden stets mit dem inneren Umfange des Dampfcylinders oder des bogenförmigen Dampfsperrers in Berührung stehen. Der Dampf tritt an der einen Seite des Cylinders bei einer Oeffnung ein, und entweicht, nachdem er den Kolben oder Flügel herumgetrieben, bei einer an der entgegengesezten Seite befindlichen Oeffnung. Die Enden des Dampfcylinders sind mit scheibenförmigen Platten versichert; und damit deren Gefüge vollkommen dampfdicht schließen, sind an ihnen Expansionsringe angebracht, welche aus metallenen Kreissegmenten bestehen, und auf welche Federn drüken, gleichwie dieß an den Barton'schen Kolben |324| der Fall zu seyn pflegt. Die verbesserten Kessel bestehen aus verbundenen Röhren, durch welche Wasser strömt, und durch welche andere Röhren, in denen der Rauch und die heißen Dünste von dem Ofen her streichen, sezen. Einige dieser Röhren laufen der Länge, andere der Quere nach; einige liegen horizontal, andere stehen senkrecht. Ohne Abbildungen läßt sich dieß nicht wohl deutlich machen; doch bedarf es keiner solchen, indem sich nicht absehen läßt, wie aus dieser Einrichtung ein Vortheil erwachsen soll, und indem die Patentträger selbst keinen solchen hervorheben Der dritte Theil der Erfindung beruht endlich darauf, daß an der Auslaßmündung eine Röhre von solcher Größe angebracht werden soll, daß die Hauptwelle der Ruderräder eines Dampfschiffes oder der Laufräder einer Locomotive durch sie geführt werden und in ihr umlaufen kann. Innerhalb dieser Röhre soll an der Hauptwelle mittelst einer Klauenbüchse ein Windfang so befestigt werden, daß dieser beim Umlaufen der Hauptwelle innerhalb der Röhre ein partielles Vacuum erzeugt, und dadurch den Austritt und die Verdichtung des Dampfes befördert.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: