Titel: Cumberland's weißes Pigment, welches anstatt Bleiweiß angewendet werden soll.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1840, Band 75, Nr. LVIII./Miszelle 7 (S. 325–326)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj075/mi075058_7

Cumberland's weißes Pigment, welches anstatt Bleiweiß angewendet werden soll.

Ein Hr. William Cumberland in New-York nahm im vorigen Jahre ein Patent auf ein weißes Pigment, welches anstatt Bleiweiß angewendet werden soll, |326| und dessen Bereitung er auf folgende Weise beschreibt. „Ich bringe Blei, welches durch Schmelzen und Ausgießen in Wasser gekörnt worden, in ein Reibgefäß, welches in seiner Einrichtung von den sonst gewöhnlich gebräuchlichen Cylindern etwas abweicht. Es hat dasselbe die Gestalt einer Untertasse, damit eine Oberfläche von größerem Umfange der Einwirkung der Luft ausgesezt ist. Durch dieses Gefäß, welches aus Gußeisen bestehen kann, und welches eine dem Fabrikbetriebe entsprechende Größe haben soll, ist eine eiserne Spindel oder Welle so gestekt, daß beide mit einander umlaufen. Diese Welle, welche unter einem Winkel von 25 Graden geneigt seyn soll, lasse ich auf irgend eine geeignete Weise in Bewegung sezen; wobei ich übrigens bemerke, daß sie nicht durch das Gefäß zu laufen braucht, sondern daß sie auch unter ihm in einem Halsringe ruhen kann. Der Körper des Gefäßes kann entweder ganz aus Blei oder aus irgend einem anderen Metalle bestehen und mit Blei ausgefüttert seyn; seine Form läßt mannichfache Modificationen zu. In dieses Gefäß nun bringe ich das gekörnte Blei mit der erforderlichen Menge Wasser, dem ich auf je 36 Pfd. ungefähr eine Unze Aeznatron zuseze. Durch das Umlaufen der Welle in Verbindung mit der ihr gegebenen Neigung wird das Blei umrollen, wodurch dessen Theilchen an einander abgerieben und zugleich auch der Einwirkung der Luft ausgesezt werden. Nachdem diese Operation gegen 12 Stunden lang gedauert, scheide ich das gebildete blaßgelbe Bleioxyd von dem metallischen Bleie, um es dann gut auszuwaschen. Während der Dauer der Operation erseze ich das durch Verdünstung verloren gegangene Wasser durch frisches. Das so gewonnene Bleioxyd bringe ich nun mit einer bedeutenden Menge Wasser in ein Gefäß, und seze ihm in diesem unter fortwährendem und länger fortgeseztem Umrühren verdünnte Schwefelsäure zu. Das Bleioxyd verwandelt sich hiebei in ein weißes Pigment, welches ein eigenthümliches, in seinen Eigenschaften von dem gewöhnlichen schwefelsauren Bleie verschiedenes, basisch-schwefelsaures Blei ist. Auf je 20 Pfd. Bleioxyd dürften ungefähr 20 Pfd. Schwefelsäure erforderlich seyn. Das gewöhnliche neutrale schwefelsaure Blei, welches durch Fällung des essig- oder salpetersauren Bleies mit Schwefelsäure erzeugt wird, bildet zwar auch ein weißes Pulver; allein es hat weder Körper genug, noch die sonstigen Eigenschaften, die es haben müßte, um es statt des Bleiweißes in der Malerei verwenden zu können; dagegen besizt das nach meiner Methode bereitete Pigment diese Eigenschaften in ausgezeichnetem Grade. (Aus dem Franklin Journal.)

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