Titel: Miller's Patent-Roststangen für Dampfmaschinen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1840, Band 75, Nr. LXVIII./Miszelle 2 (S. 410–411)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj075/mi075068_2
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Miller's Patent-Roststangen für Dampfmaschinen.

Ein Hr. Miller nahm kürzlich in England ein Patent auf eine neue Art von Roststange, welche sich nicht nur für die Oefen der gewöhnlichen Dampfmaschinen, sondern auch für die auf den Dampfschiffen und Locomotiven gebräuchlichen derlei Maschinen eignet. Das Princip der Erfindung ist darin gelegen, daß sich die abwechselnden Stangen nach der einen und die entzwischen gelegenen nach der entgegengesezten Richtung der Länge nach bewegen. Durch diese Bewegung, welche noch durch die den Roststangen gegebene Riefung unterstüzt wird, werden die Schlaken im Augenblike, wo sie sich bilden, zerbrochen oder im Entstehen verhindert, so daß der zum Luftdurchgange bestimmte Weg beständig frei bleibt. Die ganze Vorrichtung ist einfach im Principe sowohl, als im Baue; sie braucht nicht von außerordentlicher Stärke zu seyn, und bewirkt mithin keine bedeutend größere Schwere der Maschine, auch kommt sie nur um Weniges theurer als die gewöhnliche Roststange. Die Vortheile, die sie gewährt, dürften bedeutend seyn; denn dadurch, daß die Luft stets vollkommen frei durch die Roststangen dringen kann, wird nicht nur die Verbrennung des Brennmateriales und dessen Heizkraft bedeutend gesteigert, sondern man kann sich auch einer Kohle von geringerer Qualität bedienen, ohne daß man eine. Verstopfung des Rostes befürchten darf. Bei der Lebhaftigkeit, mit welcher die Verbrennung von Statten geht, wird auch das Entweichen großer unverbrannter Steinkohlenmassen in Form von Rauch verhütet, und mithin eine bedeutende Ersparniß an Brennmaterial erzielt. Die neuen Roststangen sollen an den ausgedehnten Werken der HHrn. Thomson in Primrose bei Clitheroe, an denen Hr. Miller Hauptingenieur ist, seit einiger Zeit bereits treffliche Dienste leisten. Das Mechanics' Magazine, welches diese Notiz aus dem Manchester Guardian entnimmt, vermuthet, daß der Rost des Hrn. Miller wenig von jenem verschieden seyn dürfte, den Hr. Walter Hancock erfand, und der bereits in den Patenten dieses verdienten Mechanikers und Dampfwagenbauers beschrieben ist.

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